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Novak Djokovic triumphierte nach 2008 bereits zum zweiten Mal bei den Australian Open © getty

Novak Djokovic gewinnt in Melbourne seinen zweiten Grand-Slam-Titel. Der Serbe hält sich für stärker als vor drei Jahren.

Melbourne - Nach dem Matchball zu seinem ersten Titelgewinn bei den Australian Open gegen Jo-Wilfried Tsonga warf sich Novak Djokovic 2008 in der Rod-Laver-Arena noch auf den Boden und lag wie ein Käfer auf dem Rücken. 340847(DIASHOW: Highlights aus Down Under)

Drei Jahre später riss er nach dem 6:4, 6:2, 6:3 über Andy Murray (344196Bilder) "nur" die Arme in den Himmel.

"Damals war ich ein 20-Jähriger, der auf alles draufgehauen hat und viel Glück hatte", sagte Djokovic, "inzwischen ist der Erfolg hart erarbeitet. Ich weiß, was ich täglich dafür tue." (DATENCENTER: Die Australian Open)

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

Noch die Nummer drei

Der Serbe hat sich nun als dritte Kraft im Welttennis fest etabliert.

Vorne standen und stehen Rafael Nadal und Roger Federer. Auch am Montag wird er noch als Nummer drei im ATP-Computer erscheinen.

Tatsächlich ist er zur Zeit der beste Spieler der Welt. Federer hat er im Halbfinale in drei Sätzen geschlagen, Nadal ist wieder einmal körperlich angeschlagen.

"Schneller, stärker und viel erfahrener"

21 der letzten 24 Grand-Slam-Turniere haben entweder Nadal oder Federer gewonnen, einmal war Juan Martin Del Potro erfolgreich, zum zweitenmal jetzt Djokovic.

Der Kronprinz greift an. "Ich bin jetzt ein viel besserer Spieler als vor drei Jahren", erklärt Djokovic, "ich bin schneller, stärker und viel erfahrener."

Sind Perrys Fußstapfen zu groß

Und Murray? Der Brite musste erneut eine schwere Schlappe hinnehmen. Zum dritten Mal stand er im Finale eines Grand-Slam-Turniers und wieder gewann er nicht einmal einen Satz.

Immer wieder wird er konfrontiert mit dem Namen Fred Perry und dem Jahr 1936. US Open, der letzte britische Grand-Slam-Champion.

Rechnet man das auf Deutschland um, wäre nach Boris Beckers Sieg in Melbourne 1996 der nächste deutsche Grand-Slam-Champion 2071 zu erwarten, frühestens.

Zu viele Fehler

Natürlich hat Murray da Druck, auch wenn er es abstreitet. Seine Performance lässt aber keinen anderen Schluss zu.

Nur rund 50 Prozent erste Aufschläge, 47 Fehler, das ist nicht gut genug.

"Ich muss mich weiter verbessern, habe heute nicht meine beste Leistung gezeigt", gab Murray zu, "ich werde weiter hart arbeiten und versuchen, mich zu verbessern."

"Er hat das Talent"

Von Djokovic gab es immerhin etwas Trost.

Er nahm seinen langjährigen Freund am Netz herzlich in den Arm. Beide kennen sich schließlich, seit sie mit 12 Jahren auf Jugendturnieren gegeneinander spielten.

"Nole" ist deshalb auch überzeugt, dass der Brite eines Tages einen großen Titel gewinnen wird: "Er hat das Talent."

Djokovic hat viele Talente

Djokovic ist ein freundlicher junger Mann, der gute Worte für jeden hat.

Er erinnerte in seiner Siegesrede an die australischen Flutopfer, er machte Fotos mit Ballkindern. Er scherzt gerne, auch wenn er seine berühmten Parodien inzwischen eingestellt hat.

Er machte bei einem Quatsch-Video von Andrea "Petkorazzi" Petkovic mit, drehte in Australien mit einer Profitänzerin Runden.

Doch dabei nimmt der ehemalige Schüler der Niki-Pilic-Akademie bei München seinen Job ernst.

"Ein paar Dinge in meinem Kopf verändert"

Zwei Turniere hatte er im letzten Jahr nur gewonnen, so wenig wie seit 2006 nicht mehr.

Im Umfeld, im Privatleben, irgend etwas stimmte offenbar nicht mehr. So deutet er es jedenfalls an: "Ich habe ein paar Dinge in meinem Kopf verändert, jetzt bin ich wieder auf dem richtigen Weg. Ich bin ein emotionaler Mensch, da ist es schwer, das Berufliche vom Privaten zu trennen."

Das scheint nun alles geklärt. Djokovic ist wieder da, wo man ihn schon länger erwartet hat, und er ist noch lange nicht satt: "Ich bin noch nicht am Ende, ich habe vor, noch viele Titel zu gewinnen."

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