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Roger Federer ist bei den Frech Open auf der Jagd nach nach seinem 17. Grand-Slam-Titel © getty

Roger Federer ist noch lang nicht müde. Beim Auftakt der French Open zeigt sich der Schweizer ehrgeizig und ist nicht nur auf Titel-, sondern auch auf Rekordjagd.

Paris - Als schlechtes Omen für seine Mission Titelverteidigung wollte Roger Federer die ungewöhnliche Präsentation im Herzen von Paris nicht werten.

Ausgerechnet sein ärgster Rivale Rafael Nadal stellte bei einer Werbeveranstaltung im Rahmen der French Open seine neue Liebe vor: Eine 525.000 Dollar teure Uhr eines Schweizer Herstellers.

Den 20 Gramm leichten und auf 50 Stück limitierten Zeitmesser trägt der Weltranglisten-Zweite Nadal fortan auch auf dem Tenniscourt.

Weiter hungrig auf Siege

Eidgenosse Federer hofft, dass seine Stunde in Roland Garros auch ohne das Prunkstück aus der Heimat wieder schlagen wird.

"Niemand soll glauben, dass ich nachlasse in meinem Ehrgeiz. Mein Hunger auf Siege ist noch nicht gestillt", sagte der Grand-Slam-Rekordsieger (16 Titel). Für Nadal und Co. mag es wie eine Drohung in den Ohren klingen.

Federer in Topform

Nachdruck verlieh Federer seiner Ankündigung gleich zum Auftakt des berühmtesten Sandplatzturniers der Welt. 240878(DIASHOW: Die Bilder der French Open)

Der Branchenführer spazierte durch ein 6:4, 6:1, 6:2 gegen Peter Luczak (Australien) in die zweite Runde und verwöhnte die Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier mit einigen Zauberschlägen. (DATENCENTER: French Open - Herren)

Zurück zu alter Stärke

Federer scheint gerüstet für den zweiten Titel am Bois de Boulogne.

Zwar verlor die Nummer eins der Welt die Generalprobe in Madrid ausgerechnet gegen den viermaligen spanischen French-Open-Gewinner Nadal, doch Federer ist nach seiner Lungeninfektion im Februar und einer wochenlangen Zwangspause auf dem besten Weg zurück zu alter Stärke.

Nach Krankheit fitter als früher

"Ich habe die Krankheit am Anfang wohl etwas unterschätzt und zu schnell wieder begonnen. Aber jetzt fühle ich mich auskuriert und bin bereit, voll anzugreifen", sagte der 28-Jährige.

Überhaupt fühlt sich Federer dank der intensiven Betreuung von Physiotherapeuten insgesamt fitter als in früheren Zeiten. Er gebe sich "noch viele gute Jahre" auf der Tour, wenn er gesund bleibe.

Pete Sampras' Rekord winkt

Durch seinen Triumph bei den French Open 2009 hatte der "Fed-Express", der schon über 55,8 Millionen Dollar Preisgeld gewonnen hat, seine Grand-Slam-Sammlung komplett gemacht.

Sollte er in Paris zum 24. Mal nacheinander in ein Major-Halbfinale einziehen, würde Federer dem Amerikaner Pete Sampras den nächsten Rekord abluchsen.

In diesem Fall ginge der Schweizer am 14. Juni in seine insgesamt 287. Woche als Weltranglistenerster. Sampras hatte es einst auf 286 Wochen gebracht.

Prioritäten haben sich verschoben

Doch das Aufstellen von immer neuen Bestmarken ist nicht die Motivation von Federer.

Zumal sich nach der Geburt seiner Zwillingstöchter Charlene Riva und Myla Rose im Juli 2009 die Prioritäten ohnehin verschoben haben.

"Es gab bisher nur ein paar Tage seit der Geburt, an denen ich die Kinder nicht gesehen habe. Ich bin ein moderner Vater, der sich gerne um die beiden Mädchen kümmert", sagte der Schweizer: "Sie scheinen das Reisen wirklich gerne zu haben."

Federer, das Schweizer Uhrwerk

Federer, der zu Jahresbeginn bei den Australian Open in Melbourne seinen ersten Grand-Slam-Titel als Vater holte, will auch in Paris seine unglaubliche Konstanz unter Beweis stellen.

Der Branchenführer stand in 18 der letzten 19 Major-Finals. Der Vergleich mit einem Schweizer Uhrwerk lässt grüßen. Da kann trotz seines neuen teuren Zeitmessers am Handgelenk auch ein Rafael Nadal noch nicht mithalten.

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