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Philipp Petzschner gewann in Wimbledon 2010 den Doppel-Titel © getty

Philipp Petzschner beendet bei den US Open seine schwarze Einzel-Serie. Die von "Oldie" Rainer Schüttler hält dagegen an.

New York - In der Hitze von New York hat das Duo Philipp Petzschner und Julia Görges kühlen Kopf bewahrt - und Rainer Schüttler die Nerven verloren.

Während Wimbledon-Doppelsieger Petzschner und Fed-Cup-Spielerin Görges im Schnelldurchgang die zweite Runde der US Open erreichten, durchlebte der 34-jährige Schüttler bei Temperaturen bis 35 Grad Celsius seinen persönlichen Albtraum.

Der Korbacher konnte beim 3:6, 3:6, 6:4, 6:3, 6:7 (2:7) gegen Benoit Paire (Frankreich) eine 5:2-Führung im entscheidenden Satz nicht nutzen und seine Pleitenserie in Flushing Meadows nicht stoppen. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der US Open)

"Das ist frustrierend. Wie ich gespielt habe, war schlimm. Es kann eigentlich nicht sein, dass ich es zweimal nicht schaffe, zum Matchgewinn aufzuschlagen", sagte Schüttler.

Auch Görges weiter

Petzschner indes erreichte nach dem 6:3, 6:1, 6:1 gegen Dusan Lojda (Tschechien) die zweite Runde und trifft dort auf den an Position drei gesetzten Novak Djokovic oder Viktor Troicki (beide Serbien).

Görges überstand danach als insgesamt dritter deutscher Tennisprofi die Auftaktrunde durch ein 6:3, 6:4 gegen Romina Oprandi.

Einen Tag zuvor hatte Andreas Beck die Auftakthürde gemeistert, während fünf andere Deutsche an einem "schwarzen Montag" auf der Strecke geblieben waren.

Neue Rücktrittsgerüchte um Schüttler?

Schüttler, im Big Apple wieder einmal der älteste Spieler im Einzel-Feld, kassierte beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres bereits die fünfte Auftaktpleite in Folge und hat mittlerweile ein New-York-Trauma.

In den kommenden Wochen werden wohl auch deshalb die fast schon obligatorischen Rücktrittsgerüchte aufkommen.

Seit seinem überraschenden Halbfinaleinzug in Wimbledon 2008 ist der "Shaker" bei sieben der vergangenen zehn Grand-Slam-Turnieren bereits in der ersten Runde gescheitert. Über die zweite Runde kam er kein einziges Mal mehr hinaus.

Schüttler, vor sechs Jahren noch die Nummer fünf der Welt, ist derzeit nur noch 91. der Weltrangliste - im Januar war er sogar aus den Top 100 herausgefallen. Zuletzt hatte er aber immer wieder betont: "Solange ich noch Spaß habe, mache ich weiter. Und ich habe noch Spaß."

Petzschner kann doch noch gewinnen

Petzschner konnte seine Niederlagenserie endlich beenden.

Seit seinem Wimbledon-Sieg an der Seite des Österreichers Jürgen Melzer Anfang Juli hatte der Weltranglisten-52. aus Bayreuth fünf Auftaktschlappen in Serie kassiert und keinen Einzelsieg mehr gefeiert.

Ein Kapselriss im Finger behinderte Petzschner zuletzt außerdem. "Ich war froh, dass es bei der Hitze schnell ging. Jetzt freue ich mich auf ein Spiel auf einem großen Court", sagte der 26-Jährige.

Beck: "Das ist die pure Freude"

Für Beck steht Mittwoch bereits das ultimative Match seiner bisherigen Karriere auf dem Plan: Der Linkshänder aus Stuttgart trifft in der zweiten Runde auf Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer.

"Das ist die pure Freude. Ich habe immer gesagt, ich will einmal gegen Federer spielen", kündigte Beck vor der Feuertaufe gegen das "absolute Vorbild" an.

Die Bühne für Gänsehaut-Feeling ist bereitet: Der Ort des Traum-Duells gegen Federer ist das 23.771 Zuschauer fassende, größte Tennis-Stadion der Welt. Kein Wunder also, dass Beck nach Monaten voller Rückschläge gar nicht weiß, wohin mit den ganzen Glücksgefühlen. "Ich möchte das alles einfach genießen", sagte der Davis-Cup-Spieler.

Fachdiskussionen über die Bundesliga

Erste Berührungspunkte mit dem an Position zwei gesetzten Federer, der in Flushing Meadows zwischen 2004 und 2008 fünfmal triumphierte, hat es bereits gegeben. Wenngleich der Tennissport dabei keine Rolle spielte.

"Wir haben schon einmal ein paar Sätze über die Fußball-Bundesliga gesprochen. Roger ist ja wie ich ein großer Fan", berichtete VfB-Stuttgart-Anhänger Beck, der mit dem Schweizer auch schon trainiert hat.

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