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Philipp Kohlschreiber ist in Melbourne an Position 27 gesetzt © getty

Bei den Australian Open sind die DTB-Profis nur Außenseiter. Die Großen der Szene spielen vorab für einen guten Zweck.

Melbourne - 15.000 im Stadion, die letzten drei Champions Rafael Nadal, Roger Federer und Novak Djokovic auf dem Platz - erstmals war die Rod Laver Arena in Melbourne bereits vor den Australian Open pickepacke voll.

Die Tennisstars scherzten und zauberten mit dem Ball, ein lockerer und gelungener Auftakt aus ernstem Anlass für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres.(Alle Tennis-News)

Federer hatte zu einer Benefizveranstaltung für die Erdbebenopfer in Haiti gerufen, und auch Andy Roddick, Lleyton Hewitt, Serena Williams, Kim Clijsters und Samantha Stosur kamen.

Tolle Resonanz

Alle Spieler waren mit Mikrofonen ausgestattet, sodass die Zuschauer die launigen Kommentare hören konnten. "Es ist einfach großartig, dass alle unmittelbar vor Turnierbeginn dabei waren", sagte Federer. Am Ende kamen umgerechnet 135.000 Euro für die Erdbebenopfer zusammen.

19 Deutsche schlagen auf

Der sportliche Ernst beginnt für die jeweils 128 Profis im Damen- und Herreneinzel am Montag (ab 1 Uhr LIVESCORES) . Dabei stehen auch 19 deutsche Spieler im Hauptfeld der mit rund 15,5 Millionen Euro dotierten Veranstaltung, elf Herren und acht Damen.

Ernsthafte Siegchancen hat keiner von ihnen. Lediglich Tommy Haas als 18., Sabine Lisicki (21.) und Philipp Kohlschreiber (27.) sind gesetzt.

"Kohli" optimistisch

Kohlschreiber ist neben fünf weiteren Deutschen bereits am Montag zu seinem Auftaktmatch gegen den Argentinier Horacio Zeballos angesetzt. Nach seinem Halbfinaleinzug in der Vorwoche in Auckland ging der 26-Jährige das Turnier optimistisch an: "Ich habe durch die letzten Ergebnisse Selbstvertrauen gewonnen."

Lisicki und Haas, die beide am Sonntagvormittag im drittgrößten Stadion auf der gigantischen Anlage am Yarra River trainieren durften, greifen erst am Dienstag in das Geschehen ein.

Premiere für Haas

Erste Gegnerin von Lisicki ist die Kroatin Petra Martic. Haas, der bereits dreimal (1999, 2002, 2007) in Melbourne im Halbfinale stand, trifft auf Simon Greul (Stuttgart), gegen den er noch nie gespielt hat.

Der 31-Jährige ist auch in seinem 15. Jahr auf der Tour der beste deutsche Profi. Der Halbfinaleinzug vergangenen Sommer in Wimbledon hat gezeigt, dass er immer noch mit den ganz Großen mithalten kann.

Schwache Generalproben

Seine Vorbereitung auf Melbourne verlief mit den Niederlagen beim Showturnier in Kooyong gegen Novak Djokovic, Fernando Gonzalez und Jo-Wilfried Tsonga allerdings nicht erfolgreich.

"Das waren doch nur Trainingsmatches", sagt der gebürtige Hamburger, der trotz leichter Knieprobleme alle Skeptiker abwehrt, "es fehlten vielleicht noch ein paar Prozent, aber ich fühle mich sehr wohl und bin gut vorbereitet."

Titelverteidiger spielt spät

Titelverteidiger Rafael Nadal muss in der Night Session (Mo. 9.00 Uhr LIVESCORES) als erster der Topfavoriten gegen den Australier Peter Luczak antreten (Nadal ist bereit für die Titelverteidigung). Federer spielt erst am Dienstag gegen den Russen Igor Andrejew.

Überrascht Dawydenko?

Auch der an sechs gesetzte Nikolai Dawydenko tritt erst am Dienstag gegen den deutschen Qualifikanten Dieter Kindlmann an.

Der Russe gilt nach seinem Sieg beim Mastersfinale und den Erfolgen gegen Federer und Nadal in Doha als aussichtsreicher Geheimfavorit, der von den Buchmachern höher gehandelt wird als die vor ihm in der Weltrangliste notierten Juan Martin Del Potro, Djokovic und Andy Murray.

Alle Augen auf die Belgierinnen

Bei den Damen steht neben Titelverteidigerin Serena Williams das Comeback der Belgierinnen im Mittelpunkt. US-Open-Championesse Kim Clijsters spielt nach ihrer Babypause erstmals seit 2007 wieder in Australien.

Justine Henin, Siegerin 2004, kehrte erst Anfang Januar in Brisbane nach einer anderthalbjährigen Pause wieder in den WTA-Zirkus zurück und erreichte dort sogleich das Endspiel, das sie gegen Clijsters verlor.

"Es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis ich wieder auf der Höhe meines Spiels bin", sagte die 27-Jährige, "aber ich habe in Brisbane gezeigt, dass ich Matches gewinnen kann."

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