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Andy Murray gewann die US Open 2004 - aber nur bei den Junioren © getty

Nach dem überraschend US-Open-Aus hadert der Schotte mit dem Schicksal. Nadal schiebt den Turnier-Sieg-Gedanken weit von sich.

New York - Nach seiner Finalniederlage bei den Australian Open im Februar vergoss Andy Murray noch Tränen der Enttäuschung:

Nach seinem überraschenden Drittenrunden-Aus bei den US Open spürte der lange Brite nur noch eine große Leere. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der US Open)

Mit vielen Zweifeln im Gepäck ging es für den 23-jährigen Murray nach dem 7:6 (7:3), 6:7 (4:7), 3:6, 3:6 gegen Stanislas Wawrinka (Schweiz) zurück nach Hause auf die Insel.

"Ich weiß nicht, ob ich jemals ein Grand-Slam-Turnier gewinnen werde. Ich würde es lieben, aber es ist eine vertrackte Sache", sagte der Weltranglisten-Vierte nach dem schlechtesten Abschneiden bei einem Major seit über zwei Jahren.

Eine Nation wartet

Wohl wissend, dass er der Auserwählte ist, der dem Vereinigten Königreich den ersten großen Titel seit Fred Perrys Wimbledonsieg von 1936 bescheren soll.

Doch der Druck lastet offenbar schwer auf den Schultern des 1,90-Meter-Hünen, der nicht als Unvollendeter in die Tennis-Annalen eingehen will.

Starke Vorbereitung

Dabei war Murray, der vor wenigen Wochen seinen Trainer Miles Maclagan gefeuert hatte, mit vielen Vorschusslorbeeren und als Geheimfavorit im "Big Apple" angereist.

Auf seinem Weg zum Turniersieg beim Masters in Toronto Mitte August hatte der 23-Jährige hintereinander Rafael Nadal und Roger Federer besiegt - und dabei keinen Satz abgegeben.

McEnroe sieht das Problem

Gegen Wawrinka aber wirkte Murray alles andere als selbstbewusst und haderte immer wieder mit seinem ungewohnt fehlerhaften Spiel.

"Andy hat mehr gegen sich selbst als gegen Wawrinka gekämpft", kommentierte Tennis-Ikone John McEnroe.

Neuer Trainer im Anmarsch?

Neben den psychischen Schmerzen nach dem frühen K.o. beklagte Murray auch eine körperliche Müdigkeit und Probleme mit dem Ellbogen.

Angeblich plant er jetzt die Verpflichtung des Australiers Darren Cahill, der in der Vergangenheit unter anderem Lleyton Hewitt und Agassi an die Spitze der Weltrangliste geführt hatte.

Nadal marschiert weiter

Dagegen scheint der topgesetzte Rafael Nadal bestens gerüstet für seinen ersten Triumph beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Der 24-jährige Spanier zog durch ein 6:4, 6:4, 6:2 gegen Gilles Simon (Frankreich) ins Achtelfinale ein und trifft nun auf seinen Landsmann Feliciano Lopez.

Vaterschaft tröstet Simon

Einmal gratulierte der Sieger Nadal seinem Drittrundengegner Simon dann aber doch von vollem Herzen.

Der Bezwinger von Philipp Kohlschreiber (Augsburg) war Ende letzter Woche Vater geworden und flog nach dem Match direkt nach Hause, um seinen neu geborenen Sohn zu sehen.

Nadal adelt Federer

Nadal indes will in New York seine Mission erfüllen, aber nichts von Druck wissen.

"In diesem Moment ist es kein Ziel, meine Grand-Slam-Sammlung durch den Sieg bei den US Open perfekt zu machen. Mein Ziel ist es, mich zu verbessern", sagte der achtmalige Major-Sieger und adelte seinen Dauerrivalen Roger Federer als "besten Spieler der Geschichte."

Endstation für Isner

Dagegen musste Publikumsliebling John Isner (USA) seine Koffer packen.

Dem 2,06-Meter-Riesen reichten beim 4:6, 7:6 (9:7), 6:7 (5:7), 4:6 gegen Michail Juschni auch 33 Asse nicht zum Sieg.

Der Russe spielt in der nächsten Runde gegen Tommy Robredo (Spanien), der von der Aufgabe des Franzosen Michael Llodra (Schwindel) profitierte.

Stosur gewinnt Night-Session

Bei den Frauen schaffte in der bis 01.35 Uhr am Montagmorgen dauernden Night Session die Australierin Samantha Stosur als vierte Spielerin den Einzug ins Viertelfinale.

Die French-Open-Finalistin setzte sich nach 2:38 Stunden mit 6:3, 2:6, 7:6 (7:2) gegen Olympiasiegerin Jelena Dementjewa aus Russland durch.

Nächste Gegnerin von Stosur ist Titelverteidigerin Kim Clijsters (Belgien).

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