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Rafael Nadal sicherte sich zum zweiten Mal den Titel in Wimbledon © getty

Der Spanier gewinnt das Finale des Rasenturniers gegen den Tschechen Tomas Berdych und holt sich seinen achten Grand-Slam-Titel.

London - "El Rey" Rafa hat in Wimbledon "König" Roger endgültig als Herrscher der Tenniswelt abgelöst. Zum zweiten Mal nach 2008 hat Rafael Nadal am Sonntag die All England Championships gewonnen und damit seine vor vier Wochen wiedererlangte Dominanz eindrucksvoll bestätigt.

Der Weltranglisten-Erste bezwang in einem einseitigen Finale den Tschechen Tomas Berdych 6:3, 7:5, 6:4 und holte damit den achten Grand-Slam-Titel seiner Karriere (DATENCENTER: Wimbledon).

Nach 2:13 Stunden Spielzeit feuerte Nadal bei seinem ersten Matchball einen Vorhand-Passierball cross ins Feld, sank danach wie bei den meisten seiner großen Siege an der Grundlinie auf den Rücken und schlug einen Purzelbaum.

"Mehr als ein Traum"

Freundin Francesca Perello jubelte mit Nadals Eltern in der Spielerloge. "Das ist mehr als ein Traum für mich", sagte der 24-Jährige, "hier zum vierten Mal im Finale zu stehen, nachdem ich 2009 so ein schweres Jahr hatte, ist ganz erstaunlich." 252801(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon)

Der Spanier baute durch seinen Erfolg seine Spitzenstellung in der Weltrangliste weiter aus. Berdych klettert nach seinem ersten Grand-Slam-Finale von Platz 13 auf Rang acht, höher wurde er noch nie notiert.

"Rafa hat in den letzten Monaten gezeigt, dass er der wahre Champion ist, sagte Berdych, "er hat absolut verdient gewonnen."

Viertes Wimbledon-Finale

Zum vierten Mal stand der Spanier im Endspiel des bedeutendsten Turnier der Welt. 2006 und 2007 musste er sich noch Federer geschlagen geben, der auch an der Spitze der Weltrangliste stand. Erst 2008 gelang Nadal nach seinem ersten Wimbledonsieg über Federer der Sprung auf Platz eins.

Nur durch eine vierteljährige Zwangspause durch seine Knieverletzung musste er dem Schweizer im Sommer 2009 wieder die Nummer eins überlassen.

Federer nur noch Dritter

Jetzt aber stürzte Federer durch seine Viertelfinalniederlage gegen Berdych sogar erstmals seit November 2003 auf Platz drei ab.

"Dass ich letztes Jahr hier absagen musste, war einer der schwersten Momente in meiner Karriere", betonte der Mallorquiner Nadal, "um so glücklicher bin ich jetzt."

Er wiederholte die seltene Leistung, nacheinander die French Open in Paris und Wimbledon zu gewinnen. Das war ihm auch 2008 bereits gelungen.

Auf Borgs Spuren

Davor hatte als letzter Spieler Björn Borg 1980 dieses Kunststück geschafft, das auch Federer 2009 gelang. Nadal erhielt für seinen Sieg ein Rekordpreisgeld von einer Million Pfund (etwa 1,2 Millionen Euro).

Berdych musste sich mit der Hälfte zufrieden geben, war aber sehr stolz auf seine Leistung im Turnier. Schließlich hatte er nacheinander Federer und Novak Djokovic eliminiert: "Diese zwei Wochen geben mir viel Selbstvertrauen, ich werde weiter hart arbeiten und versuchen, erfolgreich zurückzukommen."

Berdych nur zu Beginn gleichwertig

Nadal ließ im Finale von Anfang an wenig Zweifel an seinem Erfolg. In den ersten drei Spielen konnte Final-Debütant Berdych noch ganz gut mithalten und bemühte sich auch, mit seiner kraftvollen Vorhand das Spiel zu diktieren.

Nadal war bei seinem Aufschlag aber vollkommen unangreifbar. Als Berdych beim Stand von 3:3 eine Schwäche bei seinem Service zeigte, der erste Asufschlag kam nicht mehr, schlug Nadal eiskalt zu.

Mit einem sensationellen Passierschlag longline aus vollem Lauf besorgte er sich drei Breakbälle und nutzte den zweiten.

Gleich zu Beginn des zweiten Satzes hatte der 24 Jahre alte Tscheche dann zweimal die Möglichkeit zu einem Break, konnte sie aber nicht verwerten.

Viele unerzwungene Fehler

Das Match hatte jetzt nur noch durchschnittliches Niveau, insbesondere Nadal unterliefen bei böigen Winden ungewöhnlich viele unerzwungene Fehler.

Mit Routine hielt er aber dennoch seinen Aufschlag und schlug am Ende wieder bei seiner ersten Chance zu. Break zum 7:5, der Satzgewinn und die Vorentscheidung, darüber war sich jeder der 16.000 Zuschauer auf dem ausverkauften Centre Court im Klaren.

Auch der letzte Satz verlief nach dem gleichen Muster: ausgeglichen bis 5:4, dann erzwang Nadal im letzten Spiel das Break zur Entscheidung.

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