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Rafael Nadal fehlt bei den vier Grand Slams nur noch der Sieg bei den US Open © getty

Rafael Nadal feiert mit seinem French-Open-Sieg ein triumphales Comeback. Wilander spricht vom "besten Nadal aller Zeiten".

Paris - Garten-Party im Queens-Club statt Pool-Sause auf Mallorca (DATENCENTER: Die Ergebnisse von Queens):

Selbst der Verzicht auf ein rauschendes Fest in der Heimat konnte French-Open-Gewinner Rafael Nadal nach seinem triumphalen Sieg über den eigenen Körper und erste Selbstzweifel nicht die Laune verderben.

"Im Sommer habe ich noch genug Zeit zum Feiern. Jetzt freue ich mich auf meinen Start beim Rasenturnier in Queens. Am Dienstag werde ich wohl im Doppel antreten und am Mittwoch im Einzel", sagte Nadal nach dem 6:4, 6:2, 6:4 im Finale von Paris gegen Robin Söderling (Schweden) voller Vorfreude 240878(DIASHOW: Die Bilder der French Open).

Vorbereitung auf Wimbledon

Bereits am Montag stieg "Rafa" ins Flugzeug Richtung England und wollte so schnell wie möglich im gartenähnlichen Club in London sein erstes Training absolvieren.

Das Turnier in Queens dient der Vorbereitung auf Wimbledon (ab 21. Juni).

Einfach unglaublich

Was der Spanier nach seinem Sturm zum fünften Roland-Garros-Titel und zurück auf den Tennis-Thron an der Seine zurückließ, waren staunende Experten (DATENCENTER: French Open - Herren).

"Dieser Kerl ist schon unglaublich. Man denkt, Nadal rutscht im Ranking ab, sein Körper spielt nicht mehr mit. Und dann ist er wieder in voller Pracht da", meinte Ikone John McEnroe über den Weltranglistenersten, der Roger Federer (Schweiz) am Montag an der Spitze ablöste.

Der dreimalige French-Open-Sieger Mats Wilander sah sogar "den besten Nadal aller Zeiten".

Nadal hatte Zweifel

Auch Nadal selbst hatte seine "Wiederauferstehung" nach einem Seuchenjahr 2009 tief bewegt.

"Das war einer der wichtigsten Siege meiner Karriere, eine persönliche Befriedigung. Ich habe schwierige Zeiten voller Frust hinter mir. Es war mein größtes Ziel, nach all den Rückschlägen genau so wiederzukommen", sagte der Linkshänder und räumte ein: "Natürlich hatte ich Zweifel, ob das auch klappt."

Erlösung nach 16 Monaten

Über 16 Monate hatte er auf seinen siebten Grand-Slam-Erfolg warten müssen, dann kam die Erlösung.

"Allein auf der Welt", titelte die "L'Equipe" nach dem "Rafa"-Coup von Roland Garros, während El Mundo Deportivo schrieb: "Der große Nadal ist wieder da. Die Rückkehr des Königs."

Leidenszeit beginnt in Paris

Nadals Leidensweg hatte vor einem Jahr ausgerechnet in Paris begonnen.

Nach 31 Matchgewinnen und vier Turniererfolgen in Serie am Bois de Boulogne hatte Nadal gegen Söderling im Achtelfinale sensationell verloren - und anschließend "geheult wie ein Tier".

Lange Zwangspausen

Bereits zu dieser Zeit plagten den so kraftraubend agierenden Mallorquiner Schmerzen in beiden Knien. Es folgten die Wimbledon-Absage 2009 ("Eine der härtesten Entscheidungen meiner Karriere") und eine rund zweimonatige Zwangspause.

"In dieser Zeit habe ich mehr auf der Couch gelegen als in den vorherigen fünf Jahren zusammen", berichtete Nadal, den nach seinem Comeback gleich wieder eine hartnäckige Bauchmuskelzerrung zurückwarf.

Auf Platz vier abgerutscht

Auch bei den Australian Open im Januar machte ihm sein Körper einen Strich durch die Rechnung: Aufgabe gegen den Briten Andy Murray im Viertelfinale wegen einer Verletzung am rechten Knie.

Der in Melbourne als Titelverteidiger angetretene Nadal fiel zeitweise sogar bis auf Platz vier der Weltrangliste zurück (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste).

Doch der "Stier aus Manacor" kämpfte sich zurück. "Es ist schon gigantisch, Rafa steht immer wieder auf", meinte sein Trainer und Onkel Toni Nadal anerkennend.

Söderling glaubt an Nadal

Für Rafael Nadal ist vor diesem Hintergrund auch die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste nur zweitrangig.

"Es war nie mein primäres Ziel, wieder die Nummer eins zu werden. Das Wichtigste für mich ist, dass ich verletzungsfrei bin und bleibe", betonte der 24-Jährige, der nach seinem Sieg hemmungslos geweint hatte und mit einem Kuss von Spaniens Königin Sofia "getröstet" wurde.

Sein Finalgegner Södering traut Nadal eine souveräne Regentschaft als Branchenführer zu. "Er hat die Chance, dort lange zu bleiben", sagte der Schwede.

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