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Nicolas Kiefer belegt derzeit nur noch Rang 178 der Weltrangliste © getty

Während Kiefers Zukunft nach der Niederlage gegen Ferrer unsicher scheint, überrascht Qualifikant Kamke. Petkovic scheitert.

London - Voller Frust beim Oldtimer, voll überbordende Freude beim Newcomer:

Nicolas Kiefer und Tobias Kamke boten am zweiten Tag der 124. All England Championships in Wimbledon (täglich ab 16 Uhr live im TV auf SPORT1) ein krasses Kontrastprogramm.

Während der Lübecker Qualifikant Kamke völlig überraschend den Spanier Guillermo Garcia-Lopez mit 5:7, 2:6, 7:5, 6:4, 6:4 niederrang, zweifelte Kiefer nach der glatten 4:6, 2:6, 3:6-Niederlage gegen den an neun gesetzten Spanier David Ferrer an seiner sportlichen Zukunft:

"Mein Langzeitplan ist völlig durcheinandergeraten."

Neben Kamke zog auch Andreas Beck (Stuttgart), der den Briten Jamie Baker 7:6 (7:4), 6:3, 6:4 bezwang, in die zweite Runde ein.

Philipp Petzschner (Bayreuth) mit einem 6:4, 7:6 (8:6), 4:6, 2:6, 6:4-Erfolg gegen den Franzosen Stephane Robert und Lucky Loser Julian Reister (Hartenholm) durch ein 6:4, 7:5, 3:6, 6:2 gegen Rik De Voest (Südafrika) komplettierten den tollen deutschen Erfolg.

Insgesamt sind damit neun der zwölf gestarteten Männer weitergekommen. (DATENCENTER: Wimbledon)

Petkovic scheidet aus

Andrea Petkovic bleiben Hofknicks, Centre Court und ein Treffen mit der Königin am Donnerstag verwehrt. Die Darmstädterin hat durch eine knappe 6:3, 4:6, 4:6-Niederlage gegen die Russin Anna Tschakwetadse das mögliche Zweitrundenspiel am Donnerstag gegen Serena Williams verpasst.

"Anna hat sehr gut gespielt und ich nur solide", sagte die derzeit beste deutsche Spielerin nach ihrem erfolglosen Wimbledon-Debüt.

Nur Angelique Kerber (Kiel) und Kristina Barrois überstanden damit von den sechs deutschen Damen die erste Runde.

Stuttgarter Duo raus

Bei den Männern ist für die Stuttgarter Michael Berrer und Simon Greul sowie Kiefer das mit 15,6 Millionen Euro dotierte Turnier bereits beendet. Greul unterlag dem Franzosen Florent Serra mit 6:7 (2:7), 3:6, 2:6. 252801(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon)

Berrer musste die Partie gegen den Ukrainer Illya Marchenko beim Stand von 3:6, 5:7 aufgeben. Der Stuttgarter litt bereits in den letzten Wochen unter einer Knöchelverletzung und war ohne Vorbereitung nach Wimbledon gereist.

Kiefer nahm bereits zum 45. Mal in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier teil.

Kiefer frustriert

Nach der klaren Niederlage gegen den an neun gesetzten Spanier David Ferrer könnte es allerdings das letzte Mal für den 32-Jährigen gewesen sein, der nach zahlreichen Verletzungen auf Platz 178 der Weltrangliste abgestürzt ist und nach der Niederlage traurig und ratlos wirkte.

"Das war dumm, ärgerlich, enttäuschend und frustrierend", sagte Kiefer, "ich hatte mir das ganz anders vorgestellt."

Er hätte die Punkte für die Weltrangliste dringend gebraucht, um wieder den Anschluss an die Top-100 zu gewinnnen. Jetzt ist seine sportliche Zukunft völlig offen.

Abschiedstimmung bei Kiefer?

"Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht, wie es jetzt weitergeht", sagte er.

Sicher ist nur, dass er im Spätsommer erstmals Vater wird. Wenigstens etwas, worauf ich mich freuen kann", meinte der Niedersachse und es schwang so etwas wie Abschiedsstimmung mit. (250856DIASHOW: SPORT1-Favoritencheck)

"Ich habe es zweimal geschafft, nach schweren Verletzungen zurückzukommen", sagte er, "jetzt scheint es so, als ob das sehr schwer wird."

Kamke rechnet nicht mit der Queen

Die Queen wird Kamke in seinem Match gegen den Italiener Andreas Seppi aber nicht sehen. "Ich glaube nicht, dass sie auf einen Außenlatz kommt", meinte der Lübecker, für den der Sieg nach einem 4:5-Rückstand im dritten Satz völlig "unglaublich" war.

3:33 Stunden lang kämpfte er bei sommerlichen Temperaturen auf dem Nebenplatz neun den 87 Plätze in der Weltrangliste höher notierten Spanier nieder und durfte danach die Glückwünsche von Michael Stich entgegen nehmen.

Der Wimbledonsieger von 1991 kommentiert in London für die "BBC" und berät Kamke seit einigen Jahren nebenbei.

"Er hat mir auch vor Wimbledon gute Ratschläge gegeben und ich bin dankbar dafür", erklärte der 24-Jährige, der nach Paris vor vier Wochen zum zweiten Mal in die zweite Runde bei einem Grand-Slam-Turnier einzog.

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