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Roger Federer gewann in seiner Karriere bislang 16 Grand-Slam-Titel © getty

In einer Neuauflage des Vorjahresfinals unterliegt der Schweizer Söderling. Bei den Frauen schreibt eine Italienerin Geschichte.

Paris - Titelverteidiger Roger Federer ist im nassen Sand von Paris böse ausgerutscht und hat erstmals seit sechs Jahren das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers verpasst.

Der Schweizer scheiterte im Viertelfinale der French Open überraschend mit 6:3, 3: 6, 5:7, 4:6 am Vorjahresfinalisten Robin Söderling. (DATENCENTER: French Open - Herren)

Das Aus könnte Federer die Weltranglisten-Führung kosten, falls sein Dauerrivale Rafael Nadal am Sonntag in Roland Garros gewinnt.

"Ich bin natürlich enttäuscht, aber ich habe auch nicht gut gespielt. Die Wetterbedingungen waren schwierig. Am meisten trifft es mich, dass ich meinen Titel nicht verteidigen kann", sagte Federer.

Grand-Slam-Rekordsieger Federer hatte dem Schweden in den entscheidenden Phasen nichts entgegenzusetzen und schlich nach der ersten Niederlage gegen Söderling im 13. Duell mit hängendem Kopf vom Court Philippe Chatrier.

Berdych wartet im Halbfinale

Die Entscheidung fiel im vierten Satz, als dem cool aufspielenden Weltranglisten-Siebten Söderling das Break zum 5:4 gelang.

Nach 2:30 Stunden verwandelte der 25-Jährige seinen ersten Matchball und feierte seinen Triumph mit der Becker-Faust.

Im Halbfinale trifft Söderling am Freitag auf Tomas Berdych (Tschechien), der den Russen Michail Juschni mit 6:3, 6:1, 6:2 bezwang.

Federer hatte bei den vorherigen 23 Major-Turnieren in Folge jeweils mindestens das Semifinale erreicht und damit wohl einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt.

Zuletzt hatte der 28-Jährige im Mai 2004 in Roland Garros ein Major-Semifinale verpasst.

Federer vergibt Satzball

Federer hatte gegen Söderling beim Stand von 5:4 im dritten Durchgang einen Satzball nicht nutzen können.

Nach einer kurz darauf folgenden 75-minütigen Regenpause kam der Schwede besser aus den Startlöchern und beendete den Satz mit einem Ass.

Der Schweizer fand auch in der Folge nur selten ein Mittel gegen die starken Aufschläge des 1,93 m großen Söderling.

Damit wurde vorerst auch die Rekordjagd von Federer gestoppt. Hätte der Melbourne-Sieger das Halbfinale von Paris erreicht, wäre er am 7. Juni definitiv in seine 286. Woche als Weltranglistenerster gegangen und hätte damit den Rekord von Pete Sampras (USA) zunächst egalisiert.

Schiavone schreibt Geschichte

Federers Viertelfinal-Aus stellte auch Francesca Schiavones Sprung in die Geschichtsbücher in den Schatten: Die 29-jährige Mailänderin ist durch ihren Halbfinal-Einzug die erste Italienerin, die den Sprung in die Runde der letzten vier bei einem Grand-Slam-Turnier schaffte.

Mit einer beeindruckenden Gala entzauberte die an Nummer 17 gesetzte Schiavone die Weltranglisten-Dritte Caroline Wozniacki (Dänemark) beim 6:2, 6:3 nach allen Regeln der Kunst. In ihrer Box feierte der Anhang die historische Tat von Schiavone ausgelassen und schwenkte stolz die italienische Flagge (DATENCENTER: French Open - Damen).

Nun gegen Dementjewa

In der Vorschlussrunde trifft das nur 1,66 Meter kleine Energiebündel auf Jelena Dementjewa, die in einem rein russischen Duell Nadia Petrowa mit 2:6, 6:2, 6:0 besiegte.

Vor neun Jahren war Schiavone im Viertelfinale von Roland Garros gescheitert. Im zwölften Profijahr gelang der zweimaligen Fed-Cup-Siegerin jetzt ihr bislang größter Erfolg.

Dagegen platzte für US-Open-Finalistin Wozniacki der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel wie eine Seifenblase. 240878(DIASHOW: Die Bilder der French Open)

Die 19-Jährige, die jüngst von Platz zwei auf drei der Weltrangliste abrutschte, hatte im September 2009 das Endspiel der US Open in New York gegen Kim Clijsters (Belgien) verloren.

Außenseiterin fordert Jankovic

In den beiden anderen Viertelfinals stehen sich am Mittwoch beim berühmtesten Sandplatzturnier der Welt die topgesetzte Serena Williams (USA) und Samantha Stosur (Australien) sowie Jelena Jankovic (Serbien) und Jaroslawa Schwedowa (Kasachstan) gegenüber.

Kas steht im Halbfinale

Ein kleiner Lichtblick aus deutscher Sicht: Christopher Kas erreichte an der Seite von Vania King (USA) das Halbfinale im Mixed-Wettbewerb.

Das Duo setzte sich gegen Marcin Matkowski/Tathiana Garbin (Polen/Italien) mit 6:4, 3:6 und 10:7 im Match-Tiebreak durch.

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