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David Nalbandians größter Erfolg war der Gewinn des Masters-Cup in Shanghai (2005) © getty

Der Argentinier ringt Lleyton Hewitt in fünf Sätzen nieder - und wehrt dabei zwei Matchbälle ab. Nadal macht kurzen Prozess.

Von Olaf Mehlhose

München/Melbourne - Es war das beste Spiel des bisherigen Turniers.

David Nalbandian hat den Fünfsatz-Krimi gegen Lleyton Hewitt mit 3:6, 6:4, 3:6, 7:6 (7:1), 9:7 für sich entschieden.

Der Argentinier beendete den Thriller nach vier Stunden und 47 Minuten mit einem Vorhand-Lob, wenige Minuten zuvor hatte er beim Stand von 5:6 noch zwei Matchbälle abgewehrt.

Damit revanchierte sich der Argentinier erfolgreich für die Fünfsatz-Niederlage von 2005: Damals hatte Hewitt im Viertelfinale der Australian Open in fünf Sätzen triumphiert - mit 10:8 im entscheidenden Durchgang.

( Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Zähes Grundlinien-Duell

Die beiden Protagonisten lieferten sich von Beginn an ein zähes Grundlinien-Duell.

Nalbandian produzierte zwar mehr Gewinnschläge als Hewitt (72:64), dafür beging der Australier weniger Fehler ohne Not als sein Konkurrent (62:83)

Als der 29-jährige Argentinier den Tiebreak des vierten Satzes klar für sich entschied, sah es so aus, als wäre er auf der Siegerstraße: Beim Stande von 5:4 schlug er zum Matchgewinn auf.

"Rusty" kämpft sich zurück

Doch Hewitt wäre nicht Hewitt, wenn ihn das nicht nochmal dazu angespornt hätte, alles aus sich herauszuholen.

Und tatsächlich: Angefeuert von Ehefrau Bec und dem frenetischen Publikum hatte "Rusty" einige Augenblicke später die Möglichkeit, das Match zu seinen Gunsten zu entscheiden.

Aber Nalbandian überstand die brenzligen Situationen unbeschadet und zog nach knapp fünf Stunden nicht unverdient in die zweite Runde ein.

Nadal mühelos

Rafael Nadal hingegen kam bei seinem Australian-Open-Auftakt nicht mal richtig ins Schwitzen.

Gegen Marcos Daniel lag der Weltranglisten-Erste, der die Chance hat, als erster Spieler seit Rod Laver alle vier Grand-Slam-Titel nacheinander zu gewinnen, mit 6:0, 5:0 in Führung bevor der durch eine Knieverletzung gehandicapte Brasilianer die einseitige Begegnung aufgab. (DATENCENTER: Die Australian Open)

Der 32-Jährige stand von Beginn an auf verlorenem Posten. Nadal gelangen während der 47-minütigen Tennis-Lehrstunde 25 Gewinnschläge - Daniel gelangen gerade mal 12 Punkte. Außerdem verwertete der Spanier alle seine sechs Break-Möglichkeiten.

Ebenfalls gut in Form präsentierte sich Vorjahresfinalist Andy Murray: Allerdings profitierte der 23-Jährige Brite beim 6:3, 6:1, 4:2-Sieg über den Slowaken Karol Beck genauso wie Nadal von der Aufgabe seines Gegners.

"Ich habe richtig gespielt"

"Manchmal ist es schwer zu sagen, ob ich gut oder schlecht gespielt habe", sagte Nadal: "Ich glaube, ich habe richtig gespielt. Mir sind einige gute Bälle gelungen und ich hatte schon eine gute Länge in meinen Schlägen. Meinen Aufschlag kann ich aber noch verbessern - meine Vor- und Rückhandschläge waren okay."

Nadal, der sein 22. Grand-Slam-Spiel in Folge gewann, trifft in der nächsten Runde auf den US-Amerikaner Ryan Sweeting.

Der 23-Jährige setzte sich problemlos mit 6:4, 6:4, 6:1 gegen Nadals Landsmann Daniel Gimeno-Traver durch.

Berrer scheidet aus

Für Michael Berrer hingegen sind die Australian Open bereits beendet: Der 30-Jährige unterlag dem Spanier Guillermo Garcia-Lopez mit 4:6, 4:6, 6:3, 3:6.

Neben Nadal und Garcia Lopez erreichten zwei weitere Spanier die zweite Runde: David Ferrer, Nummer sieben der Weltrangliste, kam zu einem letztlich ungefährdeten 6:4, 6:3, 1:6, 6:2-Sieg über den Finnen Jarkko Nieminen.

Der Weltranglisten-31. Feliciano Lopez setzte mit 6:3, 7:6, 6:3 gegen den Kolumbianer Alejandro Falla durch.

Lockerer Auftakt für Favoriten

Mit Vorjahres-Halbfinalist Marin Cilic - 6:3, 6:2, 6:1 über Donald Young - und dem Österreicher Jürgen Melzer, der beim 6:2, 6:4, 6:2-Erfolg über den Franzosen Vincent Millot keinerlei Probleme hatte, kamen zwei Favoriten zu lockeren Auftaktsiegen.

Auch Robin Söderling wurde seiner Favoritenrolle beim 6:4, 6:2, 6:2 gegen Potito Starace gerecht, und Australiens Tennis-Wunderkind Bernard Tomic fertigte den Franzosen Jeremy Chardy mit 6:3, 6:2, 7:6 ab.

In der dritten Runde winkt dem 18-Jährigen ein Aufeinandertreffen mit Nadal.

Philipp Petzschner hat in seinem Erstrunden-Spiel ein denkbar schweres Los erwischt: Der Wimbledon-Sieger im Doppel trifft auf Jo-Wilfried Tsonga. (ab 9 Uhr LIVESCORES)

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