vergrößernverkleinern
Als 17-Jähriger qualifizierte sich Juan Marin Del Potro für die French Open 2006 © getty

Tennis-Star Del Potro ist nach den Pleiten der Fußballer die Hoffnung der Nation. Sein Erfolgsrezept kommt aus der Pfanne.

New York - In der Rolle als Tröster der Nation fühlte sich Juan Marin Del Potro dann doch nicht so wohl wie in diesen Tagen auf den blauen Courts von Flushing Meadows.

Durch seinen Halbfinaleinzug bei den US Open in New York aber konnte der neue argentinische Tennis-Star zumindest für sein großes Idol Diego Maradona in die Bresche springen.

"Mache Landsleuten gern eine Freude"

"Ich bin froh, dass ich meinen Landsleuten mehr Freude bereiten konnte als unsere Fußballer", sagte der 20-Jährige in Anspielung auf die peinliche 0:1-Niederlage der Maradona-Elf in der WM-Qualifikation in Paraguay.

Leidenschaftlicher Fußballer

Als keiner Bub schon hatte Del Potro für die "Hand Gottes" geschwärmt und um ein Haar sogar das Racket für immer in die Ecke gestellt.

"Eigentlich habe ich besser Fußball als Tennis gespielt. Ich weiß gar nicht, warum ich jetzt eigentlich hier bei diesem Turnier bin", sagte der ansonsten eher introvertierte 1,98-m-Hüne schmunzelnd.

Nesthäkchen unter den Top 5

Seine Entscheidung wird Del Potro nicht bereut haben. Durch seinen zweiten Halbfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier binnen knapp drei Monaten kehrt er in der neuen Weltrangliste wieder auf Platz fünf zurück und ist im erlauchten Kreis der Top 5 wieder der Jüngste.

So wie 2007 unter den besten 50 und ein Jahr später in den Top 10. "Juan ist trotz seines Alters schon sehr stark, aber hat noch unglaubliches Potenzial. Er hat das Zeug zur Nummer eins", sagte der frühere amerikanische Profi und jetzige Trainer Brad Gilbert.

Seriensieger mit Hartplatzqualitäten

Still und leise, aber mit erstaunlicher Kontinuität hat sich Del Potro seit seinem Toureinstieg vor knapp fünf Jahren nach oben gekämpft. 2008 machte er mit einer ungewöhnlichen Siegesserie auf sich aufmerksam:

Er gewann vier Turniere und 23 Matches in Folge. Ausgerechnet bei den US Open vor zwölf Monaten endete der Durchmarsch im Viertelfinale. (DATENCENTER: Die US Open 2009)

In diesem Jahr hat Del Potro bereits die Hartplatz-Turniere in Auckland und Washington für sich entschieden.

Im Halbfinale der French Open in Paris musste sich der Gaucho erst im fünften Satz dem späteren Sieger Roger Federer geschlagen geben.

Erfolgrezept aus der Heimat

Die Vorzeichen für eine große Karriere waren immer schon vielversprechend.

Wie fünf seiner Profikollegen, unter amderem Mariano Zabaleta und Juan Monaco stammt Del Potro, der im US-Open-Halbfinale am Sonntag auf Rafael Nadal oder den Chilenen Fernando Gonzalez trifft, aus der Stadt Tandil, knapp 400 km von Buenos Aires entfernt.

"Vielleicht liegt es an unserem guten Fleisch, dass so viele Tennisspieler aus Tandil kommen", sagte Steak-Fan Del Potro augenzwinkernd.

Spendable Persönlichkeit

Auch die deutschen Fans waren bereits auf den Ästheten, der sich trotz seiner knapp zwei Meter Körpergröße fast katzenartig bewegt, aufmerksam geworden.

Nach Del Potros Turniersieg im Sommer 2008 in Stuttgart hatte er den gewonnenen Sportwagen kurzerhand seiner Schwester geschenkt. Gut möglich, dass Julieta auch diesmal an der Prämie partizipiert.

1,6 Millionen Dollar kassiert der Sieger von New York. Und Del Potro hat in Flushings Meadows noch viel vor. "Es ist mein Lieblingsturnier. Es ist ein Traum, hier zu gewinnen", sagte der an Position sechs gesetzte Rechtshänder.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel