vergrößernverkleinern
Daniel Brands spielt seit 2005 als Profi auf der ATP-Tour © getty

Der Außenseiter scheitert im Achtelfinale an Favorit Berdych. Bei den Frauen müssen einige Favoriten die Segel streichen.

London - Bye, bye Daniel Brands. Der 22-jährige Newcomer aus Deggendorf ist am Montag im Achtelfinale der 124. All England Championships in Wimbledon als letzter der insgesamt 18 deutschen Tennisprofis ausgeschieden.

Der 22-Jährige kann nach der 6:4, 6:7 (1:7), 5:7, 3:6-Niederlage gegen den Weltranglisten-13. Tomas Berdych die Anlage an der Church Road aber erhobenen Hauptes verlassen.

Erstmals spielte er sich bei einem Grand-Slam-Turnier in die vierte Runde vor und wird in der Weltrangliste von Platz 98 auf eine Position um 75 klettern.

"Für mich ist in Wimbledon ein Traum wahrgeworden", sagte Brands, der auch gegen Berdych mit dem Selbstvertrauen seiner drei vorherigen Siege antrat: "Ich ärgere mich zwar über die vergebenen Chancen, kann aber insgesamt sehr zufrieden sein."

Brands lässt klare Chancen aus

Erstmals überhaupt gewann er bei einem Grand-Slam-Turnier eine Runde, kassierte mit rund 76.000 Euro das höchste Preisgeld seiner Karriere und kam seinem Ziel Top-50 ein gehöriges Stück näher.

"Mit meinem Aufschlag und dem Rückhandslice bin ich auf Rasen gefährlich, das ist wie für mich zugeschnitten", sagte der 1,98 Meter lange Niederbayer.

Im Match zwischen dem erfahrenen Tschechen, der bei den French Open im Halbfinale stand, und dem deutschen "Rookie" war auf Platz 18 kein Unterschied im Spielniveau zu sehen. Brands war sogar in den ersten beiden Sätzen der stärkere Spieler, er ließ jedoch einige klare Chancen ungenutzt.

"Erfahrung hat den Unterschied gemacht"

So konnte er im zweiten Satz bei 3:2 drei Breakmöglichkeiten nicht verwerten. Im dritten Durchgang schlug er bei 5:4 bereits zum Satzgewinn auf, kassierte durch etwas Pech aber doch noch das Rebreak und verlor anschließend etwas den Faden.

"Die größere Erfahrung hat den Unterschied ausgemacht", sagte Brands, "ich werde viel aus diesen Spielen hier lernen."

Federer fertigt Melzer ab

Brands entgeht nach dieser knappen Niederlage das Viertelfinalmatch gegen Titelverteidiger Roger Federer auf dem Centre Court.

Der Schweizer hatte bei seinem Achtelfinalsieg gegen den österreichischen French-Open-Halbfinalisten Jürgen Melzer keine Mühe (6:3, 6:2, 6:3). (DATENCENTER: Wimbledon)

Überraschend ausgeschieden ist dagegen Federers Endspielgegner aus dem Vorjahr. Andy Roddick unterlag in einer dramatischen Partie dem Taiwanesen Lu Yen-Hsun mit 6:4, 6:7 (3:7), 6:7 (4:7), 7:6 (7:5), 7:9.

Henin muss weiter warten

Bei den Frauen hat Kim Clijsters das mit Spannung erwartete belgische Duell mit Justine Henin 2:6, 6:2, 6:3 gewonnen. Clijsters steht bereits zum vierten Mal im Viertelfinale des bedeutendsten Tennisturniers der Welt, in dem sie auf die Russin Wera Swonarewa trifft.

Die ehemalige Weltranglisten-Erste Henin muss weiter auf ihren ersten Titelgewinn an der Church Road warten, den sie als einzigen der vier Major-Turniere noch nicht erringen konnte. Gegen Ende des ersten Satzes war sie bei einem Ballwechsel gestürzt und auf den Ellenbogen gefallen, sie klagte nach dem Match über starke Schmerzen.

Swonarewa profitierte von der verletzungsbedingten Aufgabe der Serbin Jelena Jankovic beim Stand von 6:1 und 3:0.

Clijsters hat nichts verlernt

Clijsters tritt erstmals seit 2006 wieder in Wimbledion an. Sie hatte in den vergangenen drei Jahren eine Familien- und Babypause genommen. Henin hatte im Mai 2008 überraschend ihren Rücktritt erklärt und gab erst Anfang des Jahres ihr Comeback auf der Tour. 252801(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon)

Bei den Australian Open konnte die Wallonin sofort ins Finale vorstoßen.

Aus für Scharapowa

Das zweite Topmatch des Tages bei den Frauen bestritten Titelverteidigerin Serena Williams und die ehemalige Championesse Maria Scharapowa.

Beide boten den Zuschauern erstklassige Unterhaltung, bis sich die körperlich stärkere Amerikanerin in einem teilweise dramatischen Match 7:6 (11:9), 6:4 durchsetzte. (250856DIASHOW: SPORT1-Favoritencheck)

Ihre nächste Gegnerin ist die Chinesin Li Na. Völlig überraschend ist die Weltranglisten-Dritte Caroline Wozniacki ausgeschieden. Die Dänin unterlag Petra Kvitova aus Tschechien 2:6, 0:6. Probleme hatte die an zwei gesetzte Venus Williams, sie setzte sich aber schließlich gegen Jarmila Groth (Australien) 6:4 , 7:6 (7:5) durch.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel