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Rafael Nadal übernimmt nach Paris die Führung in der ATP-Weltrangliste © getty

Rafael Nadal nimmt im Finale von Paris eindrucksvoll Revanche für die bittere Niederlage im Vorjahr gegen Robin Söderling.

Paris - Sandplatzkönig Rafael Nadal ist im Eiltempo zu seinem fünften French-Open-Titel und zurück auf den Tennis-Thron gestürmt.

Vor den Augen von Spaniens Monarchin Sofia besiegte der Linkshänder im Finale von Paris Robin Söderling (Schweden/Nr. 5) in 2:18 Stunden mit 6:4, 6:2, 6:4 und weinte nach seinem siebten Grand-Slam-Erfolg hemmunglos 240878(DIASHOW: Die Bilder der French Open).

Sofia "tröstete" den 24-Jährigen mit einem Kuss auf die Wange. "Ich danke der Königin für ihre Unterstützung", sagte "Rafa": "Ich fühle mich hier wie zu Hause und werde nächstes Jahr wiederkommen."

Zunächst ließ sich Nadal nach seiner 138-minütigen Gala rücklings auf die heilige Asche von Roland Garros fallen, dann konnte er die Tränen nicht mehr zurückhalten und nahm sichtlich bewegt den Coupe des Mousquetaires entgegen.

Nadal verdrängt Federer

Durch seinen 22. Matcherfolg in Serie löst Nadal, der in Paris ohne Satzverlust blieb, den Schweizer Roger Federer am Montag an der Spitze der Weltrangliste ab.

Nadal kassierte für seinen ersten Grand-Slam-Titel nach 16-monatiger Durststrecke ein Preisgeld in Höhe von 1,12 Millionen Euro. Der 25-jährige Söderling, der bereits im vergangenen Jahr das Finale verloren hatte, bekam als "Trostpreis" 560.000 Euro.

Von Beginn an da

Drei Tage nach seinem 24. Geburtstag war Nadal von Beginn an der dominantere Spieler. Nach 55 Minuten und einem Break nutzte der Favorit vor 15.166 Zuschauern gleich seinen ersten Satzball.

Auch in der Folge konnte Aufschlagriese Söderling seine stärkste Waffe nur selten einsetzen und musste sein Service im zweiten Durchgang gleich zweimal abgeben.

Selbst von einer mehrminütigen Unterbrechungspause, in der ein auf der Tribüne zusammengebrochener Mann behandelt werden musste, ließ sich Nadal nicht mehr vom Erfolgsweg abbringen. Publikumsliebling zeigte zeitweise Sandplatz-Tennis in Perfektion.

Hauptsache verletzungsfrei

Nadal, der an der Seine bereits von 2005 bis 2008 gewann, hatte die Führung in der Weltrangliste am 6. Juli 2009 an Federer abgeben müssen.

"Es war aber nie mein primäres Ziel, wieder die Nummer eins zu werden. Das Wichtigste für mich ist, dass ich verletzungsfrei bin und bleibe. Das macht mich glücklich", erklärte der Topspin-Spezialist, der in der Vergangenheit immer wieder wegen seiner Knieprobleme pausieren musste.

Nur Borg erfolgreicher in Paris

Für Nadal ist der Pariser Coup der erste Grand-Slam-Turniersieg seit Januar 2009. Damals hatte der Mallorquiner bei den Australian Open in Melbourne ganz oben auf dem Major-Treppchen gestanden.

Mit einer Bilanz von 38:4 Siegen ist "Rafa" bislang der erfolgreichste Spieler des Jahres (DATENCENTER: French Open - Herren).

Bei den French Open hatte bislang nur Björn Borg öfter als Nadal triumphiert. Der Schwede gewann am Bois de Boulogne insgesamt sechs Titel (1978 bis 1981 sowie 1974 und 1975).

Masters-Rekordsieger mit 18 Titeln

Auch bei den Australian Open 2010 hatte der Körper Nadal einen Strich durch die Rechnung gemacht: Aufgabe gegen den Briten Andy Murray im Viertelfinale wegen einer Verletzung am rechten Knie. Der in Melbourne als Titelverteidiger angetretene Iberer fiel zeitweise sogar bis auf Platz vier der Weltrangliste zurück.

Doch nach Wochen voller Zweifel meldete sich Nadal in diesem Frühjahr eindrucksvoll zurück.

Vor seinem Lieblingsturnier in Paris gewann er die 1000er-Veranstaltungen in Madrid, Rom sowie Monte Carlo und krönte sich mit mittlerweile 18 Titeln zum Masters-Rekordsieger. Nadal: "Ich spiele wirklich meine bisher beste Sandplatzsaison."

Borg glaubt an Söderling

Söderling muss indes weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Erfolg warten. Im vergangenen Jahr hatte der "Favoriten-Killer" aus Schweden Nadal ("Damals habe ich geheult wie ein Tier") im Achtelfinale die erste Niederlage in Paris nach zuvor 31:0 Siegen zugefügt, war dann aber im Endspiel an Federer gescheitert.

Diesmal schickte Söderling den Titelverteidiger aus der Schweiz im Viertelfinale nach Hause. Borg traut seinem Landsmann trotz der Finalniederlage noch Großes zu. "Robin wird einmal die Nummer eins. Und das früher, als so mancher vielleicht glaubt", sagte der Altmeister.

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