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Sabine Lisicki gewann in ihrer Karriere bislang ein WTA-Turnier © getty

Die Deutsche schnuppert in Paris gegen Swonarewa an einer Überraschung, scheitert aber unter Tränen. Görges dreht das Match.

Paris - Sabine Lisicki hat nach ihrem Zusammenbruch im Anschluss an ihre Zweitrunden-Niederlage bei den French Open in Paris Entwarnung gegeben:

"Ich hatte ab Ende des zweiten Satzes Krämpfe. Beim 4:2 im entscheidenden Durchgang wurde mir auch noch schwindelig und ich hatte Probleme, den Ball klar zu sehen", erklärte die Fed-Cup-Spielerin.

Beim Stand von 5:2 im dritten Satz hatte sie einen Matchball verschlagen.

Ans Aufgeben habe sie aber trotz ihres Zustands "zu keinem Zeitpunkt" gedacht.

Taumelnd auf dem Weg zum Netz

Weitere Untersuchungen am Donnerstag sollten die Ursache für die körperliche Schwäche Lisickis klären, die sie nach dem 6:4, 5:7, 5: 7 gegen die Weltranglistendritte Wera Swonarewa (Russland) noch auf dem Court in die Knie gezwungen hatte.

Bereits auf dem Weg zum Netz taumelte die 21-Jährige, bevor sie danach vor ihrer Bank völlig entkräftet zusammenbrach.

Wimmernd blieb Qualifikantin Lisicki mehrere Minuten auf dem Bauch liegen, ehe sie von Sanitätern mit einer Trage abtransportiert wurde.

Kreislaufschwäche und Muskelkrämpfe

Bereits zu dem Zeitpunkt, als sie den Matchball vergab, fühlte sich Lisicki nach eigenen Angaben unwohl. Sie forderte deshalb beim folgenden Seitenwechsel die Physiotherapeutin an, die zuerst den Blutdruck der Berlinerin kontrollierte und daraufhin den Turnierarzt rief. (täglich ab 11 Uhr im LIVE-TICKER)

Mit Bananen und großen Mengen an Mineralgetränken und Wasser versuchte die sichtlich angeschlagene Weltranglisten-121., Mineralhaushalt und Kreislauf zu stabilisieren.

Nach mehreren Minuten kehrte Lisicki zurück auf den Platz, war aber aufgrund der Muskelverkrampfungen in ihren Bewegungen sichtlich eingeschränkt. Nach 2:10 verwandelte Swonarewa ihren zweiten Matchball.

Görges demonstriert mentale Stärke

Besser erging es Julia Görges: Nach einer zweistündigen Achterbahnfahrt der Gefühle ging die Deutsche kurz in die Knie und schrie dann ihre Freude heraus.

Die Hoffnungsträgerin zog bei den French Open in Paris als erste aus dem Kreis der deutschen Tennisprofis in die dritte Runde ein und stellte dabei ihre neu gewonnene mentale Stärke eindrucksvoll unter Beweis.

Görges dreht das Spiel

Mit 2:4 hatte die Weltranglisten-18. Görges im zweiten Satz bereits zurückgelegen, ehe sie das Blatt noch wenden konnte und mit 2:6, 7:5, 6:2 gegen Lucie Safarova (Tschechien) gewann.

"Meine Leistung war am Anfang eines Grand Slams nicht würdig. Ich war gar nicht auf dem Platz und habe mich gefragt, was machst du hier eigentlich", sagte Görges mit Blick auf ihre verschlafene Anfangsphase (408383DIASHOW: Die Bilder aus Paris).

Mental-Buch als Hilfe

Auf den rechten Weg führte die 22-Jährige auch ihr selbst entworfenes Mental-Buch zurück, das sie bei den Seitenwechseln immer wieder zur Hand nahm: "Darin steht, was ich spielen soll. Mit Textmarker unterstrichen."

Um einen Platz im Achtelfinale spielt Görges am Freitag gegen Lokalmatadorin Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 11) (DATENCENTER: Die French Open).

"Zu den Turnierfavoriten zähle ich mich aber nicht", erklärte die Stuttgart-Siegerin.

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Barthel scheitert an Russin

Dagegen endete der Siegeszug von Qualifikantin Mona Barthel.

Die 20-Jährige aus Bad Segeberg musste sich bei ihrem Grand-Slam-Debüt der an Position 14 gesetzten Anastasia Pawljuschenkowa (Russland) mit 0:6, 6:7 (5:7) geschlagen geben.

Petzschner scheitert an Qualifikanten

Auch Philipp Petzschner hat bei den French Open in Paris den Sprung in die dritte Runde verpasst.

Der Weltranglisten-70. verlor nach schwacher Leistung gegen den Qualifikanten Steve Darcis (Belgien) in 1:56 Stunden mit 5:7, 4:6, 4:6.

Petzschner haderte mit den vielen Linienbällen seines Gegners: "Das Verhältnis war 257:5 für ihn. Das war demoralisierend. Ich habe Schwierigkeiten, das zu akzeptieren."

Wimbledon-Doppelsieger und Mannschafts-Weltmeister Petzschner war beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres noch nie über die zweite Runde hinausgekommen. Darcis ist in der Bestenliste 65 Ränge schlechter platziert als Petzschner.

"Petko" trifft auf Kusnezowa

Andrea Petkovic indes freute sich auch am Tag nach ihrem Auftakterfolg in der "Stierkampfarena" über ihre neue Coolness.

Vor einem Jahr noch hatte sie in Paris im Zweitrundenmatch gegen die damalige Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa (Russland) vier Matchbälle vergeben und verloren.

"Der Unterschied zu damals ist, dass ich jetzt in wichtigen Phasen ruhig bleibe. Früher bin ich nervös geworden", meinte die Weltranglisten-Zwölfte Petkovic, die am Donnerstag auf Lucie Hradecka trifft.

Gegen die Tschechin hat "Petko" die bisherigen drei Duelle verloren. Das letzte im Februar 2010 im Fed Cup in Brünn, als sie sich nach eigener Aussage "vor Angst in Hose gemacht" hatte.

"Definitiv eine neue Situation"

Die Petkovic des Jahres 2011 aber hat einen Plan B in der Tasche, weiß inzwischen auch knifflige Situationen zu überstehen.

Obwohl der Druck auf die Australian-Open-Viertelfinalistin nach dem Aufstieg in der Weltrangliste enorm gestiegen ist.

"Es ist definitiv eine neue Situation", sagte die Hessin, dankt aber wie immer positiv: "Aber wenn man ganz nach oben will, muss man lernen, damit umzugehen."

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