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Francesca Schiavone gewann bislang drei WTA-Turniere, zwei davon auf Sand © getty

Die Nummer 17 der Setzliste zieht ins Finale von Paris ein, da Dementjewa vor Schmerzen kapituliert. Stosur ledert Jankovic ab.

Paris - Zwei Außenseiterinnen haben den Debütantinnen-Ball im Finale der French Open perfekt gemacht und träumen vom großen Coup in Roland Garros.

Nach dem Favoritensterben nutzten Francesca Schiavone (Italien) und Samantha Stosur (Australien) die Gunst der Stunde und stehen erstmals in ihrer Karriere in einem Grand-Slam-Endspiel.

Spätzünderin Schiavone, die als erste Italienerin überhaupt ein Major-Finale erreichte, küsste nach ihrem Abbruchsieg leidenschaftlich den roten Sand. 240878(DIASHOW: Die Bilder der French Open)

"Das schmeckt wirklich sehr gut, ich bin einfach glücklich", sagte die 29-Jährige, die beim Stand von 7:6 (7:3) von der verletzungsbedingten Aufgabe ihrer russischen Konkurrentin Jelena Dementjewas profitierte.

Verletzung aus der zweiten Runde

Die an Nummer fünf gesetzte Olympiasiegerin konnte nach dem Satzgewinn Schiavones wegen einer Wadenzerrung im linken Bein nicht weiterspielen.

"Die Schmerzen waren zu stark. Ich hätte es nicht länger durchgehalten. Ich konnte kaum normal laufen. Ich habe mir die Verletzung in meinem Zweitrundenspiel zugezogen", sagte Dementjewa, die bereits ihr 46. Grand-Slam-Turnier bestritt, aber trotz dreier Finalteilnahmen noch nie eines gewann.

Die 26-jährige Stosur baute ihre diesjährige Sandplatzbilanz durch das 6:1, 6:2 gegen die an drei gesetzte Jelena Jankovic (Serbien) auf imposante 20:2 Siege aus und ist am Samstag (15.00 Uhr) im Finale die Favoritin. (DATENCENTER: French Open - Damen)

Williams und Henin ausgeschaltet

"Ich bin bereit dafür. Es ist für uns beide das erste Endspiel, es wird sicher spannend", erklärte Stosur, die die topgesetzte Serena Williams (USA) im Viertel- sowie Justine Henin (Belgien) im Achtelfinale ausgeschaltet hatte. (Melzer schockt den "Joker", Stosur erledigt Serena)

Damit geht die wundersame Geschichte der einst weltbesten Doppelspielerin weiter, die mit Surfer-Sonnenbrille und Baseballcap eher wie eine Beachvolleyballerin aussieht.

Für Schiavone indes kam die Aufgabe von Dementjewa nach 69 Minuten überraschend. "Ich wusste schon vorher, dass sie irgend etwas hat, aber sie hat gut gespielt. Ich war dann aber die konstantere", sagte die Italienerin, die ihr Glück kaum fassen konnte.

"Brava Francesca"-Sprechchöre

Immer wieder schüttelte sie ungläubig den Kopf. In ihrer mit einem Dutzend Familienmitgliedern und Freunden gefüllten Box wurde euphorisch die italienische Flagge geschenkt. "Brava Francesca"-Sprechchöre waren zu hören.

Durch ihren ersten Finaleinzug bei einem Major-Turnier verbessert sich die zweimalige Fed-Cup-Gewinnerin, die zuvor dreimal im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers gescheitert war, in der Weltrangliste auf Platz sieben - und steht mit 29 Jahren erstmals in der Top 10.

Damit ist sie die älteste Spielerin seit zwölf Jahren, die in die Phalanx der besten zehn Spielerinnen einbricht. Am 23. Juni feiert die Mailänderin ihren 30. Geburtstag.

Schiavone variiert glänzend

Wie bereits bei ihrem Viertelfinal-Erfolg gegen die an drei gesetzte Dänin Caroline Wozniacki variierte Schiavone glänzend und brachte die favorisierte Dementjewa immer wieder in Bedrängnis.

Nervenstark verwandelte das 1,66 m kleine Energiebündel seinen zweiten Satzball. Danach flüchtete die Russin unter Tränen vom Court.

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