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Kim Clijsters gewann in Melbourne bereits ihren vierten Grand-Slam-Titel © getty

Kim Clijsters gewinnt das dritte Grand-Slam-Turnier nach ihrer Rückkehr. Steffi Graf trägt eine "Mitschuld" an dem Comeback.

Melbourne - Die knapp drei Jahre alte Jada Ellie hat von ihrer Mama ein neues Spielzeug bekommen, einen Stoffvogel.

Daddy Brian Lynch hatte die Kleine auf dem Arm, als Kim Clijsters ihrer Tochter das neue Kuscheltier gab. Anschließend gab es in den Katakomben der Rod-Laver-Arena eine innige Umarmung, feuchte Augen, Familienglück. (DATENCENTER: Die Australian Open)

Clijsters hatte gerade durch einen 3:6, 6:3, 6:3-Erfolg über die Chinesin Li Na ( 343741Bilder) erstmals die Australian Open in Melbourne gewonnen, dafür neben rund 1,6 Millionen Euro Preisgeld eben auch den Kuschel-Kookaburra erhalten.

Und dann eindrucksvoll demonstriert, was das Wichtigste in ihrem Leben ist.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Nicht mit Lleyton Hewitt verheiratet"

Die 27-Jährige wird in allen Tennisstadien dieser Welt gemocht, ganz besonders aber in Melbourne.

"Es gibt viele gute Gründe, sie gern zu haben. Sie ist unkompliziert, humorvoll und nicht mit Lleyton Hewitt verheiratet", erklärte die Zeitung "The Age" und spielte damit auch auf die gescheiterte Beziehung zu dem nicht besonders populären einheimischen Tennisstar an.

Ganz sicher liegt es aber daran, dass diese Frau so angenehm normal wirkt und aussieht.

Tränen nach dem Triumph

Nach dem umkämpften Finale mit Li traten ihr ein paar Freudentränen in die Augen.

Für einige kurze Minuten war sie auf ihrer Bank ganz bei sich. Vielleicht auch bei ihrem Vater Leo. Der ehemalige belgische Fußball-Nationalspieler war vor zwei Jahren mit erst 52 Jahren verstorben.

"Ich fühle immer wieder eine ganz enge Bindung zu ihm", sagte sie, "dass ich jetzt nach dem Comeback diese Erfolge habe, spielt dabei keine Rolle."

Steffi bringt den Spaß zurück

Das Showmatch im Mai 2009 bei der Generalprobe für das neue Dach über dem Centre Court in Wimbledon gegen Steffi Graf hatte ihr nach der Babypause seit 2007 wieder Lust auf ernsthaftes Tennis gemacht.

Ehemann Brian hielt ihr den Rücken frei, seine Karriere als Profibasketballer ging ohnehin dem Ende entgegen. Rollentausch.

"Brian ist der Fels hinter mir", sagte sie, "er ist der Grund, warum ich das alles tun kann."

"Nerven standen mir im Weg"

Drei Grand-Slam-Siege hat sie seit der Rückkehr in den Profizirkus als Mutter im Sommer 2009 eingesammelt, die US Open 2009 und 2010.

Australien war jetzt der erste Majortitel außerhalb der USA, denn auch den ersten gewann sie 2005 in New York.

"Vor der Pause, als ich jünger war, haben mir oft meine Nerven im Weg gestanden, ich habe mir selbst zu viel Druck gemacht", sagte sie.

Trotz Fehlstahrt: Kim behält die Ruhe

Vier Finalniederlagen und sieben verlorene Halbfinals stehen entsprechend für die "erste Karriere" zu Buche.

Wahrscheinlich hätte sie früher auch das Match gegen Li verloren, die den ersten Satz gewann, als bei Clijsters gar nichts lief.

"Sie hat im ersten Satz alles besser als ich gemacht", erklärte die Siegerin, "ich habe dann mein Spiel etwas variiert, höher gespielt, sie zu Fehlern verleitet."

Li hat es mit der Niederlage verpasst, als erste Spielerin aus Asien ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Allzu traurig darüber schien die 28-Jährige jedoch nicht. "Ich habe im Umkleideraum scherzhaft gefordert, es sollte nur ein Satz gespielt werden", sagte Li, "Kim war heute besser als ich, aber ich bin stolz auf meinen Erfolg. Ich nehme das Positive mit."

Kein Gedanke an "Karriere-Grand-Slam"

Clijsters fehlt nun noch der Erfolg in Paris und Wimbledon zum "Karriere-Grand-Slam".

Und? "Ich würde nicht sagen, beide zu gewinnen, wäre nicht schön", erklärte sie, "es ist aber noch zu früh, darüber nachzudenken."

"Wenn Nummer zwei kommt, war's das"

Das muss sie allerdings bald mal tun. Nur in diesem und dem kommenden Jahr wird sie dazu Gelegenheit haben, wenn sie ihre Lebensplanung durchzieht.

Bis Olympia 2012 will sie noch professionell spielen. Danach werden sich Kim und Brian aktiv um ein Geschwisterchen für Jada Ellie bemühen: "Wenn die Nummer zwei kommt, dann war's das."

Ein australisches Stofftier ist für den Nachwuchs dann also nicht mehr drin.

Wenn das mal keinen Ärger gibt.

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