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Roger Federer gewann2004, 2006, 2007 und 2010 die Australian Open © getty

Federer gibt sich nach seiner Halbfinal-Niederlage kämpferisch. Er spielt gut, muss aber erkennen: Er war chancenlos.

Melbourne - Roger Federer geht erhobenen Hauptes, aber er geht. Schon wieder vor dem Endspiel, und das ist inzwischen keine Sensation mehr.

Durch die verdiente 6:7 (3:7), 5:7, 4:6-Niederlage im Halbfinale der Australian Open in Melbourne gegen Novak Djokovic verpasste der Schweizer zum vierten Mal in Folge die Teilnahme an einem Grand-Slam-Endspiel.

Das war dem langjährigen Weltranglisten-Ersten zuletzt 2002/2003 passiert.

Nicht nur Rafael Nadal kann ihn stoppen, auch andere sind dazu inzwischen regelmäßig in der Lage.

Das Ende der Dominanz

Wie Djokovic, der nach dem Halbfinalsieg bei den US Open im September nun einen zweiten schweren K.o.-Treffer innerhalb kurzer Zeit landete.

"Federer und Nadal haben in den letzten Jahren dominiert, speziell in den Grand Slams", sagte Djokovic, "das ändert sich jetzt ein wenig, und das ist gut für den Sport."

Die 15.000 enthusiastischen Zuschauer in der Rod-Laver feuerten beide Spieler in einer wahren Fußball-Atmosphäre an und wurden mit einem hochklassigen Match belohnt.

"Novak hat großartig gespielt, ich war aber auch nicht schlecht, es war ein Match von hoher Intensität", sagte Federer nach dem Spektakel. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Es war eines der besten Spiele, das ich in letzter Zeit gespielt habe", sagte der 23 Jahre alte Sieger strahlend.

Im Finale gegen Murray oder Ferrer

Djokovic steht zum vierten Mal in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Endspiel.

In Melbourne hat er nach sechs Matches erst einen Satz abgegeben. Sein Gegner im Finale am Sonntag wird am Freitag zwischen Andy Murray (Großbritannien) und David Ferrer (Spanien) ermittelt (ab 9.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Ferrer war am Mittwoch durch einen Sieg über den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal ins Halbfinale eingezogen. (340847DIASHOW: Highlights aus Down Under)

"Boden kommt meinem Spiel entgegen"

Damit findet am Sonntag erst zum zweiten Mal in den letzten sechs Jahren ein Grand-Slam-Endspiel ohne Federer und/oder Nadal statt.

Das war zuletzt beim bislang einzigen Grand-Slam-Sieg von Djokovic 2008 in Australien gegen Jo-Wilfried Tsonga der Fall gewesen.

"Dieser Boden hier kommt meinem Spiel sehr entgegen", sagte Djokovcic, "ich spiele hier mein bestes Tennis."

Rückstand in Satz zwei aufgeholt

Er dominierte Federer mit präzisen Grundschlägen und aggressivem Spiel, er war unglaublich schnell auf den Beinen und zwang den Schweizer immer wieder zu ungewohnten Fehlern.

Federer konnte zudem seine wenigen Chancen nicht nutzen. Im zweiten Satz hatte er bereits ein Break Vorsprung, konnte das aber nicht halten.

"Wenn ich den zweiten Satz verliere, wer weiß, wie es ausgegangen wäre", sagte Djokovic. Er verwandelte nach exakt drei Stunden Spielzeit seinen dritten Matchball zum siebten Erfolg im 20. Vergleich mit Federer.

"Novak war besser"

Der 29 Jahre alte Schweizer war trotz der sportlichen Enttäuschung nicht unzufrieden mit seinem Australien-Trip.

"Novak war heute besser, das muss ich akzeptieren", sagte Federer."

Djokovic erwartet jedoch, dass der Schweizer wieder angreift: "Er ist sehr motiviert, wieder die Nummer eins zu werden, und er ist in glänzender Form."

Kampfansage an Konkurrenten

Federer will sich nun in Ruhe irgendwo außerhalb von Melbourne auf die weiteren Turniere vorbereiten. (DATENCENTER: Die Australian Open)

Das zweite Halbfinale und das Endspiel am Sonntag wird er sich nicht anschauen.

Stattdessen hat er schon mal eine Kampfansage an die junge Konkurrenz formuliert, die ihm mittlerweile regelmäßig in den Endspielen der Grand-Slam-Turniere die Schau stiehlt: "Mein Spiel ist da, ich bin sehr optimistisch. Ich freue mich auf die nächsten Turniere."

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