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Die Belgierin Kim Clijsters stand 19 Wochen an der Spitze der WTA-Rangliste © imago

Die Belgierin hat eine ungewöhnliche Erklärung für ihre wundersame US-Open-Reise zurück in die Zukunft. Serena Williams staunt.

New York - Für Kim Clijsters geht die wundersame US-Open-Reise zurück in die Zukunft weiter:

Gefeiert von 22.000 Zuschauern im größten Tennis-Stadion der Welt zog die einstige Weltranglistenerste bei ihrem Grand-Slam-Comeback nach zweieinhalb Jahren Pause ins Viertelfinale ein.

Der erste Gedanke galt nicht wie früher der nächsten Gegnerin, sondern ihrer neuen kleinen Kraftquelle.

"Ich bin immer happy, so schnell wie möglich meine Tochter Jada zu sehen", sagte die 26-jährige Clijsters nach dem 6:0, 0:6, 6:4 gegen die an Position drei gesetzte Venus Williams (USA).

Und weiter: "Ihr ist es egal, ob ich gewinne oder verliere. Das ist ein schönes Gefühl."

27 Monate nach der Entbindung

Rund 27 Monate und die Geburt von Jada im Februar 2008 lagen zwischen dem Karrierende 2007 und dem Comeback vor drei Wochen.

Doch in den Tagen von Flushing Meadows wirkt es, als sei Clijsters nie wirklich weggewesen. Die Physis stark wie gewohnt, die Schläge so hart wie einst.

"Ich war geschockt von ihrem gutem Zustand. Es scheint, als habe sie nicht länger als eine Woche pausiert", sate Serena Williams, Schwester von Clijsters' jüngstem "Opfer".

Mama Clijsters' neuer Blickwinkel

Die Vielgelobte selbst sieht das ganz anders.

Zwischen der alten Kim, die vor dem Gewinn der US Open 2005 schon die Weltranglisten-Spitze erobert hatte, und der neuen Mama Clijsters liegen Welten.

"Früher gab es für mich nur Tennis - 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche. Da habe ich oft zuviel gewollt. Jetzt habe ich eine Familie und auch andere Dinge im Kopf", sagt die sympathische Belgierin

Clijsters musste sich in vielfacher Hinsicht umstellen: "Es ist jetzt ziemlich viel Spielzeug in meinem Koffer."

Familien-Besuch im Zoo

Statt wie gewohnt beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres die meiste Zeit auf der Anlage in Queens zu verbringen, zieht es Clijsters nun samt Familie in den Central Park.

"Wir waren dort schon im Zoo. Jada liebt Tiere, immerhin haben wir fünf Hunde zu Hause", sagt die mit dem ehemaligen Basketball-Profi Brian Lynch (USA) verheiratete Clijsters.

Ausgerechnet am Ort ihres bislang größten Erfolges könnte die Rückkehrerin Geschichte schreiben. Die letzte Mutter, die ein Grand-Slam-Turnier gewann, war 1980 in Wimbledon Evonne Goolagong (Australien).

Jetzt gegen Li Na

So weit will Wildcard-Inhaberin Clijsters aber noch nicht schauen. Im Viertelfinale wartet am Dienstag erst einmal die Chinesin Li Na, gegen die Clijsters eine Bilanz von 3:1 Siegen hat.

Im Halbfinale könnte es dann zum vorweggenommenen Endspiel gegen Titelverteidigerin Serena Williams kommen.

"Ich denke nicht an irgendwelche Resultate. Ich bin zurückgekommen, um wieder Tennis zu spielen, und nicht, um von der Menge gefeiert zu werden", so Clijsters.

Serena nun unter Druck

Während Jada ganz in der Nähe spielte.

Damit es überhaupt zum Showdown zwischen Serena Williams und Clijsters kommen kann, muss auch die Amerikanerin ihre Pflicht erfüllen.

Viertelfinal-Gegnerin Flavia Pennetta (Italien) tankte beim 3:6, 7:6 (8:6), 6:0 gegen die an sieben gesetzte Wera Zwonarewa (Russland) viel Selbstvertrauen, nachdem sie drei Matchbälle abgewehrt hatte.

Murray macht kurzen Prozess

Bei den Männern blieben auch am siebten Turniertag die großen Favoritenstürze aus. Der letztjährige Finalist Andy Murray (Großbritannien) machte beim 6:3, 6:2, 6:2 gegen den Amerikaner Taylor Dent kurzen Prozess und steht im Achtelfinale.

Das hatte zuvor auch Melbourne-Sieger Rafael Nadal geschafft. Trotz einer Bauchmuskelzerrung bezwang der Spanier seinen Landsmann Nicolas Almagro 7:5, 6:4, 6:4 und trifft jetzt auf Gael Monfils. 149035(die Bilder)

Monfils und Acasuso geben auf

Der Franzose profitierte beim Stand von 6:3, 6:4, 1:0 von der verletzungsbedingten Aufgabe des Argentiniers Jose Acasuso.

Die kräftezehrende Saison machte zudem dem Franzosen Gilles Simon einen Strich durch die Rechnung.

Wegen Knieproblemen warf der Weltranglistenneunte bei einem 1:2-Satzrückstand gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero das Handtuch.

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