vergrößernverkleinern
Daniel Brands scheitert in Paris schon zum dritten Mal in Folge in Runde eins © getty

Der Deutsche steht ganz dicht vor der ersten großen Überraschung bei den French Open 2010 und erntet dafür stehende Ovationen.

Paris - Die beiden Hoffnungsträgerinnen Andrea Petkovic und Angelique Kerber sowie Qualifikant Tobias Kamke haben bei den French Open in Paris die zweite Runde erreicht.

Für die Schlagzeilen sorgte am ersten Turniertag aber ein Verlierer: Daniel Brands verpasste beim 6:4, 3:6, 2:6, 7:6 (7:2), 5:7-Fünfsatzkrimi gegen den an Position acht gesetzten Melbourne-Halbfinalisten Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) nur denkbar knapp die erste große Überraschung des Turniers.

Auch für Rainer Schüttler ist das Turnier bereits vorbei. (DIASHOW: 240878Die Bilder der French Open)

Applaus für Brands

"Am Ende war ich müde und deshalb oft zu spät am Ball. Aber das war alles der Wahnsinn, ich habe wieder viel dazugelernt", erklärte Brands.

Der Weltranglisten-89. zwang Tsonga auf dem Hauptcourt Philippe Chatrier mit platzierten Grundschlägen immer wieder in die Defensive.

Zudem brachte der 1,96-m-Hüne aus Deggendorf seinen hoch favorisierten Kontrahenten durch seine Aufschläge in Bedrängnis und machte viele Punkte am Netz. Das französische Publikum honorierte die starke Vorstellung des 22-jährigen Brands, der 2009 das Halbfinale des ATP-Turniers in München erreicht hatte, mit Applaus und stehenden Ovationen.

Petkovic nun gegen Kusnezowa

Nach einer emotionalen Berg- und Talfahrt hat Fed-Cup-Spielerin Andrea Petkovic ihre Auftakthürde genommen - und steht bereits vor der nächsten Herausforderung.

Nach dem 4:6, 6:1, 6:4 gegen Jelena Wesnina aus Russland trifft die Darmstädterin in der zweiten Runde auf Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa.

"Ich glaube, ich werde dort meine Chancen bekommen. Die muss ich aber auch nutzen. Es wird auf jeden Fall schwierig gegen Swetlana auf Sand", sagte Petkovic vor dem Duell mit der Weltranglisten-Sechsten aus Russland. (DATENCENTER: French Open - Damen)

Erneutes Erstrunden-Aus für Schüttler

Für Schüttler war die erste Runde indes erneut Endstation.

Der 34-Jährige aus Korbach unterlag Guillermo Garcia-Lopez aus Spanien mit 5:7, 4:6, 2:6 und kassierte in Roland Garros die sechste Erstrundenschlappe seit 2004.

Ans Aufhören will der frühere Weltranglisten-Fünfte aber noch nicht denken. "Ich habe noch Spaß, die Motivation ist noch da", meinte Schüttler, der in der Bestenliste nur noch auf Rang 75 steht (DATENCENTER: French Open - Herren).

Nervöser Beginn

Petkovic legte in Roland Garros einen Fehlstart hin und musste gegen Wesnina gleich ihr erstes Aufschlagspiel abgeben.

Auch in der Folge leistete sich die 22-Jährige viele leichte Fehler. Die in der Weltrangliste um drei Plätze schwächer eingestufte Wesnina, die den bis dato einzigen Vergleich 2006 in Berlin gewonnen hatte, agierte hingegen äußerst diszipliniert.

"Ich war am Anfang sehr nervös. Aber auch nach dem Verlust des ersten Satzes habe ich mich nicht verrückt gemacht", erklärte "Spätstarterin" Petkovic: "Ich kenne das ja von mir."

Vierter Matchball verwandelt

Erst im zweiten Durchgang konnte die Hessin mit ihren gewohnt platzierten Grundlinienschlägen punkten und gewann neun Spiele in Folge. Nach einer 5:1-Führung im dritten Satz zeigte Petkovic dann plötzlich Nerven - was zur Folge hatte, dass Wesnina auf 5:4 herankam.

"Da hatte ich die Hosen bis oben voll", meinte Petkovic, die sich jedoch auf ihren Aufschlag (12 Asse) verlassen konnte. Die Weltranglisten-41. verwandelte ihren vierten Matchball nach 1:59 Stunden und feierte den Zweitrundeneinzug mit der Becker-Faust.

"Mein Lieblingsturnier"

Beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres ruhen auf Petkovic nach den Absagen der verletzten Sabine Lisicki (Sprunggelenkblessur) und Anna-Lena Grönefeld (Ermüdungsbruch) die Hoffnungen.

"Petko" hatte zuletzt mit ihrem Achtelfinal-Einzug in Madrid und einer couragierten Vorstellung bei der Dreisatz-Niederlage gegen die Weltranglisten-Erste Serena Williams (USA) zuvor in Rom auf sich aufmerksam gemacht.

"Ich will endlich einmal bei einem Grand-Slam-Turnier über die zweite Runde hinauskommen. Die French Open sind ohnehin mein Lieblingsturnier", sagte die formstarke Petkovic.

Von den bisherigen zwei Vergleichen mit Kusnezowa hat sie einen gewonnen - 2009 in Tokio, allerdings auf Hartplatz. Die Russin hat Respekt vor der Deutschen: "Es wird kein leichtes Spiel. Ich muss mich auf meine Stärken konzentrieren", sagte Kusnezowa.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel