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Rafael Nadal konnte bisher neun Grand-Slam-Turniere gewinnen © getty

Die Nummer eins aus Spanien hat bei den French Open den Rekord von Björn Borg im Visier - er sieht sich aber nicht als Turnierfavorit.

Paris - Vor der ultimativen Prüfung in Paris gönnte sich der Champion eine kleine Verschnaufpause in der spanischen Heimat:

Im exklusiven Golfklub Pula im Nordosten der Ferieninsel Mallorca schwang Rafael Nadal vor seinem Aufgalopp bei den French Open (täglich im LIVE-Ticker) das Eisen und spielte durchaus beachtliche sechs über Par.

Der Weltranglistenerste besuchte die Großeltern, die kleinen Cousins und all seine Onkels auf der Sonneninsel.

"Das habe ich gebraucht, einfach abschalten im Kreise meiner Verwandten und Bekannten", berichtete Nadal von der Auszeit.

"Djokovic ist Favorit"

Familienidylle pur nach den Demütigungen der letzten Monate mit vier Finalniederlagen gegen den aufmüpfigen Verfolger Novak Djokovic.

Der serbische Überflieger ist dafür verantwortlich, dass Nadal erstmals seit Jahren als Außenseiter nach Roland Garros kam (DATENCENTER: Die French Open).

"Dieses Mal ist Djokovic der Favorit", sagte der Linkshänder. Ein ungewöhnlicher Satz für einen, der als spanischer König von Paris gefeiert wird.

Noch ein Sieg von Borg entfernt

In den vergangenen sechs Jahren hat "Rafa" am Bois de Boulogne fünf Titel gewonnen, 38:1 Siege lautet seine aktuelle Bilanz in der Stadt der Liebe.

Zudem gab Nadal, der am Dienstag in der ersten Runde auf John Isner (USA) (Di., ab 11 Uhr im LIVE-Ticker) trifft, bei seinen Triumphen 2008 und 2010 im Turnierverlauf keinen einzigen Satz ab.

Noch ein Coup im Schatten des Eiffelturms, und er würde mit dem legendären Björn Borg gleichziehen. Der Schwede ist Rekordsieger der French Open.

Nicht mehr "allein auf der Welt"

Wie viel ihm gerade unter den derzeitigen Umständen ein neuerlicher Erfolg auf der roten Asche von Roland Garros bedeuten würde, daraus macht Nadal keinen Hehl.

"Es ist ein besonderes Gefühl, hierher zurückzukehren. Ich fühle mich ein bisschen wie zu Hause", sagte der 24-Jährige, der wie immer während seines Lieblingsturniers Geburtstag feiert (3. Juni).

Doch die Zeiten, in denen die "L'Equipe" Siegerfotos von Nadal mit dem Satz "Allein auf der Welt" überschrieb, gehören wohl der Vergangenheit an.

"Sandmann" bleibt Realist

Niederlagen in Paris tun dem spanischen "Sandmann" besonders weh. Nach seinem Achtelfinal-Aus 2009 gegen Robin Söderling (Schweden) weinte Nadal nach eigener Aussage "wie ein Tier", das man aus seiner Höhle vertrieben hat.

Doch er ist auch Realist genug, um die derzeitige Vorherrschaft des unschlagbaren Novak Djokovic anzuerkennen.

"Nole hat einen unfassbaren Lauf, er wird die Nummer eins werden. Wann, das hängt auch von mir und meinen Ergebnissen auf Sand ab", sagte der amtierende Paris-, US-Open- und Wimbledon-Sieger Nadal.

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Druck ist spürbar

Wohlwissend, dass die Stunde der Wahrheit unmittelbar bevorsteht - und er gerade in den kommenden Wochen viele Punkte zu verteidigen hat.

Nadal muss in Paris ins Finale kommen, um seine Chance auf die Topposition zu wahren. Aus eigener Kraft könnte Djokovic den Platz an der Sonne erobern, wenn er den Einzug ins Endspiel schafft.

Der Druck ist Nadal anzumerken. Inzwischen zeigt er im Gegensatz zu früher auch Emotionen auf dem Court.

Djokovic flaniert in Cannes

Ein Wechsel an der Spitze käme einer Palastrevolution gleich, immerhin haben Nadal und der mittlerweile auf Platz drei zurückgefallene Schweizer Roger Federer seit Februar 2004 die Nummer eins unter sich ausgemacht.

Die derzeitige Rollenverteilung macht auch die Vorbereitung auf das zweite Major-Turnier des Jahres deutlich.

Während Nadal die Ruhe auf den spanischen Grüns suchte, sonnte sich Djokovic im Rampenlicht von Cannes. Beim dortigen Filmfestival lief er im schicken Smoking über den roten Teppich und saß bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung neben Oscar-Preisträgerin Jodie Foster am Tisch.

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