vergrößernverkleinern
Philipp Petzschner belegt aktuell Platz 41 in der Weltrangliste © getty

Philipp Petzschner gewinnt im Doppel mit Jürgen Melzer nach einer Berg- und Talfahrt. Die Titel-Favoritin steht im Endspiel.

London - Nach dem Triumph im Halbfinale erlaubte sich Philipp Petzschner einen Blick auf die Siegerliste der All England Championships in Wimbledon.

"Michael Stich/John McEnroe" steht da eingraviert, "1992".

Es war der letzte Triumph eines deutschen Tennisprofis beim bedeutendsten Turnier der Welt, Doppel oder Einzel.

"Es wäre natürlich eine Riesenehre, wenn mir das auch gelingen würde", sagte Petzschner.

Historischer Erfolg für Petzschner

Am Samstag greift er mit seinem österreichischen Doppelpartner Jürgen Melzer nach der Wimbledon-Krone.

Durch einen 7:6 (7:3), 6:3, 3:6, 5:7, 6:3-Sieg (DATENCENTER: Wimbledon) gegen Wesley Moodie (Südafrika) und Dick Norman (Belgien) zogen die beiden Freunde aus Bayreuth und Wien zum ersten mal in das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers ein.

"Das ist mit Abstand mein größter Erfolg als Tennisspieler", sagte Petzschner, "wenn wir auch noch gewinnen würden, wäre das unglaublich."

Ihre Finalgegener sind Erobert Lindstedt (Schweden)/Horia Tecau (Rumänien), die Juan Ignacio Chela/Eduardo Schwank (Argentinien) 6:4, 7:5, 6:2 besiegten.

Williams gegen Swonarewa im Finale

Quasi als Vorspiel bestreiten Serena Williams (USA) und Wera Swonarewa (Russland) am Samstag (ab 15 Uhr live auf SPORT1 und LIVESCORES) das Damenfinale, in dem Williams als Weltranglisten-Erste und Titelverteidigerin nach ihrem vierten Titel in Wimbledon und ihrem 13. Grand-Slam-Titel insgesamt greift.

Die 28 Jahre alte Amerikanerin setzte sich im Halbfinale mit 7: 6 (7:5), 6:2 gegen die Tschechin Petra Kvitova durch.

Die 25-jährige Swonarewa bezwang die Bulgarin Zwetana Pironkowa zuvor mit 3:6, 6:3, 6:2 252801(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

"Wera ist eine tolle Spielerin, ich freue mich auf das Match", sagte Williams, "ich habe vor dem Turnier nicht damit gerechnet, dass ich hier soweit komme, jetzt bin ich einfach nur happy".

"Wir harmonieren großartig"

Seit Anfang des Jahres spielen Petzschner und Melzer miteinander im Doppel, wenn es der Turnierkalender erlaubt.

Beide verfolgen ja in erster Linie ihre Einzelkarriere, mit dem Sieg beim Turnier in Zagreb und der dritten Runde bei den Australian Open hatten sie schon einen guten Start.

"Wir harmonieren privat und auf dem Platz ganz großartig, erklärt Melzer, "wir sind seit zwei Jahren auch richtig gut befreundet."

Nach 3:14 Stunden Spielzeit verwandelte Petzschner mit einem Ass den zweiten Matchball. Anschließend sanken beide Spieler auf dem Platz auf die Knie und fielen sich danach in die Arme.

"Wir hatten ja schon einen Matchball im vierten Satz und da ein bisschen Pech", sagte Melzer, "dass wir es dann im fünften noch gewonnen haben, zeigt, wie wir uns reingehängt haben und immer positiv geblieben sind."

Großer Widerstand

Williams hatte in ihrem Match gegen die 20 Jahre alte Tschechin erstaunlich großen Widerstand zu brechen. Kvitova spielte in ihrem ersten Wimbledon-Halbfinale frech und frei auf und ging durch ein frühes Break im ersten Satz sogar in Führung.

Die hochfavorisierte Titelverteidigerin hatte auch weiterhin große Probleme mit der Weltramnglisten-62. und setzte sich am Ende vor allem auf Grund ihrer größeren Erfahrung und besseren Physis durch.

Swonarewa steht erstmals in ihrer Karriere im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Ihr bislang bestes Ergebnis war die Halbfinalteilnahme bei den Australian Open 2009.

Die 25-Jährige wird durch ihren Erfolg in der neuen Weltrangliste von Platz 21 mindestens auf Rang neun klettern und kehrt damit in die Top-Ten zurück. Anfang 2009 stand sie schon einmal auf Platz fünf im WTA-Computer.

"Ich freue mich unglaublich über diesen Erfolg", sagte Swonarewa, "es war ein schweres Match, Pironkowa hat mich stark unter Druck gesetzt, aber ich konnte es zum Glück noch umdrehen."

Pironkowa kann Leistung nicht wiederholen

Die Russin setzte sich nach einem nervösen Start auf Grund ihrer größeren Routine durch. Pironkowa hatte vor Wimbledon in diesem Jahr noch nie ein Match auf Rasen gewonnen und war vorher bei 18 Versuchen noch nie über die zweite Runde bei einem Grand-Slam-Turnier hinausgekommen.

Der Viertelfinalsieg der 22 Jahre alten Bulgarin über die fünfmalige Wimbledonsiegerin Venus Williams (USA) war die bislang größte Überraschung im Turnier. Sie wird durch den größten Erfolg ihrer Karriere in der Weltrangliste von Platz 82 auf 35 vorstoßen (Aufstand der Außenseiter).

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel