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Andrea Petkovic nimmt zum vierten Mal an den Australian Open teil © imago

Andrea Petkovic hat sich für die Australian Open eine gute Ausgangslage erarbeitet. Erst in Runde drei könnte ein Star warten.

Melbourne - Eigentlich weiß Andrea Petkovic alles. Die 22-Jährige ist umfassend informiert, studiert Politik, liest Klassiker, spielt Schlagzeug, bloggt, twittert und so fort.

Und Tennis, Tennis spielt sie auch. Ziemlich gut und immer besser.

Da ist es schon erstaunlich, dass sie vor dem Beginn der Australian Open am Montag nicht wusste, dass sie als einzige der 18 deutschen Profis, männlich wie weiblich, für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres gesetzt wurde.

"Echt?", fragt sie ungläubig nach. "Für mich ist das schön, da bekomme ich in der ersten Runde nicht gleich einen Kracher." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Möglicher Kracher in der dritten Runde

Jill Craybas heißt die Gegnerin der Darmstädterin am frühen Montagmorgen (deutscher Zeit) in Melbourne, eine US-amerikanische Journey-Woman, 99. der Weltrangliste.

Erfahren, schwierig zu spielen: "Da muss ich alles selbst machen."

Der Kracher kommt dann wahrscheinlich in der dritten Runde: Venus Williams.

Als 33. der Weltrangliste ist Petkovic tatsächlich die derzeit beste deutsche Spielerin.

Schwere Gegner für Tennis-Herren

Philipp Kohlschreiber, der die mit 18,46 Millionen Euro dotierte Veranstaltung in einem deutschen Duell gegen Tobias Kamke beginnt, steht bei den Männern auf 34.

"Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch andere deutsche Spieler wieder gesetzt werden", meint Andrea Petkovic optimistisch.

Das würde sicherlich allen helfen. Schwere Gegner haben nämlich viele von ihnen bekommen, von Losglück kann keine Rede sein.

Kohlschreiber oder Kamke beispielsweise treffen in der zweiten Runde auf Wimbledon-Finalist Tomas Berdych, Rainer Schüttler in seinem Auftaktmacht am Montag auf Fernando Verdasco, Florian Mayer auf Nikolai Dawidenko und so weiter.

"Die Luft wird dünn"

Petkovic hat es erstmals bei ihrem zehnten Grand-Slam-Turnier auf die Setzliste geschafft. (DATENCENTER: Die WTA-Turniere 2011)

Sie geht zielstrebig und konsequent ihren Weg. Platz 32 am 18. Oktober war die bisherige Bestleistung in ihrer Karriere, jetzt hat sie einen Rang verloren, obwohl sie letzte Woche noch im Finale von Brisbane stand.

"Die Luft oben wird dünn", hat Petkovic erkannt, "je höher ich komme, desto schwieriger wird es."

Konsequentes Fitness-Training

Also muss sinnvoll gearbeitet werden, sich auf das Talent verlassen allein reicht nicht mehr.

"Andi kann unter die besten 20 vorstoßen", meint Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner, "sie ist in der Lage, Erfahrungen sehr schnell umzusetzen und daraus zu lernen."

Die gebürtige Bosnierin hat zudem konsequent an ihrer Fitness gearbeitet: "Wahrscheinlich gehöre ich da schon zu den zehn Besten."

"Macht unheimlich Spaß"

Im Herbst hat sie zudem ihr Trainingsumfeld geändert.

Petkovic arbeitet jetzt in Frankfurt in der Akademie von Alexander Waske und Rainer Schüttler mit Coach Petar Popovic und ist auch darüber zufrieden: "Es ist schön, wenn solche Änderungen gleich Früchte tragen, dann fängt man nicht an zu zweifeln. Das hilft auf jeden Fall."

Wie sehr sie diese neue Welt an der Spitze genießt, macht eine Episode aus Brisbane deutlich. Dort bestritt sie zu Gunsten eines Kinderkrankenhauses mit Jelena Dokic, Radek Stepanek und Andy Roddick ein Charity-Doppel.

"Mir macht das alles unheimlich Spaß", erklärt Andrea Petkovic glaubhaft, "Stepanek und Roddick habe ich früher im Fernsehen geguckt, das sind für mich fast Idole."

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