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Andrea Petkovic gewann 2009 das WTA-Turnier in Bad Gastein © getty

Die Hessin steht zum zweiten Mal im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Gegnerin Maria Scharapowa ist ein echter Gradmesser.

Melbourne - Am Samstag, einen Tag vor ihrem großen Achtelfinale bei den Australian Open, war Andrea Petkovic in der Sommerhitze von Melbourne auf Nebenplatz acht aktiv.

Mixed-Doppel mit Mariusz Fyrstenberg gegen Anastasia Rodionova und Mahesh Bhupati. 2:6, 2:6 und gleich anschließend noch eine Trainingseinheit. (DATENCENTER: Die Australian Open)

"Das alles hält die Spannung hoch", begründete die 23-Jährige ihre Aktivität, "vor dem Achtelfinale bei den US Open hatte ich die Spannung komplett verloren".

Wie in New York

Am Freitag war Petkovic gegen Venus Williams nur für vier Minuten Spielzeit auf dem Platz, dann gab die Amerikanerin verletzt auf.

Die Parallelen zu den US Open sind eindeutig. In New York stand die Deutsche im September ebenfalls in der Runde der letzten 16 und wurde dort von Wera Swonarewa mit 1:6, 2:6 verhauen.

Und das nach einer spielfreien dritten Runde, in der Gegnerin Peng Shuai nicht angetreten war.(338175DIASHOW: Die Australian Open)

Lernen, lernen, lernen

Andrea Petkovic sieht sich auf der Profitour nach wie vor in einem permanenten Lernprozess. Situationen analysieren, Konsequenzen ziehen und in Handlungen umsetzen.

Fehler passieren der Darmstädterin selten zweimal. Von Platz 100 vor zwei Jahren ist sie jetzt auf Rang 33 geklettert, das Ziel sind mindestens die Top 20.

"Ich bin ja auf einer Reise, jede Erfahrung ist eine gute", beschreibt die "Tennis-Intellektuelle" ihre Profikarriere, "ich bin ja noch nicht zu Ende, und jedes Match ist als Plus auf der Reise zu sehen." Als Etappe auf dem Weg weiter nach oben.

Erkämpfte Siege

Wie das Gequäle in der zweiten Runde gegen die Qualifikantin Anne Keothavong. Keine Form, keine sicheren Schläge, aber gewonnen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Zu wissen, dass ich durch Kampfgeist Spielerinnen jenseits von Platz 50 bezwingen kann, auch wenn ich schlecht spiele, hilft sehr", sagt die Hessin.

Scharapowa will zurück

Dass Kampfgeist allein gegen die ehemalige Weltranglisten-Erste Scharapowa nicht reichen wird, ist Petkovic auch klar.

Die Russin, die das Turnier am Yarra-River 2008 gewann, ist nach ihrer komplizierten Schulter-OP 2009 langsam auf dem Weg zurück zu alter Stärke. "Es ist eine enorme Herausforderung, dorthin zu kommen, wo ich schon war. Ich will wieder Grand Slams gewinnen und Nummer eins werden", sagt sie.

"Scheiß-Jule hat mir alles versaut"

Das enge Match gegen Görges könnte dabei für die Blondine aus der Bollettieri-Akademie ein wichtiger Schritt gewesen sein. Sie wurde aufs Äußerste gefordert und bestand.

Petkovic war darüber gar nicht glücklich: "Die Scheiß-Jule hat mir alles versaut", scherzte die Darmstädterin laut lachend: "Nein im Ernst, Julia hat alles richtig gemacht."

Der Schlüssel zum Sieg

Dieses Match könnte die Blaupause für Petkovics eigene Taktik sein.

Aggressiv die Punkte forcieren, Scharapowa unter Druck setzen: "Man muss ihr das eigene Spiel aufzwingen." Im bislang einzigen Vergleich der beiden im August in Cincinnati gelang Petkovic das noch nicht, 6:3, 6:1 gewann die Favoritin.(hier die Highlights der Australian Open).

Match als Standortbestimmung

Das Spiel wird also auch ein Gradmesser dafür, wie groß die Fortschritte denn schon sind. Das Gefühl von Beklemmung auf einem der großen Courts ist angeblich schon mal weg: "In New York auf dem Centre Court hatte ich Klumpen im Bauch, auf das Match gegen Venus habe ich mich richtig gefreut."

Papa verteilt Karten

Für die nötige Unterstützung von den Rängen hat sie auch schon gesorgt. Nach dem Training am Samstag verteilte Vater Zoran an Fans Tickets für das Match gegen Scharapowa. Da wird eben gar nichts dem Zufall überlassen.

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