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Rafael Nadal beobacht skeptisch die Wetterkapriolen © imago

Hefrige Regenfälle sorgen in New York für ein neuerliches Terminchaos. Der Ruf nach einem Dach wird lauter. Federer bleibt cool.

New York - Ignorante Funktionäre und heftige Regenfälle haben bei den US Open erneut zu einem Terminchaos geführt und den Ruf nach einem Dach für das größte Tennis-Stadion der Welt lauter werden lassen.

"Ich wäre dafür. Das würde die Situation für Fans, TV-Zuschauer und Spieler planbarer machen", sagte Titelverteidiger Roger Federer, der am Samstag im Halbfinale auf Novak Djokovic trifft.

Ungeachtet der Aufregung greift Titelverteidiger Federer in New York nach seinem sechsten US-Open-Titel in Folge und will als "Daddy Cool" eine besondere Premiere feiern.

"Das erste Grand-Slam-Turnier als Vater ist natürlich etwas Besonderes. Ich bin locker drauf und selbstbewusst", sagte der 28-jährige Schweizer.

Fünf Stunden zwischen Court und Spielerlounge

Federers größter Rivale Rafael Nadal derzeit eher nicht. Der Spanier musste ebenso wie sein Gegner Fernando Gonzalez (Chile) am Donnerstagabend im Viertelfinale das fahrlässige Handeln der Turnierverantwortlichen ausbaden.

Nach zweimaliger Unterbrechung wegen wiederholter Schauer war das Match um zwölf Minuten nach Mitternacht beim Stand von 7:6 (7:4) und 3:2 für Nadal im Tiebreak des zweiten Satzes endgültig abgebrochen und auf Freitag (LIVESCORES) verschoben worden.

Die beiden Profis hatten insgesamt mehr als fünf Stunden zwischen Court und Spieler-Lounge verbracht.

Warnungen der Metereologen nicht beachtet

Obwohl die Meteorologen für Donnerstagabend und den ganzen Freitag heftige Regenfälle vorausgesagt hatten, hielten die Verantwortlichen daran fest, die angesetzten beiden Viertelfinals hintereinander und nicht parallel am Nachmittag spielen zu lassen.

Der frühere Weltranglistenerste Nadal sollte den TV-Zuschauern von ESPN2 zur Primetime ab 19.00 Uhr Ortszeit geboten werden.

Schon 2008 ähnliche Fehlplanung

Bereits im vergangenen Jahr hatte das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres wegen einer ähnlichen Fehlplanung erstmals seit 1987 um einen Tag verlängert werden müssen.

Damals hatte Federer sein Finale gegen Andy Murray (Großbritannien) erst am Montag spielen können. Seitdem wird in New York über die Installierung einer 100 Millionen Dollar teuren Dachkonstruktion diskutiert.

Noch keine genauen Pläne

Doch konkrete Pläne gibt es offenbar noch nicht. Selbst beim traditionsreichen Turnier in Wimbledon hatte man auf die Launen der Natur reagiert und vor wenigen Wochen eine rund 100 Millionen Euro teure Falt-Folien-Konstruktion über dem Centre Court eingeweiht.

In Melbourne ist längst ein Dach vorhanden, bei den French Open soll diesbezüglich bis 2014 nachgerüstet werden.

Del Potro will Lieblingsturnier gewinnen

Rechtzeitig vor dem großen Regen von New York hatte Juan Martin Del Potro das Halbfinale erreicht.

Der 20-jährige Argentinier besiegte Marin Cilic (Kroatien) 4:6, 6:3, 6:2, 6:1 und steht nach Paris in seinem zweiten Grand-Slam-Halbfinale des Jahres. "Die US Open sind mein Lieblingsturnier. Es ist mein Traum, sie zu gewinnen", sagte der Weltranglistensechste Del Potro, der jetzt auf Nadal oder Gonzalez trifft. (DATENCENTER: Die US Open 2009)

Djokovic mit Publikum versöhnt

Derweil rechnet sich Djokovic im Halbfinale mit Federer durchaus Chancen aus. Immerhin hat der an Position vier gesetzte Serbe zwei der letzten drei Duelle gegen "Fedex" gewonnen.

"Es wird auf die Tagesform ankommen. Aber was Roger erreicht hat, ist schon der Wahnsinn", sagte Djokovic, der sich wieder mit dem New Yorker Publikum versöhnt hat.

Nachdem der 22-Jährige letztes Jahr Andy Roddick (USA) beleidigt hatte und daraufhin ausgepfiffen worden war, hatte er am Montag John McEnroe zu einem "Spaßmatch" auf den Court gebeten.

Federer lacht über seinen Gegner

Auch Federer mag Djokovics Art, der gerne Kollegen nachahmt.

"Ich fand viele Imitationen lustig. Wir sind ja auch beide im Players Council und treffen da gemeinsam Entscheidungen. Am Mittwoch haben wir ganz entspannt über Fussball geredet", berichtete Federer. Der Sieger der US Open kassiert ein Preisgeld von 1,6 Millionen Dollar.

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