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Philipp Kohlschreiber steht bei den French Open in der zweiten Runde © getty

Während der Augsburger in Paris souverän weiterkommt, fliegen Zverev und Becker schnell raus. Henin jubelt, Safina blamiert sich.

Paris - Am Tag der Rückkehr von "Grande Dame" Justine Henin nach Paris blieb den deutschen Männern nur die Statistenrolle.

Zumindest Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber ließ sich davon nicht beeindrucken und zog als siebter deutscher Tennisprofi in die zweite Runde der French Open ein.

Nach einer souveränen Vorstellung besiegte der letztjährige Achtelfinalist den Slowaken Karol Beck 7:6 (9:7), 6:1, 6:1.

Kohlschreiber zeigte nach seinen durchwachsenen Vorstellungen beim Arag World Team Cup in der vergangenen Woche in Düsseldorf ansteigende Form.

"Tiebreak war saueng"

"Ich spiele wieder mit mehr Selbstvertrauen. Der Tiebreak war saueng. Es war wichtig, dass ich ihn gewonnen habe", sagte Kohlschreiber, der in der nächsten Runde gegen Andreas Seppi (Italien) Favorit ist. (DATENCENTER: French Open - Herren)

Am Dienstag hatte darüber hinaus noch Simon Greul die Chance, die zweite Runde zu erreichen.

Mischa Zverev und Benjamin Becker schieden dagegen nach Dreisatz-Niederlagen aus.

Zverev lüftet Geheimnis

Der 22-jährige Zverev unterlag dem Franzosen Nicolas Mahut 1:6, 2:6, 4:6 und lüftete danach ein Geheimnis.

"Ich habe mir bei einem Sturz beim Turnier in München Anfang Mai zwei Rippen gebrochen. Ich konnte zuletzt drei Wochen nicht trainieren, Schmerzen hatte ich aber nicht", sagte der Linkshänder.

Davis-Cup-Spieler Becker muss nach dem 5:7, 5:7, 3:6 gegen Denis Istomin (Usbekistan) weiter auf seinen ersten Erfolg in Roland Garros warten.

Greul muss nachsitzen

Das Auftaktmatch von Simon Greul gegen Xavier Malisse (Belgien) ist wegen Regens beim Stand von 4:6, 6:7 (7:9), 1:1 und 40:40 abgebrochen worden.

Das Spiel des Stuttgarters wird am Mittwoch fortgesetzt.

Der Weltranglisten-64. Greul war bei seinen bisherigen beiden Teilnahmen in Roland Garros jeweils in der ersten Runde gescheitert.

Reister und Kamke überraschen

Bislang hatten von 17 gestarteten deutschen Tennisprofis sieben ihre Auftakthürden gemeistert - darunter völlig überraschend die beiden Qualifikanten Julian Reister und Tobias Kamke.

Im Blickpunkt stand aber die frühere Weltranglistenerste Henin: Die Belgierin startete drei Jahre nach ihrem bis dato letzten Auftritt am Bois de Bolognen erfolgreich die Mission Titelgewinn - und war danach den Tränen nahe.

"Ich bin so glücklich, zurück zu sein. Das ist mein Turnier. Ich hätte doch nie gedacht, dass ich noch einmal hier spielen werde", sagte Henin nach dem 6:4, 6:3 gegen Zweta Pironkowa (Bulgarien).

Henin war nervös

Nach ihrem 22. Sieg in Folge beim berühmtesten Sandplatzturnier der Welt warf Henin eine Kusshand ins Publikum und gab danach ungewohnte Einblicke in ihre Seelenleben. (DATENCENTER: French Open - Damen)

"Ich war beim Einlaufen auf den Center Court schon sehr nervös. Ich wusste nicht, wie ich mit meinen Emotionen umgehen soll", berichtete die siebenmalige Grand-Slam-Gewinnerin.

Henin hatte die French Open von 2005 bis 2007 gewonnen, ehe sie im Mai 2008 als amtierende Nummer eins dem Profileben von einem auf den anderen Tag adieu gesagt hatte.

"Die Flamme hat sich wieder entzündet"

Nach 18-monatiger Pause und Reisen in den Kongo und nach Kambodscha hatte UNICEF-Botschafterin Henin Anfang des Jahres ihr Comeback im Tennis-Zirkus gegeben.

Und was für eins. Bei den Australian Open im Januar in Melbourne unterlag Henin erst im Finale Serena Williams (USA).

"Die Flamme hat sich wieder entzündet", meinte die Hobby-Schauspielerin: "Ich bin insgesamt glücklicher als früher." Henins großer Traum ist ein Sieg in Wimbledon - der fehlt ihr noch.

Rittner glaubt an Petkovic

Auf die noch verbliebene deutsche Frauen-Troika warten indes am Mittwoch wahre Herkulesaufgaben.

Andrea Petkovic trifft auf die russische Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa. Julia Görges bekommt es mit der Weltranglistenersten Serena Williams (USA) zu tun, Angelique Kerber mit der französischen Geheimfavoritin Aravane Rezai.

Die Hoffnungen ruhen auf der deutschen Nummer eins Petkovic. "Andrea hat sehr gute Chancen auf einen Sieg", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner.

Safina scheitert

Die Kumpels Reister und Kamke wollen indes weitere Überraschungscoups landen. (DIASHOW: 240878Die Bilder der French Open)

Der Weltranglisten-165. Reister spielt gegen Olivier Rochus (Belgien) und könnte im Fall eines Erfolg auf Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) treffen. "Das wäre ein Traum", sagte Reister.

Eine bittere Erstrundenpleite kassierte die letztjährige Finalistin Dinara Safina (Russland).

Nadal ganz locker

Die ehemalige Weltranglistenerste verlor gegen die bereits 39-jährige Kimiko Date Krumm (Japan) 6:3, 4:6, 5:7.

Der viermalige French-Open-Gewinner Rafael Nadal (Spanien) gab sich beim 6:2, 6:2, 6:2 gegen den Franzosen Gianni Mina keine Blöße.

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