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Philipp Petzschner belegt in der Weltrangliste den 41. Platz © getty

Der Bayreuther hat Nadal am Rande einer Niederlage - am Ende entscheidet die Nervenstärke des Weltranglisten-Ersten das Match.

London - Philipp Petzschner hat bei den 124. All England Championships den größten Sieg seiner Karriere nur denkbar knapp verpasst.

Der 26 Jahre alte Tennisprofi aus Bayreuth unterlag in der 3. Runde nach einem atemberaubenden Spiel dem Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal 4:6, 6:4, 7:6 (7:5), 2:6, 3:6 und verpasste damit den durchaus möglichen Einzug ins Achtelfinale des bedeutendsten Turniers der Welt.

"Ich bin sehr, sehr froh, im Achtelfianle zu sein. Es war sehr schwierig für mich, Philipp hat unglaublich aufgeschlagen. Körperlich hatte ich kein großes Problem", sagte Nadal, dem die Erleichterung anzumerken war.

Brand hält Fahnen hoch

Da gleichzeitig auch Qualifikant Tobias Kamke erwartungsgemäß dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga 1:6, 4:6, 6:7 (1:7) unterlag, ist von den zwölf gestarteten deutschen Herren am Montag allein Daniel Brands aus Deggendorf noch im Feld.

Der 22-Jährige tritt gegen Tomas Berdych (Tschechien) an (DATENCENTER: Wimbledon).

Für Kamke war das dritte Grand-Slam-Turnier seiner Karriere dennoch ein großer Erfolg. Erstmals stieß er in die Runde der letzten 32 vor und wird in der Weltrangliste von Position 126 einen großen Sprung Richtung Top 100 machen.

Petzschner ganz stark

Petzschner bot den erstaunten Zuschauern auf dem Centre Court das Match seines Lebens und die beste Partie des bisherigen Turniers 252801(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

Die 16.000 rieben sich immer wieder die Augen über den Weltranglisten-41, dessen Namen die meisten noch nie gehört hatten.

Ohne Respekt, voller Selbstvertrauen und mit spielerischer Finesse stemmt sich der Bayreuther der Power des Weltranglisten-Ersten entgegen.

Ausgeglichene Partie

Nur im ersten Spiel schien Petzschner bei seinem ersten Auftritt auf dem berühmtesten Tennisplatz der Welt etwas übermotiviert und nervös.

Mit einem Doppelfehler und zwei vermeidbaren Vorhandfehlern ermöglichte "Petzsche" Nadal das frühe Break, das schon zum Gewinn des ersten Satzes ausreichte.

Danach aber fand der Deutsche immer besser ins Match. Die Partie verlief völlig ausgeglichen, wobei sich Petzschner aus schwierigen Situationen auch immer wieder mit seinem bärenstarkten Aufschlag befreien konnte.

Erstklassige Volleys

Und als Nadal zum Ende des zweiten Durchganges Probleme mit seinem eigenen Service hatte, schlug Petzschner eiskalt zum Break zum Satzgewinn zu.

Im dritten Durchgang war Petzschner sogar der bessere Spieler. Seine Volleys waren erstklassig, er variierte das Spiel, brachte Nadal mit seiner unterschnittenen Rückhand in Bedrängnis und schlug erstklassige Winner mit der Vorhand.

Im Tiebreak schaffte er mit einem Minibreak die 6:3-Führung, musste dann Nadal nach zwei Aufschlägen mit 6:5 herankommen lassen. Mit einem Service-Winner aber holte er sich nervenstark wie sonst nur die Großen den Satzgewinn (250856DIASHOW: SPORT1-Favoritencheck).

Behandlung bei Nadal

Der Wimbledon-Champion von 2008 haderte mittlerweile längst mit seinem Spiel, er gab aber nie auf und wartete auf eine Schwäche des Deutschen.

Bei 2:1 im vierten Satz ließ sich Nadal dann zwei Minuten lang am rechten Knie behandeln. Danach hatte Petzschner tatsächlich den Faden und Rhythmus verloren und gab den Durchgang nach zwei Breaks ab.

Nach dem vierten Satz ließ sich Petzschner seinerseits an der linken Leiste behandeln. Der 26-Jährige hatte bereits in den ersten beiden Runden über fünf Sätze spielen müssen.

Der entscheidende Durchgang wurde so bei zwei angeschlagenen Spielern zu einer Frage der besseren Fitness, die der Mallorquiner für sich entschied. Nadal schaffte das entscheidende Break zum 5:3.

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