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Andreas Beck liegt derzeit auf Platz 104 der Weltrangliste © getty

Der Stuttgarter will das Traum-Match gegen Roger Federer "einfach nur genießen". Kohlschreiber ist nur sportlich erfolgreich.

New York - Über einen Mangel an emotionalen Momenten kann sich Andreas Beck derzeit wahrlich nicht beschweren.

Nach dem Auftaktsieg gegen seinen besten Kumpel Michael Berrerr bei den US Open in New York wartet auf den Stuttgarter das ultimative Match seiner bisherigen Karriere.

Der Gegner in der zweiten Runde heißt Roger Federer. (ab 17 Uhr LIVESCORES)

Ort des Geschehens ist das 23.771 Zuschauer fassende und damit größte Tennis-Stadion der Welt. Kein Wunder also, dass Beck nach Monaten voller Rückschläge gar nicht weiß, wohin mit den ganzen Glücksgefühlen.

"Alles einfach genießen"

"Das ist die pure Freude. Ich habe immer gesagt, ich will einmal gegen Federer spielen. Ich möchte das alles einfach genießen", kündigte der Linkshänder vor der Feuertaufe gegen sein "absolutes Vorbild" im Arthur-Ashe-Stadion an.

Erste Berührungspunkte mit Grand-Slam-Rekordsieger Federer, der in Flushing Meadows zwischen 2004 und 2008 fünfmal triumphierte, hat es bereits gegeben - wenngleich der Tennissport dabei keine Rolle spielte. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der US Open)

"Wir haben schon einmal ein paar Sätze über die Fußball-Bundesliga gesprochen. Roger ist ja wie ich ein großer Fan", berichtete Stuttgart-Anhänger Beck, der mit Federer auch schon trainiert hat.

Beschwerliches Comeback hinter sich

Vorgenommen hat sich der 24 Jahre alte Davis-Cup-Spieler viel, die Partie gegen Federer will er angehen wie jede andere auch.

Wohlwissend, dass die ultimative Herausforderung dann "vielleicht doch ganz anders" verlaufen könnte, als er sich das vorstellt. Doch egal wie, Beck sieht in New York endlich wieder Licht am Ende des Tunnels.

Nachdem er im November 2009 noch auf Platz 33 der Weltrangliste gestanden hatte, fiel er nach einer mehrmonatigen Pause wegen einer Ellbogenverletzung bis auf Rang 106 zurück.

Seit seinem Comeback im März hat Beck nur neun von 23 Matches gewonnen: "Ich hatte schon erwartet, dass mir der Einstieg leichter fällt. Aber jetzt will in der Rangliste wieder dahin kommen, wo ich schon einmal war."

Trostpreis für Kumpel Berrer

Die Freude trübte nur die Tatsache, dass er auf dem Weg zum Federer-Duell ausgerechnet Berrer (7:6, 6:3, 6:1) besiegen musste.

"Da fliegt man 8000 Kilometer weit, um dann gegen seinen Trainingspartner zu spielen", sagte Beck, versprach Berrer aber einen besonderen Trostpreis: "Wenn er möchte, werde ich ihm ein Ticket für meine Box geben."

Kohlschreiber gewinnt deutsches Duell

Mit Philipp Kohlschreiber steht ein weiterer Deutscher nach einem gewonnenen Duell gegen einen Landmann in Runde zwei.

Der 26-Jährige besiegte in seinem Auftaktmatch Landsmann Tobias Kamke mit 6:2, 4:6, 6:2, 6:4.

In der zweiten Runde trifft der Augsburger am Freitag auf Gilles Simon (Frankreich).

Trainersuche noch erfolglos

Erst einmal stehen in New York aber richtungweisende Gespräche an.

Nachdem sich Kohlschreiber nach jahrelanger Zusammenarbeit von der Tennisbase in Oberhaching getrennt und zwecks Trainersuche sogar eine Anzeige in der internen Wochenzeitung der ATP geschaltet hatte, naht jetzt eine Entscheidung.

"Wir werden hier mir zwei, drei Leuten sprechen. Mit einigen anderen haben wir bereits Gespräche geführt. Aber es ist noch nichts fixiert", berichtete Kohlschreiber.

Gilbert zu teuer

Fest steht: Der neue Mann an seiner Seite wird kein Deutscher sein - und er wird nicht Brad Gilbert heißen.

"Er ist für mich nicht erschwinglich", sagte Kohlschreiber über den früheren Coach von Andre Agassi.

Das Anforderungsprofil ist klar umrissen. Kohlschreiber: "Ich hätte Probleme mit jemandem, der zuviel Autorität hat. Ich habe meinen eigenen Kopf."

Was nicht heißt, dass der 26-Jährige immun gegen Tipps ist. "Wenn der Trainer meint, ich müsste mehr trainieren", sagt Deutschlands bester Tennisprofi, "dann werde ich das machen."

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