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Die Wimbledon-Sieger 2010: Rafael Nadal (l.) und Serena Williams © imago

Mit seinem zweiten Wimbledon-Sieg holt sich Rafael Nadal Platz 1 der Welt zurück. Nur sein Knie bereitet dem Spanier Probleme.

London - Nach der harten Arbeit Urlaub auf Mallorca. Sonne, Sangria und Erholung, das Reiseziel von Millionen. Da unterscheidet sich Rafael Nadal kein bisschen vom Pauschaltouristen.

"Jetzt freue ich mich auf den Strand, Fischen, Golf, Freunde treffen und Party", sagte der Tenniskönig nach seinem zweiten Wimbledonsieg. Ab auf die Insel, "El Rey" kehrt nach Hause zurück. (DATENCENTER: Wimbledon)

Sein 6:3, 7:5, 6:4-Finalerfolg am Sonntag über den Tschechen Tomas Berdych ließ keinerlei Fragen mehr offen. Der Tenniskönig ist ein 24 Jahre alter Spanier. 252801(DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon)

"King Roger" Federer musste schon im Viertelfinale gegen Berdych abdanken und ist seit Montag nur noch die Nummer drei der Weltrangliste. Nadal hat seinen Platz an der Spitze zurückerobert, den er 2009 nur auf Grund seiner Knieprobleme zwischenzeitlich wieder an den Schweizer abgeben musste.

Auf Sand ganz der Alte

Nach seinem Achtelfinal-Aus bei den French Open im Mai 2009 legte er eine Zwangspause ein und kehrte erst vor den US Open Ende August auf die Tour zurück.

Gewonnen aber hat er kein Turnier mehr, und auch nach den Australian Open im Januar musste er eine weitere Pause einlegen. "In den letzten Monaten war ich noch nicht in der Lage, wieder auf diesem Niveau zu spielen", erinnert sich Nadal, "aber ich hatte gute Resultate, ohne gut zu spielen. Das war gut fürs Selbstvertrauen."

Mit Beginn der europäischen Sandplatzsaison war er dann wieder ganz der Alte: Turniersiege in Monte Carlo, Rom, Madrid. Unaufhaltsam, nach dem Triumph bei den French Open ist ihm auch die Umstellung auf Gras gelungen. "Ich habe am Montag nach dem Finale in Paris bereits in London im Queens Club trainiert", erzählte Nadal, "die Umstellung ist schwer, aber ich habe jeden Tag mit dem Ziel gearbeitet, für Wimbledon bereit zu sein."

Fragezeichen Knie

In seiner Titel-Kollektion fehlen als letztes Major-Turnier nur noch die US Open. Und seine Kontrahenten werden die Nachricht nicht gerne hören, dass der ehrgeizige Mallorquiner natürlich seinen ganz persönlichen Grand Slam anstrebt: "Die US Open sind definitiv eines der großen Ziele für den Rest meiner Karriere."

Das einzige Fragezeichen bleibt sein rechtes Knie. Die Behandlungspause im Fünf-Satz-Match gegen Philipp Petzschner ("Mein schwerstes Spiel im Turnier") war wohl eher Taktik, aber das Gelenk ist nach der jahrelangen Belastung offenbar nicht ohne Probleme.

Deshalb verzichtet der große Fußballfan Nadal auch auf einen Flug nach Südafrika zum WM-Halbfinale am Mittwoch gegen Deutschland: "Ich muss mein Knie behandeln lassen, um ganz fit für die US-Hartplatzsaison zu werden."

Titel als Omen?

Gedanklich ist der Fan von Real Madrid natürlich mit heißem Herzen am Mittwoch in Durban dabei.

Schließlich hat Spanien vor zwei Jahren die Europameisterschaft gewonnen, als er seinen ersten Wimbledon-Titel holte - ein gutes Omen? "Ich hoffe sehr, es wäre super, wenn wir Weltmeister werden könnten", sagte Nadal, "aber ich weiß nicht - im Halbfinale wird es sehr, schwer."

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