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Serena Williams hat bisher elf Grand-Slam-Turniere gewonnen © getty

Die Nummer zwei der Welt muss nach ihrem Ausraster eine fünfstellige Summe bezahlen. Eine frühere Weltranglistenerste übt Kritik.

New York - Serena Williams ist mit einem blauen Augen davongekommen und hat für ihren Ausraster im Halbfinale der US-Open gegen die Belgierin Kim Clijsters (4:6, 5:7) lediglich eine Geldstrafe erhalten.

Die 27-jährige US-Amerikanerin muss nach einer Entscheidung der Schiedsrichter-Kommission des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres wegen Unsportlichkeit insgesamt 10.500 Dollar bezahlen.

Das ist für diese Art eines Verstoßes die Höchststrafe.

500 Dollar davon werden fällig, weil die Weltranglistenzweite Williams nach dem ersten Satz ihren Schläger zertrümmert hatte.

"Serenas Verhalten war inakzeptabel"

Viele Experten hatten sich zuvor für eine Sperre ausgesprochen.

Turnier-Offizielle hatten am Sonntag Videobänder ausgewertet und waren danach zu ihrer Entscheidung gekommen.

Allerdings wird der Vorfall weiter vom Grand-Slam-Komitee verfolgt, das sich weitere Schritte vorbehält.

Vorbild-Funktion angemahnt

"Serenas Verhalten war inakzeptabel. Egal wie die Umstände waren, kein Profi sollte sich so benehmen dürfen, ohne bestraft zu werden", sagte Stacey Allaster, die Präsidentin der Frauen-Profitennis-Organisation WTA.

Und weiter: "Sie muss auch in ihrer Rolle als Vorbild einsehen, dass ihre Reaktion nicht tragbar war."

Williams hatte am Samstag nach einer umstrittenen Fußfehler-Entscheidung eine Linienrichterin wüst beschimpft und bedroht. 151395(Die Bilder zum Ausraster)

Williams darf im Doppel antreten

Die Melbourne- und Wimbledon-Siegerin soll dabei die Worte "Bei Gott, ich schwöre, dass ich dir einen dieser verdammten Bälle in den Hals schiebe" gerufen haben.

Der daraufhin verhängte Strafpunkt bescherte Williams das Halbfinal-Aus in Flushing Meadows.

Der verantwortliche Turnier-Referee Brian Earley hatte Williams und die Stuhlschiedsrichterin Louise Engzell noch in der Nacht zum Sonntag befragt.

Damit kann Williams am Montag auch das Doppel-Finale an der Seite ihrer Schwester Venus bestreiten.

Navratilova übt Kritik

Die langjährige Weltranglistenerste Martina Navratilova hat Serena derweil scharf kritisiert und der Amerikanerin geraten, etwas mehr für den sportlichen Erfolg zu tun und nicht nur die amtierende Nummer eins Dinara Safina zu attackieren.

"Serena ist die beste Spielerin der Welt. Aber wer die Nummer eins sein will, muss sich auch so verhalten", sagte Navratilova im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

"Sie kommt weit bei Grand-Slam-Turnieren, aber sonst? Sie kommt bei den kleineren Turnieren nicht mal ins Halbfinale. Serena tritt auf wie ein Team, das sich die reguläre Saison schenkt - aber die Play-offs spielen will. Nur geht das so nicht."

"Safina muss bei Grand Slams besser werden"

Auf der anderen Seite "wäre es wichtig, dass Safina bei den Grand-Slam-Turnieren tatsächlich besser abschneidet", sagte Navratilova über die Russin, die noch keines der vier großen Turniere gewonnen hat.

Dennoch sollte sie sich nicht dafür verteidigen müssen, dass sie die Nummer eins ist: "Sie hat das Ranking nicht erfunden."

Navratilova beklagte außerdem über die vielen Kritiker, die dem Damentennis vorwefen, arm an Stars zu sein und keine Konturen zu haben.

Unverständnis über Kritiker

"Das Frauen-Tennis hat in den Williams-Schwestern doch Stars", sagte die 52-Jährige.

"Keiner sagt: Das Männer-Tennis hat zu wenig tolle Jungs, da sind nur Federer und Nadal. Das stimmt ja auch nicht, und das Gleiche gilt für die Frauen. Ich bin es leid, dass mit zweierlei Maß gemessen wird."

Die Männer fordert Navratilova zu etwas mehr Selbstbewusstsein im Vergleich mit Roger Federer auf: "Ich finde, dass die Jungs ein bisschen zu sehr vor ihm niederknien."

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