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Julian Reister belegt in der Weltrangliste Platz 165 © getty

Tag vier bei den French Open: Greul verliert die Hängepartie gegen Malisse. Qualifikant Reister macht es gegen Rochus besser.

Paris - Qualifikant Julian Reister gewann die Regenlotterie, Andrea Petkovic verlor die Nerven: Das deutsche Tennisduo hat bei den French Open in Paris für Schlagzeilen gesorgt.

Außenseiter Reister fordert nach seinem überraschenden Drittrundeneinzug in Roland Garros nun Titelverteidiger Roger Federer, während Hoffnungsträgerin Petkovic nach vier vergebenen Matchbällen die Koffer packen muss.

Die Fed-Cup-Spielerin aus Darmstadt flüchtete nach ihrer 6:4, 5:7, 4:6-Niederlage gegen Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa (Russland) den Tränen nahe aus der Stierkampfarena (DATENCENTER: French Open - Damen).

Petkovic scheitert

Beim Stand von 5:4 im zweiten Satz hatte Petkovic drei Matchbälle in Folge, scheiterte aber nach 2:12 Stunden an ihren Nerven.

Nach dem ersten Satz hatte die Partie wegen Regens für anderthalb Stunden unterbrochen werden müssen.

Reister indes ließ sich beim 6:2, 6:2, 7:6 (7:5) gegen Olivier Rochus (Belgien) auch von drei Regenpausen nicht irritieren und freut sich auf das Duell mit Federer.

Reister mit Becker-Faust

"Das ist ein Traum", sagte der Weltranglisten-165 (DATENCENTER: French Open - Herren).

Reister verwandelte nach 2:13 Stunden seinen zweiten Matchball und zeigte freudestrahlend die Becker-Faust.

Bereits in der Runde zuvor hatte der 24-Jährige beim Dreisatzerfolg gegen den gesetzten Feliciano Lopez (Spanien) überrascht.

"Das ist alles unglaublich"

Noch nie zuvor hatte Reister die Hauptrunde eines Grand-Slam-Turniers erreicht.

Nervosität war Reister trotzdem zu keiner Zeit anzumerken (DIASHOW: 240878Die Bilder der French Open).

"Ich genieße, das ist alles unglaublich. Und so fühle ich mich auch", sagte der Rechtshänder, dem durch seinen Sprung in die Runde der letzten 32 bereits 42.000 Euro Preisgeld sicher sind.

Jetzt gegen Federer

Das ist mehr als das Doppelte von dem, was Reister seit Jahresbeginn verdient hat.

Im Duell mit dem Weltranglistenersten Federer ist der Blondschopf allerdings krasser Außenseiter.

Trotzdem hat Reister sein Hotelzimmer noch nicht gekündigt. Sein Kumpel Tobias Kamke indes bekam eine Lehrstunde in Sachen Sandplatztennis erteilt.

"Das hat eine Riesenlust auf mehr gemacht"

Der Qualifikant aus Lübeck verlor gegen den an Position 29 gesetzten Albert Montanes (Spanien) klar mit 3:6, 2:6, 1:6.

"Das hat eine Riesenlust auf mehr gemacht. Im Moment fühle ich mich noch nicht so gut, aber bald überwiegt die Freude", sagte Kamke nach seinem bisher größten Erfolg.

Der Weltranglisten-157. hatte erst zum zweiten Mal in seiner Karriere das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers erreicht.

Kerber und Greul raus

Auch der Stuttgarter Andreas Beck (1:6, 4:6, 4:6 gegen Stanislas Wawrinka/Schweiz) und die Kielerin Angelique Kerber (2:6, 6:2, 3:6 gegen Aravane Rezai/Frankreich) schieden aus und sorgten für eine enttäuschende deutsche Zwischenbilanz.

Simon Greul scheiterte nach einer Hängepartie über zwei Tage in der ersten Runde. Der Stuttgarter verlor 4:6, 6:7 (7:9), 4:6 gegen Xavier Malisse (Belgien).

Das Match war am Dienstabend wegen Regens beim Stand von 1:1 im dritten Satz abgebrochen worden. Am Mittwoch stand Greul dann nur noch knapp eine halbe Stunde auf dem Court.

Federer ohne Probleme

Keine Blöße gab sich der nächste Reister-Gegner Federer, der beim 7:6 (7:4), 6:2, 6:4 gegen den Kolumbianer Alejandro Falla nur am Anfang Probleme hatte.

Auch die an zwei gesetzte Venus Williams (USA) zog durch ein 6:2, 6:4 gegen die Spanierin Arantxa Parra Santonja in die Runde der letzten 32 ein.

Eine besondere Herausforderung wartet am Donnerstag auf Julia Görges. Die 21-Jährige aus Bad Oldesloe fordert die Branchenführerin Serena Williams (USA) heraus.

"Das heißt nicht, dass das Turnier für mich vorbei ist", erklärte die Fed-Cup-Spielerin selbstbewusst.

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