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Stanislas Wawrinka gewann 2010 in Casa- blanca den zweiten ATP-Titel seiner Karriere © getty

Nach dem Aus von Sam Querrey steht im Viertelfinale der US Open wieder kein Amerikaner. Dagegen schreibt die Schweiz Geschichte.

New York - Die einstige Tennis-Supermacht ist am Boden zerstört, die US-Männer spielen bei ihrem Heimturnier mit Beginn des Viertelfinales keine Rolle mehr. Bei den US Open in New York war es die Schweiz, die den Gastgebern eine schmerzhafte Lektion erteilt und dabei selbst Geschichte geschrieben hat.

Stanislas Wawrinka zog durch ein 7:6 (11:9), 6:7 (5:7), 7:5, 4:6, 6:4 gegen Sam Querrey (USA) nach 4:28 Stunden ins Viertelfinale ein, damit stehen erstmals überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier zwei Schweizer in der Runde der letzten Acht.

Bereits einen Tag zuvor hatte sich Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer 284275(Die Bilder) für das Viertelfinale qualifiziert.

"Ich bin sehr glücklich. Es ist etwas ganz Besonderes. Wir haben nicht so viele Spieler in unserem Land, aber wir haben in jeder Generation ein paar gute", sagte der Weltranglisten-27. Wawrinka, der noch nie zuvor in einem Major-Turnier so weit gekommen war.

"Das sollten wir nicht zu leicht nehmen"

Dagegen besiegelte Hoffnungsträger Querrey mit seinem K.o. einen neuen Tiefpunkt in der US-Tennisgeschichte.

Nachdem in den ersten 41 Jahren der Turnier-Ära immer mindestens ein Amerikaner das Viertelfinale erreicht hatte, steht jetzt zum zweiten Mal in Folge keiner von ihnen in der Runde der letzten Acht.

"Das ist schon ein Einschnitt. Das sollten wir nicht zu leicht nehmen", sagte der scheidende Davis-Cup-Teamchef Patrick McEnroe.

Roddick scheitert früh

Zuletzt hatte Andy Roddick mit seinem Coup 2003 für einen Heimsieg in Flushing Meadows gesorgt - es war der letzte Major-Coup eines Amerikaners. Die Rekord-Durststrecke für den langjährigen Branchenführer hält seit nunmehr 28 Grand-Slam-Turnieren an. (DATENCENTER: Die US Open)

Publikumsliebling Roddick war diesmal in New York bereits in der zweiten Runde gescheitert.

Top Ten ohne US-Beteiligung

Anfang August hatte die von Heroen wie Jimmy Connors, John McEnroe, Andre Agassi und Pete Sampras verwöhnte US-Tennisgemeinde bereits einen Tiefschlag hinnehmen müssen, nachdem Roddick kurzzeitig auf Rang elf zurückgefallen war.

Damit stand erstmals seit der Einführung der Computer-Weltrangliste 1973 kein einziger Amerikaner mehr in den Top Ten.

Talent Harrison lässt hoffen

Derzeit sind insgesamt nur sieben US-Spieler unter den besten 100 notiert - dafür gleich zehn Deutsche. In Panik will Patrick McEnroe aber nicht verfallen: "Das alles ist natürlich nicht erfreulich, aber es ist nur eine Momentaufnahme. Es kommen auch wieder bessere Zeiten."

Er wird die Davis-Cup-Mannschaft beim Playoff-Spiel im September in Kolumbien letztmals als Kapitän führen und sich danach verstärkt der Nachwuchs-Ausbildung im Verband widmen.

Hoffnung gab ihm in New York bereits der beherzte Auftritt des 18-jährigen Texaners Ryan Harrison, der sein Zweitrunden-Match gegen den Ukrainer Sergej Stachowskj nur knapp verlor.

Nadal souverän ins Viertelfinale

Stanislas Wawrinka trifft derweil in seinem ersten Major-Viertelfinale am Donnerstag auf den Russen Michail Juschni. Der München-Sieger bezwang Tommy Robredo mit 7:5, 6:2, 4:6, 6:4.

Der topgesetzte Rafael Nadal gab sich beim 6:3, 6:4, 6:4 im spanischen Linkshänder-Duell mit Feliciano Lopez keine Blöße und darf weiter von der Komplettierung seiner Grand-Slam-Sammlung träumen.

Um 01.16 Ortszeit am Mittwochmorgen verwandelte Nadal seinen ersten Matchball. Der French-Open- und Wimbledonsieger fordert nun in Fernando Verdasco (5:7, 6:7, 6:3, 6:3, 7:6 gegen David Ferrer/Spanien) einen weiteren Landsmann heraus.

Williams hält US-Fahne hoch

Bei den Frauen bestand Titelverteidigerin Kim Clijsters ihren ersten Härtetest nach einer knapp zweistündigen Berg- und Talfahrt und steht im Halbfinale.

Die Belgierin feierte beim 6:4, 5:7, 6:3 gegen French-Open-Finalistin Samantha Stosur (Australien) ihren 19. Sieg in Serie bei den US Open.

Nächste Gegnerin von Clijsters ist am Freitag die Weltranglistenvierte Venus Williams (USA). Die zweimalige Turniersiegerin setzte sich im Duell mit Paris-Siegerin Francesca Schiavone aus Italien 7:6 (7:5), 6:4 durch.

Swonarewa dritte Halbfinalistin

Wera Swonarewa machte sich einen Tag nach ihrem 26. Geburtstag das schönste Geschenk und zog erstmals ins Halbfinale der US Open ein.

Bei windigen Bedingungen besiegte die Wimbledon-Finalistin aus Russland Kaia Kanepi (Estland) 6:3, 7:5.

Nächste Gegnerin der Weltranglisten-Achten Swonarewa ist am Freitag die Siegerin des Matches zwischen der topgesetzten Caroline Wozniacki (Dänemark) und Dominika Cibulkova aus der Slowakei, die sich in der Night-Session (ab 1 Uhr LIVESCORES) gegenüberstehen.

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