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Die Verletzungsmisere von Rafael Nadal hält auch 2010 an © getty

Die Leidensgeschichte geht weiter. Nach seinem Viertelfinal-Aus in Melbourne verliert Nadal in der Weltrangliste weiter an Boden.

Von Ingo Weber

München - Noch vor einem Jahr stand Rafael Nadal die ganze Tenniswelt offen, als der Sandplatzspezialist Roger Federer im Finale der Australian Open 2009 auf Hartplatz bezwang.

Damals fragten sich alle Experten, wer oder was den Spanier vom Thron der Weltrangliste stürzen sollte.

Doch nach seinem Achtelfinal-Aus bei den French Open 2009 gegen Robin Söderling verurteilten ihn Entzündungen in beiden Knien zu einer mehr als dreimonatigen Zwangspause.

Nadal konnte danach bislang kein Turnier mehr gewinnen und fiel in der am Montag veröffentlichen Weltrangliste aus den Top drei.

Intensive Vorbereitung auf die neue Saison

Bereits 2008 hatte er seine Saison wegen einer Knieverletzung schon im Oktober beendet, um sich in Ruhe auf die neue Saison vorzubereiten.

Auch Anfang dieses Jahres schien er wieder seine alte Form zurückgefunden zu haben, nachdem er im Dezember ein intensives Training absolviert hatte.

"Meine Knie sind wieder bei hundert Prozent, ich habe wieder großes Selbstvertrauen", sagte Nadal vor dem Turnier in Melbourne.

Vom eigenen Körper bezwungen

Um so schlimmer ist für ihn der erneute Rückschlag: Im Viertelfinale gegen Andy Murray musste er nach 0:2-Satzrückstand im dritten Satz verletzt aufgeben, bezwungen von einem großartigen Gegner und wieder einmal von seinem Körper.

"Ich habe eine falsche Bewegung gemacht", erklärte Nadal. Er versuchte es noch einmal, aber es ging nicht mehr und wäre auch sinnlos gewesen gegen einen Murray in dieser Form.

Djokovic und Murray auf der Überholspur

Dass er Platz zwei in der Weltrangliste an Novak Djokovic verlieren wurde, stand bereits nach seiner Pleite gegen Murray fest. Nachdem Murray auch noch das Finale gegen Federer buchte, musste Nadal, aktuell bei 7670 Punkten, dem Schotten Platz drei überlassen.

Hinter Melbourne-Champion Federer (11350) folgen nun Djokovic (8310) und Murray (7800) auf den Plätzen zwei und drei.

"Das Ranking interessiert mich nicht", meint Nadal: "Für mich ist es wichtiger, mich auf dem Platz wohlzufühlen, und bei den Australian Open habe ich auf höchstem Niveau gespielt."

Trotzdem bleiben die Fragen nach der weiteren Belastbarkeit seines Körpers bestehen.

Aggressive Spielweise als Auslöser

Im Gegensatz zu Federer ist Nadal kein sonderlich eleganter Spieler. Er lebt von seiner Physis, deshalb sind Hartplätze nicht gerade förderlich für seinen Körper.

"Dieser Belag ist anstrengender als Gras oder roter Sand. Es ist unmöglich, mit meiner Aggression und meinem Rhythmus das ganze Jahr zu spielen", äußerte der Spanier vor zwei Jahren.

Fünfter French-Open-Titel als Ziel

Nun wurde ein Gewebeeinriss diagnostiziert, der zwei Wochen Ruhe erfordert.

"Mein Ziel ist, so schnell wie möglich wieder spielen zu können", teilte Nadal mit. Spätestens zu seinem Lieblingsturnier, den French Open in Paris, die am 23. Mai beginnen, will der Spanier wieder voll angreifen.

Mit seinem fünften Titel in Roland Garros will er zurück in die Top drei der Weltrangliste.

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