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Jürgen Melzer kam zuvor noch nie über die dritte Runde bei einm Grand-Slam-Turnier hinaus © getty

Melzer ringt Djokovic in fünf Sätzen nieder, die Australierin setzt Williams' French-Open-Fluch fort. Nadal macht kurzen Prozess.

Paris - Das Favoritensterben im Sandkasten von Paris geht weiter:

Einen Tag nach Titelverteidiger Roger Federer schieden bei den French Open überraschend auch die topgesetzte Serena Williams und der Weltranglistendritte Novak Djokovic im Viertelfinale aus.

Dafür versetzte Außenseiter Jürgen Melzer mit dem Halbfinal-Einzug ganz Österreich in einen Jubelrausch. (DATENCENTER: French Open - Herren)

Der 29-jährige aus Wien besiegte den Serben Djokovic völlig überraschend mit 3:6, 2:6, 6:2, 7:6 (7:3), 6:4 und trifft am Freitag auf Rafael Nadal (Spanien).

"Historischer Moment für mich"

"Das ist ein historischer Moment für mich. Ich war gegen Novak zwei Sätze und ein Break hinten, aber ich habe zu mir gesagt, warum aufgeben?", sagte Melzer.

Von den Großen hatte zumindest Sandplatzkönig Nadal kühlen Kopf bewahrt und ist nur noch zwei Siege von der Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste entfernt.

Einen Tag vor seinem 24. Geburtstag bezwang der viermalige Turniersieger seinen Landsmann Nicolas Almagro 7:6 (7:2), 7:6 (7:3), 6:4. 240878(DIASHOW: Die Bilder der French Open)

Serena Williams konnte den Fluch von Roland Garros indes nicht besiegen und verlor trotz eines Matchballs im dritten Satz mit 2:6, 7:6 (7:2), 6:8 gegen Samantha Stosur (Australien). Seit 2002 wartet die 28-jährige Williams auf einen Triumph an der Seine.

Melzer dreht 0:2-Satzrückstand

"Ich habe so viele Fehler gemacht und konnte nicht annährend mein Niveau erreichen", klagte sie.

Für eine weitere Überraschung sorgte Kämpfernatur Melzer.

Der an Position 22 gesetzte Linkshänderist der erste Österreicher seit Thomas Muster im Jahr 1995, der in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers einzog. Melzer hatte zuvor bei elf Versuchen noch nie die dritte Runde eines Major-Turniers überstanden.

Ungeachtet eines 0:2-Satzrückstandes verwandelte Melzer seinen dritten Matchball nach 4:15 Stunden und feierte den größten Erfolg seiner Karriere.

Stosur nun Topfavoritin

Serena Williams dagegen verließ mit gesenktem Kopf den Court Philippe Chatrier. Die französische Asche ist weiterhin kein gutes Pflaster für die Weltranglistenerste. (DATENCENTER: French Open - Damen)

Bei allen anderen Majors konnte die zwölfmalige Grand-Slam-Siegerin bislang mindestens dreimal triumphieren - allein fünfmal bei den Australian Open in Melbourne.

Stosur verbesserte durch den zweiten Halbfinal-Einzug in Paris in Folge ihre Sandplatz-Quote in dieser Saison auf beeindruckende 18:2 Erfolge - und gilt nun als Topfavoritin auf den Titel.

"Es ist sehr aufregend und etwas Besonderes, die Nummer eins zu schlagen. Aber mein Weg hier ist noch nicht zu Ende", sagte die 26-Jährige, die am Donnerstag auf Jelena Jankovic trifft.

Nadal: Achtelfinal-Aus im Vorjahr

Die Serbin bezwang Jaroslawa Schwedowa aus Kasachstan mit 7:5, 6:4. Im zweiten Halbfinale stehen sich Jelena Dementjewa (Russland) und Francesca Schiavone (Italien) gegenüber.

Nadal baute seine beeindruckende Roland-Garros-Bilanz durch den neuerlichen Halbfinaleinzug auf 36:1 Siege aus.

Vor einem Jahr war der Linkshänder nach zuvor vier Titelgewinnen in Serie fast sensationell schon im Achtelfinale an Robin Söderling (Schweden) gescheitert.

Söderling hatte am Dienstag überraschend den topgesetzten Titelverteidiger Roger Federer aus der Schweiz ausgeschaltet (3:6, 6:3, 7:5, 6:4).

Nadal am Sonntag wieder die Nummer 1?

Sollte Nadal am Sonntag das Endspiel gewinnen, würde er Grand-Slam-Rekordsieger Federer am kommenden Montag wieder von der Topposition der Weltrangliste verdrängen. Nadal hat seit 2004 nur insgesamt sieben Niederlagen auf Sand hinnehmen müssen.

Auf seinem Lieblingsbelag gewann "Rafa" im gleichen Zeitraum 28 Titel.

Zeckenbiss sorgt für Aufstieg

Am Aufstieg von Stosur indes, die mit ihrer Surfer-Sonnenbrille und der Baseballcap an eine Beachvolleyballerin erinnert, hat ausgerechnet ein Zeckenbiss von 2007 erheblichen Anteil.

Denn erst nach der folgenden sechsmonatigen Zwangspause wurde aus der Doppel-Spezialistin Stosur (Grand-Slam-Titel bei den French Open 2006 und den US Open 2005) die erfolgreiche "Einzelgängerin" Sam.

"Während meiner Krankheit hat mir das Tennis sehr gefehlt. Ich hatte aber auch Zeit nachzudenken und wollte fortan lieber im Einzel voll angreifen", berichtete Stosur, die im Achtelfinale Justine Henin (Belgien) ausgeschaltet hatte.

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