vergrößernverkleinern
Kim Clijsters gewann 2005 bei den US Open ihr einziges Grand-Slam-Turnier © getty

Die Belgierin steht im Halbfinale und würde bei einem Sieg Geschichte schreiben. Zuerst wartet allerdings die Titelverteidigerin.

New York - Die wundersame Comeback-Story von Kim Clijsters bei den US-Open ist um ein Kapitel reicher und steuert einem Happy End entgegen:

Die 26-jährige Belgierin erreichte durch ein 6:2, 6:4 gegen die an Position 18 gesetzte Li Na (China) das Halbfinale von Flushing Meadows und ist nur noch zwei Siege vom Eintrag in die Geschichtsbücher entfernt.

Die letzte von insgesamt nur zwei Müttern, die je ein Grand-Slam-Turnier gewannen, war 1980 in Wimbledon Evonne Goolagong (Australien).

"Ich bin einfach nur glücklich, wie gut es schon wieder läuft. Es ist erstaunlich und macht großen Spaß", sagte Clijsters.

Clijsters jetzt gegen Serena Williams

Die nach einer 27-monatigen Pause erst vor vier Wochen auf die Tour zurückgekehrte Clijsters steht erstmals seit den Australian Open 2007 wieder in einem Grand-Slam-Halbfinale.

Bereits in der nächsten Runde kommt es zum vorweggenommenen Endspiel gegen Serena Williams (USA) kommen. Die Weltranglistenzweite besiegte die Italienerin Flavia Pennetta mit 6:4, 6:3 und darf weiter von ihrem vierten Titel in Flushing Meadows träumen.

An die Trophäe will die in New York stürmisch gefeierte "KimBack" Clijsters dagegen noch nicht denken.

Clijsters bleibt bescheiden

"Ich bin zurückgekommen, um wieder Tennis zu spielen. Und nicht, um von den Leuten gefeiert zu werden", sagte die einstige Weltranglistenerste, für die sich nach der Geburt ihrer Tochter Jada im Februar 2008 die Prioritäten verschoben haben:

"Es gibt ein Leben neben dem Tennis. Meinem Mann und meiner Tochter ist es egal, ob ich verloren oder gewonnen habe. Und das ist ein schönes Gefühl."

Vater stirbt an Krebs

Doch hinter Clijsters liegen auch schwere Tage. Am 4. Januar 2009 war ihr geliebter Vater Leo einem langen Krebsleiden erlegen. Seine Tochter hatte ihm mit der Geburt seines Enkelkindes im Jahr zuvor noch einen letzten Herzenswunsch erfüllen können.

Leo Clijsters hatte bei der Fußball-WM 1986 in Mexiko mit der belgischen Nationalmannschaft im Halbfinale gestanden.

Cilic wirft Murray raus

Derweil gelang dem Aufschlagriesen Marin Cilic eine faustdicke Überraschung: Der 20-jährige Kroate besiegte den letztjährigen Finalisten Andy Murray (Großbritannien) mit 7:5, 6:2, 6:2 und zog zum ersten Mal in seiner Karriere in das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. 149376(Die Bilder)

Der knapp zwei Meter große Cilic trifft jetzt auf den Argentinier Juan Martin del Potro, der Juan Carlos Ferrero (Spanien) mit 6:3, 6:3, 6:3 ausschaltete.

Nadal wird wieder Nummer 2

Rafael Nadal besiegte im Achtelfinale den an Position 13 gesetzten Gael Monfils (Frankreich) in 2:45 Stunden mit 6:7 (3:7), 6:3, 6:1, 6:3 und wird sich dadurch in der Weltrangliste wieder auf Platz zwei verbessern.

Der Linkshänder aus Spanien präsentierte sich in der Night Session vor 23.000 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadium in starker Verfassung. In der Runde der letzten acht trifft der 23-Jährige am Donnerstag auf Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 11).

Djokovic versöhnt sich mit Fans

Der Weltranglistenvierte Novak Djokovic indes hatte am "Labor Day"-Feiertag für eine besondere Partyeinlage gesorgt und seine Versöhnung mit dem New Yorker Publikum endgültig vollzogen.

Nach seinem klaren 6:1, 6:3, 6:3 im Achtelfinale gegen Radek Stepanek (Tschechien) bat der Serbe um Mitternacht den als TV-Kommentator arbeitenden John McEnroe zu einem kleinen Spaßmatch auf den Court.

Der Altmeister nahm die Einladung vor 22.000 Zuschauern im größten Tennis-Stadion der Welt an, kletterte die Ränge von seiner Medien-Kabine herab und schlug in weißem Edelhemd und beiger Hose ein paar Bälle mit Djokovic.

"Es war eine spontane Idee von mir. Es war sicher nicht einfach für John, in seinen Klamotten zu spielen. Aber es hat unglaublich Spaß gemacht", sagte Djokovic, der im letzten Jahr zum Buhmann der US-Tennis-Fans geworden war.

2008 noch der Buhmann

Damals hatte Djokovic Publikumsliebling Andy Roddick (USA) als Simulant bezeichnet. Was zur Folge hatte, dass der Australian-Open-Sieger von 2008 bei seinen nachfolgenden Matches ausgepfiffen wurde.

"Doch das ist vergessen. Ich liebe die Leute hier in New York. Es ist eine Ehre für mich, die Night Sessions zu bestreiten", meinte Djokovic, der am Mittwoch im Viertelfinale auf Fernando Verdasco (Spanien/Nr. 10) trifft.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel