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In fünf Sätzen verliert Thomas Haas gegen Fernando Verdasco © getty

Der letzte "Mohikaner" bei den US Open scheitert an Verdasco. Auch Roddick und die bei den Frauen topgesetzte Safina scheitern.

München - Deprimierende Stunden vor dem heimischen TV statt ein Achtelfinale im größten Tennis-Stadion der Welt:

Tommy Haas wollte sich nach der Niederlage im Spiel der verpassten Möglichkeiten bei den US Open nicht mit seiner Rolle als angehender Couch-Potato anfreunden.

"Es ist immer sehr schwierig, die zweite Turnierwoche zuhause vor dem Fernseher zu erleben und immer die Gleichen zu sehen. Ich hatte gute Chancen, das Match zu gewinnen."

"Es ist schon bitter", sagte der 31-jährige Haas nach dem 6:3, 5:7, 6:7 (8:10), 6:1, 4:6 gegen Fernando Verdasco (Spanien). (DATENCENTER: ATP-Turnier in Washington)

Auch Kohlschreiber raus

Nachdem auch Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber (Augsburg) durch ein 6:4, 2:6, 3:6, 3:6 gegen den Tschechen Radek Stepanek die Runde der letzten 16 verpasste, geht das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres ohne einen der insgesamt 19 gestarteten Deutschen in die zweite Phase.

Auch bei den Australian Open 2009 hatte es kein deutscher Spieler ins Achtelfinale geschafft.

Ziel war Duell gegen Top-Ten-Spieler

Die Magie des Big Apple wollte Haas bei seinem Lieblingsturnier nutzen, um sich im dritten Frühling seiner Karriere doch noch den großen Traum vom Gewinn eines Grand-Slam-Turniers zu erfüllen.

"Ich hätte so gerne im Arthur Ashe Stadium gespielt. Mein Ziel war es, auf einen Top-Ten-Spieler zu treffen und zu gewinnen", haderte er.

Undf weiter: "Jetzt wird es ein paar Tage dauern, bis ich das verdaut habe", sagte der Weltranglisten-21. nach einem 3:45 Stunden langen Match voller Höhen und Tiefen.

Im zweiten Satz hatte Haas gegen den an zehn gesetzten Verdasco bei eigenem Aufschlag bereits mit 5:4 geführt, im entscheidenden Durchgang dann sogar mit 2:0 und 3:1.

Trotzdem positives Fazit

"Ich war körperlich und mental immer im Match. In zehn bis 15 Jahren werde ich mir das Spiel noch mal anschauen und sehen, woran es gelegen hat", sagte der Wimbledon-Halbinalist.

Aus New York reiste der momentan beste deutsche Tennisspieler trotzdem zufrieden ab.

"Ich muss stolz sein. Ich werde die positiven Dinge mitnehmen, denn ich hatte wieder unglaublich schöne Momente hier", so Haas.

Der gebürtige Hamburger hatte schon vor dem Saisonende ein positives Fazit gezogen: "Ich schließe mit einem besseren Ranking ab, als ich es am Anfang des Jahres erwartet hatte."

Karriere-Ende kein Thema

Eine Teilnahme am Masters im November in London hält er allerdings für "nicht realistisch".

Das Ende der Karriere ist für Haas auch nach 13 Profijahren auf der Tour kein Thema. "Natürlich ist es immer harte Arbeit, sich neu zu motivieren. Wenn aber alles einigermaßen hält, dann möchte man so lange wie möglich weitermachen."

Kiefer ist wieder heiß

Mit einem Lächeln verließ auch Nicolas Kiefer New York.

Von den 24.166 Zuschauern war der 32-Jährige beim 0:6, 6:3, 3:6, 4:6 gegen Melbourne-Sieger Rafael Nadal (Spanien) in der zweiten Runde wie ein Sieger gefeiert worden.

"Ich habe wieder Blut geleckt, es war eines meiner besten Spiele", sagte der auf Platz 129 der Weltrangliste abgerutschte Kiefer.

Safina scheitert überraschend

Eine Überraschung gab es bei den Frauen: Die topgesetzte Dinara Safina (Russland) verpasste das Achtelfinale durch ein 4:6, 6:2, 6:7 (5:7) gegen die Weltranglisten-72. Petra Kvitova (Tschechien).

Safina vergab dabei sogar drei Matchbälle.

Dagegen setzte die erst 17-jährige Melanie Oudin (USA) ihren Siegeszug fort.

Nachdem sie bereits Jelena Dementjewa ausgeschaltet hatte, zog sie durch ein 3:6, 6:4, 7:5 gegen Maria Scharapowa (beide Russland) ins Achtelfinale ein.

Isner schockt Roddick

Im Herreneinzel sorgte derweil der 2,06 Meter große John Isner für die erste große Überraschung.

Der Amerikaner schaltete seinen an Nummer fünf gesetzten Landsmann Andy Roddick mit 7:6 (7:3), 6:3, 3:6, 5:7, 7:6 (7:5) aus.

Auch Novak Djokovic (Serbien) tat sich beim 6:7 (2:7), 6:3, 7:6 (7:2), 6:4 gegen den Weltranglisten-276. Jesse Witten (USA) schwer.

Federer nur anfangs in Nöten

Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) besiegte nach anfänglichen Problemen Lleyton Hewitt (Australien) mit 4:6, 6:3, 7: 5, 6:4.

Damit behält Federer seine Weltranglisten-Führung auch nach dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

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