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Rafael Nadal gewann bislang sechs Grand-Slam-Turniere, vier davon in Paris © getty

Das Knie zwingt Nadal im Viertelfinale von Melbourne zur Aufgabe. Auch Roddick ist raus. Henin setzt ihr tolles Comeback fort.

Melbourne - Nach dem dritten Spiel im dritten Satz nahm Rafael Nadal sein Handtuch, ging ans Netz und gratulierte Andy Murray zum Sieg.

Der Titelverteidiger bei den Australien Open in Melbourne musste im Viertelfinale aufgeben, bezwungen von einem großartigen Gegner und wieder einmal von seinem Körper. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse der Herren)

6:3, 7:6 (7:2), 3:0 führte der Brite, als es für Nadal wegen einer Verletzung am rechten Knie nicht mehr weiterging. "Ich hatte plötzlich Schmerzen, es war unmöglich für mich, das Match noch zu gewinnen", sagte Nadal.

Cilic wartet auf Murray

In der Vorschlussrunde trifft Murray auf Marin Cilic, der Andy Roddick (USA) mit 7:6 (7:4), 6:3, 3:6, 2:6, 6:3 bezwang. Der 21 Jahre alte Aufsteiger aus Kroatien erreichte zum ersten Mal in seiner Laufbahn die Vorschlussrunde eines Grand-Slam-Turniers.

Henin-Märchen geht weiter

Bei den Frauen setzte Justine Henin ihr wundersames Comeback erfolgreich fort. Die ehemalige Weltranglisten-Erste gewann im Viertelfinale mit 7:6 (7:3), 7:5 gegen die Russin Nadja Petrowa. 196926(DIASHOW: Bilder der 2. Woche)

Sie trifft in der Vorschlussrunde auf die Chinesin Zheng Jie, die Maria Kirilenko (Russland) mit 6:1, 6:3 ausschaltete.

Feuerwerk am Himmel und auf demCourt

Als das Feuerwerk zum Australia Day die Partie vor 15.000 Zuschauern in der Rod Laver Arena für zehn Minuten Mitte des zweiten Satzes unterbrach, hatten Nadal und Murray bereits seit über einer Stunde ein Tennisfeuerwerk abgebrannt.

Ein großartiges Spiel, in dem Murray im entscheidenden Moment seine Chancen besser nutzte. "Wir haben beide auf sehr hohem Niveau gespielt", sagte Nadal.

Schmerzen im Knie

Umso dramatischer das Ende. Im dritten Satz bei 1:1 und 15:15, mitten im Spiel also, nahm Nadal eine dreiminütige Behandlungspause. Schmerzen und Enttäuschung gleichermaßen waren ihm anzusehen, als der Physio an seinem Knie herumknetete.

"Es ist zum Ende des zweiten Satzes aufgetreten, ich habe einen falsche Bewegung gemacht", sagte der 23-jährige Spanier. Er versuchte es noch einmal, aber es ging nicht mehr und wäre auch sinnlos gewesen gegen einen Murray in dieser Form.

Makellose Bilanz

Keinen Satz hat der Schotte bislang im Turnier abgegeben. "Ich bin natürlich enttäuscht, dass wir das Match nicht zu Ende spielen konnten", sagte Murray, "aber ich denke, ich habe verdient geführt und hätte eine gute Chance gehabt, auch so zu gewinnen."

Nadal traut seinem Gegner sogar den ganz großen Wurf zu: `Andy hat eine gute Chance, das Turnier zu gewinnen, wenn er so weiterspielt."

Djokovic überholt Nadal

Nadal fällt in der Weltrangliste nun auf den dritten Platz hinter Roger Federer und den Serben Novak Djokovic zurück. Vor einem Jahr hatte er in Melbourne das Endspiel gegen Federer gewonnen und bei der Siegerehrung den Schweizer trösten müssen.

Die ganze Tenniswelt stand Nadal offen, wer oder was sollte ihn noch stoppen, da er schon Grand-Slam-Turniere auf Hartplatz gewann? Jetzt weiß man es: Seine Knie.

Drei Monate Pause

Bei den French Open im Mai verlor er im Achtelfinale und musste anschließend eine mehr als dreimonatige Zwangspause wegen Entzündungen in beiden Knien einlegen. Seitdem hat Nadal kein Turnier mehr gewonnen, das Selbstvertrauen ist nicht mehr so groß, die Spielpraxis fehlt.

Im Dezember hatte er sich dann auf Mallorca fit gemacht und präsentierte sich in Melbourne nun nahe der alten Glanzform. "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung bei diesem Turnier", sagte Nadal. Er hofft, dass er bald wieder zurückkehren kann: "Ich denke nicht, dass es etwas Schlimmes ist, aber das kann man nach einer halben Stunde nicht sagen."

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