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Die 17-jährige Melanie Oudin aus den USA ist bis jetzt nur Weltranglisten-70. © getty

Youngster Melanie Oudin avonciert zur Nationalheldin. Serena Williams und Kim Clijsters spielen ein vorweg genommenes Finale aus.

New York - Für die neue Cinderella Melanie Oudin endete das Märchen im Viertelfinale, für Yanina Wickmayer geht der Traum im Big Apple weiter:

Zwei Teenies sorgten auf der Zielgeraden der US-Open für reichlich Emotionen.

Die 19-jährige Belgierin Wickmayer erreichte durch ein 7:5, 6:4 gegen die ebenfalls ungesetzte Kateryna Bondarenko (Ukraine) erstmals das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers und war in Gedanken bei ihrer vor zehn Jahren an Krebs gestorbenen Mutter.

"Kurz vor ihrem Tod habe ich angefangen Tennis zu spielen, um mich abzulenken. Mein Vater hat danach alles für mich aufgegeben, und wir sind zusammen nach Florida gegangen. Ich widme ihm diesen Erfolg", sagte die Weltranglisten-50. Wickmayer, die im Halbfinale am Freitag auf Caroline Wozniacki trifft.

Die an Position neun gesetzte Dänin entzauberte Wunderkind Oudin (USA) mit 6:2, 6:2.

Oudin wird zur Volksheldin

Die 17-jährige Oudin hatte zuvor durch ihren sensationellen Durchmarsch ins Viertelfinale die Herzen ihrer Landsleute im Sturm erobert. Gegen Wozniacki spielten der Nummer 70 dann aber vor 23. 881 Zuschauern die Nerven eine Streich.

"Ich bin enttäuscht, aber ich werde nächstes Jahr wiederkommen. Dann will ich es besser machen", versprach Oudin, die in den letzten Tagen von Sicherheitsbeamten begleiten werden musste und die Titelseiten der Tageszeitungen zierte.

Im zweiten Halbfinale stehen sich im "gefühlten" Endspiel am Freitag Titelverteidigerin Serena Williams und Kim Clijsters aus Belgien gegenüber.

Clijsters nach Baby-Glück in Topform

Williams, die mit einem Turniersieg die Weltranglisten-Spitze zurückerobern kann, fürchtet gegen Rückkehrein Clijsters vor allen Dingen die Magie der Leichtigkeit.

"Kim hat nichts zu verlieren. Sie kann ganz furchtlos aufspielen, und genau das macht sie so gefährlich", sagte die Amerikanerin ungeachtet ihrer Bilanz von 7:1 gegen "KimBack".

Clijsters war nach einer 27-monatigen Pause und der Geburt ihrer Tochter Jada erst vor vier Wochen auf die Tour zurückgekehrt. In Flushing Meadows präsentierte sich die 26-Jährige aber schon wieder bärenstark.

"Ich bin von mir selbst überrascht"

"Von dem, was ich hier erreicht habe, bin ich selbst überrascht. Damit konnte ich wirklich nicht rechnen", sagte die frühere Weltranglistenerste.

Wickmayer konnte ihr Glück derweil kaum fassen. Bei ihren zuvor sechs Grand-Slam-Teilnahmen war sie fünfmal in der ersten Runde gescheitert.

Durch ihren Halbfinal-Einzug hat die Rechtshänderin aus Deurne bereits 350.000 Dollar sicher. Fast so viel wie sie bis dato in ihrer gesamten Karriere verdient hatte.

Wickmayer dankt ihrem Vater

Wickmayers Dank galt in der Stunde ihres größten Erfolges Vater Marc. Nach dem Tod seiner Frau hatte er dem Wunsch seiner damals neunjährigen Tochter Yanina entsprochen und war mit ihr nach Florida ausgewandert. Dort besuchte sie in Tampa eine Tennis-Akademie.

"Mein Dad hat alles für mich aufgegeben. Seinen Job, seine Freunde, sein ganzes Leben. Aber nicht, weil er aus mir einen Champion machen, sondern weil er mich glücklich sehen wollte", sagte Wickmayer.

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