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Rafael Nadal gewann zuletzt die French Open, Wimbledon und die US Open in Folge © getty

Der Spanier kann bei den Australian Open einen 40 Jahre alten Rekord knacken. Selbst sein größter Konkurrent zieht den Hut.

München/Melbourne - Gemeinsam standen sie mit zahlreichen weiteren Stars auf dem Centre Court der Rod-Laver-Arena.

Rafael Nadal und Roger Federer zeigten in einem Showmatch Kunstschläge und Comedy, das Publikum jubelte.

Das alles nur einen Tag vor dem Beginn der Australian Open (Mo., ab 1 Uhr LIVESCORES) bei denen der Weltranglisten-Erste mit dem "Rafa-Slam" Tennisgeschichte schreiben kann und sein Vorgänger eben dies mit einer erfolgreichen Titelverteidigung verhindern möchte. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Die Flutkatastrophe in Australien brachte sie wie schon im letzten Jahr das Erdbeben in Haiti gemeinsam auf den Platz. 15.000 Zuschauer hatten ebenso ihren Spaß wie die Spieler.

Federer und Nadal sind immer wieder für Benefiz-Aktionen im Einsatz. "Es ist absolut angemessen, dass wir als Tennisfamilie etwas tun", erklärte Federer. 1,8 Millionen australische Dollar kamen am Sonntag zusammen.

Nadal vor viertem Grand-Slam-Sieg in Folge

"Normal" ist das alles aber nicht. Nadal greift schließlich bei der mit insgesamt 18,46 Millionen Euro dotierten Veranstaltung nach seinem vierten Grand-Slam-Titel in Folge. (DATENCENTER: Die ATP-Turniere 2011)

Die French Open, Wimbledon und die US Open hat er 2010 gewonnen. Sollte er auch am 30. Januar in Melbourne das Finale siegreich bestreiten, wäre er der erste männliche Spieler seit Rod Laver 1969, der gleichzeitig im Besitz aller vier Major-Titel ist.

"Einmalige Chance in meiner Karriere"

"Diese Chance habe ich vielleicht nur einmal in meiner Karriere", sagt der Spanier, "aber ich mache mir deshalb nicht mehr Druck als bei jedem anderen Grand-Slam-Turnier auch, da möchte man immer gut spielen."

Der 24-Jährige hat mit seinen Triumphen 2010 seine Stellung als Nummer eins der Tenniswelt eindeutig bewiesen.

"Es wird ein sehr spannendes Turnier. Mal sehen, ob Rafa es wirklich schaffen kann", sagt Federer, "er hat alle Möglichkeiten, hat schon drei Grand-Slams auf drei Untergründen gewonnen und wurde dabei kaum ernsthaft geprüft."

Federer froh über Konkurrenz

Fast scheint es ja so, als sei Federer froh, dass Nadal ab 2005 in der Szene aufgetaucht ist. Endlich ein ebenbürtiger Gegner. 16 Grand-Slam-Titel hat Federer seit 2003 gesammelt und damit einen Rekord aufgestellt.

Nadal war seit 2005 neunmal bei den Majors siegreich. "Es ist unglaublich, was Rafa tun kann", erklärt Federer, "er hat seit den French Open einen großartigen Lauf."

Der Schweizer und der Spanier bilden eine der größten Sportrivalitäten überhaupt. Wie Borg und McEnroe, Sampras und Agassi, Ali und Frazier, Nicklaus und Palmer.

Rivalen auf dem Court - privat Freunde

So erbittert und ehrgeizig sie sich auf dem Platz bekämpfen, so gut kommen sie privat miteinander aus, haben ein fast freundschaftliches Verhältnis zueinander.

Beide sind trotz ihrer Erfolge nicht abgehoben, beide respektieren die Tradition ihres Spiels und setzen sich im Spielerrat für die Interessen der Kollegen ein.

Als sie in der Vorweihnachtszeit in Zürich und Madrid zwei Charity-Matches zu Gunsten ihrer jeweiligen Stiftungen bestritten, holte Federer Nadal vom Flughafen ab und zeigte ihm die Stadt.

Nadal führt im direkten Vergleich

Gemeinsam flogen sie tags drauf in die spanische Metropole. "Ich habe schon so viele wichtige Matches mit Roger bestritten, aber es gab dabei noch niemals ein Problem", erklärte Nadal, "das sagt doch alles." 14:8 führt der Mallorquiner im direkten Vergleich.

Zuletzt gewann allerdings Federer in London das ATP-Finale gegen Nadal und zeigte dabei nach einem enttäuschenden Jahr 2010 wieder alte Klasse.

Federer: "Kann ihn stoppen"

"Rafa hat die letzten Slams dominiert, das macht ihn zum Favoriten", so Federer, "aber wenn ich eine Chance habe, dann hoffe ich, dass ich ihn stoppen kann." Und somit den Rekord verhindern.

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