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Novak Djokovic gewann gegen Andy Murray seinen zweiten Grand-Slam-Titel © getty

Novak Djokovic gewinnt zum zweiten Mal die Australian Open. Final-Gegner Murray kann den britischen "Titelfluch" nicht beenden.

Melbourne - Zweiter Titel für den "Djoker".

Publikumsliebling Novak Djokovic ist der neue Australian-Open-Champion (344196Bilder): Der Serbe fertigte seinen Freund Andy Murray dank einer starken Vorstellung glatt in drei Sätzen mit 6:4, 6:2, 6:3 ab und trug sich in Melbourne zum zweitenmal nach 2008 in die Siegerliste ein. 340847DIASHOW: Highlights aus Down Under).

Der Schotte Murray dagegen konnte auch sein drittes Grand-Slam-Endspiel nicht gewinnen.

Damit bleibt der britische "Titelfluch" weiterhin bestehen - seit Fred Perry 1936 konnte kein Spieler von der Insel einen Grand-Slam-Titel gewinnen. (DATENCENTER: Die Australian Open)

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

Enttäuschendes Finale

Insbesondere Murray wirkte nach seinem Halbfinal-Sieg gegen David Ferrer übernervös. Der 23-Jährige tat praktisch nichts für das Spiel, sondern agierte überwiegend passiv. Zudem unterliefen ihm zahlreiche Fehler.

Im Gegensatz zu Murray unterliefen "Nole" kaum Fehler, außerdem brachte er fast jeden Ball ins Spiel zurück. Aber auch in der Offensive brillierte der Sebe mit sagenhaften Gewinnschlägen.

Für Djokovic war es der fünfte Sieg im achten Vergleich der beiden Freunde. Nach 2:34 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball.

Sattes Preisgeld

Djokovic kassiert für seinen insgesamt souverän herausgespielten Erfolg ein Preisgeld von rund 1,6 Millionen Euro.

Er bleibt allerdings Dritter der Weltrangliste hinter Rafael Nadal und Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz).

Gegen den Schweizer hatte er sich im Halbfinale in drei Sätzen durchgesetzt.

Murray bleibt Nummer fünf und kassiert etwa 800.000 Euro.

Trost für Murray

Nach dem Matchball riss Novak Djokovic die Arme nach oben, ging ans Netz und umarmte tröstend den Verlierer.

"Ich bin im Moment in toller Form. Dieser Titel bedeutet die Welt für mich", sagte Djokovic.

Er dachte aber auch an den Verlierer: "Es ist hart, gegen einen Freund zu spielen", sagte der 23-Jährige, "er hatte zwei tolle Wochen und ich bin sicher, dass er mit seinem Talent das Turnier irgendwann gewinnt."

"Dies ist für Serbien"

Djokovic widmete den Titel bei der Siegerehrung seiner Familie und seinem Land.

"Dies ist für Serbien", sagte er, "wir haben harte Zeiten hinter uns, und wir Sportler versuchen, Serbien auf bestmögliche Art und Weise zu repräsentieren."

Das ist ihm nicht nur durch sein Spiel gelungen, sondern auch durch diverse Gesten danach.

Er posierte mit Ballkindern fürs Foto, warf sein Hemd und seine Schuhe ins Publikum und erinnerte an die australische Flutkatastrophe: "Wir versuchen an die Opfer zu denken, wir Tennisspieler haben ja auch einen kleinen Teil zur Hilfe beigetragen."

Murray bleibt ohne Satzgewinn

Murray stand dagegen wie im Vorjahr nach dem Finale nur als Zweiter bei der Siegerehrung auf dem Podium.

Damals brach er in Tränen aus, inzwischen scheint er sich an schwere Niederlagen zu gewöhnen: "Letztes Jahr war es schwerer", sagte er.

Tatsächlich wachsen die Zweifel an seiner Fähigkeit, große Turniere zu gewinnen. In nun insgesamt drei Endspielen bei Grand-Slam-Turnieren konnte der 23-Jährige keinen einzigen Satz für sich entscheiden.

Großer Druck für Murray

Vielleicht bereitet Murray aber auch die riesige Erwartungshaltung in seiner Heimat Probleme.

Der Druck auf ihn ahatte ngesichts der langen Misserfolgsserie von britischen Spielern bei Grand Slams in den letzten Tagen wieder dramatisch zugenommen.

So schickte die "Times" kurzfristig ihren Starreporter aus London nach Melbourne, bei Murrays Abschlusstraining zweieinhalb Stunden vor Matchbeginn waren nicht weniger als zehn Kamerateams zugegen.

Kontertaktik ohne Erfolg

Der 23-Jährige behauptete zwar, er spiele nicht für die Geschichtsbücher, sondern um einen persönlichen Traum zu verwirklichen, auf dem Platz wirkte das aber völlig anders.

Die ersten sechs Punkte machte Djokovic. Murray beschränkte sich in dem Match überwiegend auf seine passive Kontertaktik und überließ seinem Gegner die Initiative.

"Novak hat unglaublich gut gespielt"

Auch Djokovic spielte aber zunächst alles andere als fehlerfrei, nahm aber im Laufe des Spiels immer mehr das Heft in die Hand.

Entscheidend war das erste Break zum 6:4 im ersten Satz. Vorhergegangen war nach 58 Minuten der erste spektakuläre Ballwechsel überhaupt, danach war Djokovic nicht mehr zu stoppen.

Murray unterliefen zudem nicht weniger als 47 unerzwungene Fehler, nur 53 Prozent seiner ersten Aufschläge kamen ins Ziel. Für ein Grand-Slam-Finale ist das zu wenig.

"Novak hat unglaublich gut gespielt", sagte Murray. Er selber nicht.

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