vergrößernverkleinern
Rafael Nadal gewann im Jahr 2009 die Australian Open in Melbourne © getty

Der Spanier überzeugt nach langer Pause bei den US Open auch mit weniger Muskelkraft. Nur ein liebestoller Fan irritiert ihn.

New York - Um kurz vor Mitternacht war die Welt von Rafael Nadal endgültig wieder in Ordnung:

Erleichtert reckte der Spanier nach seinem Viertelfinaleinzug bei den US Open die Fäuste in den New Yorker Himmel und fühlte sich erstmals nach seiner wochenlangen Verletzungspause wieder ganz wie der alte Nadal.

"Das war ein ganz wichtiges Spiel für mein Selbstvertrauen und ein wirklicher Härtetest", erklärte der 23-Jährige: "Ich bin glücklich, dass mein Comeback so toll verläuft. Meine Knie halten und auch so bin ich fit."

Wieder Nummer zwei der Welt

Durch das letztlich klare 6:7 (3:7), 6:3, 6:1, 6:3 gegen den an Position 13 gesetzten Gael Monfils (Frankreich) eroberte sich Nadal auch Platz zwei der Weltrangliste von Andy Murray zurück. (DATENCENTER: Die US Open 2009)

Der Schotte war zuvor im Achtelfinale überraschend mit 5:7, 2:6, 2:6 an Marin Cilic (Kroatien) gescheitert und hatte seine Niederlage nachher als "die bitterste meiner Karriere" bezeichnet.

Kuss-Attacke von liebestollem Fan

Etwas ratlos wirkte Nadal am Abend des neunten Turniertages nur einmal: Als er nach dem verwandelten Matchball sein verschwitztes quitschgelbes Shirt wechselte, stürmte plötzlich ein Fan auf den Court.

"Er hat gesagt, dass er mich liebt und hat mir dann einen Kuss gegeben", berichtete Nadal und lachte nach dem ungewöhnlichen Zwischenfall im größten Tennis-Stadion der Welt etwas verlegen.

"Ich verbessere mich von Match zu Match"

Auch sonst war dem Melbourne-Sieger an diesem lauen Abend vor 23.000 Zuschauern oft zum Lachen zumute. Während Nadal in den Runden zuvor nie ganz überzeugen konnte, zeigte er gegen Monfils seine alten Stärken: aggressives Powerspiel, herausragende Beinarbeit, große physische Präsenz, aber vor allen Dingen den typischen "Rafa"-Willen.

"Ich verbessere mich von Match zu Match. Darüber bin ich sehr happy", sagte Nadal, der erst vor gut drei Wochen sein Comeback nach zweieinhalbmonatiger Pause wegen Sehnenreizungen in beiden Knien gefeiert hatte.

Durch die verletzungsbedingte Auszeit samt Wimbledon-Absage hatte Nadal die Führung in der Weltrangliste an Roger Federer (Schweiz) verloren und war danach sogar erstmals seit Juli 2005 auf Platz drei abgerutscht.

Entlastung durch weniger Muskeln

In den Tagen von New York wirkt der muskulöse Nadal schmaler als vor seiner Pause. Was nicht etwa an den kürzeren Haaren liegt, sondern wohl den Ratschlägen seiner Ärzte geschuldet ist. Durch das reduzierte Gewicht sollen die anfälligen Knie entlastet werden.

Doch Sorgen um Nadals Gesundheit bleiben. Im Drittrundenspiel gegen seinen Landsmann Nicolas Almagro musste sich Nadal am Boden liegend mehrere Minuten an der Bauchmuskulatur behandeln lassen.

"Sorry, aber ich werde nicht über meine Verletzungen sprechen", sagte der Spanier etwas genervt.

Gonzalez verschenkt seinen Schläger

In der Runde der letzten acht trifft Nadal am Donnerstag auf Fernando Gonzalez. Der an elf gesetzte Chilene setzte sich mit 3:6, 6:3, 7:6 (7:3), 6:4 gegen Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) durch.

Nach dem schwachen ersten Satz schenkte Gonzalez aus lauter Frust einem Fan seinen Schläger. Danach wurde es besser.

Murray-Bezwinger Cilic spielt gegen den Argentinier Juan Martin del Potro (6:3, 6:3, 6:3 gegen Juan Carlos Ferrero/Spanien).

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel