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Julia Görges gewann 2011 das WTA-Turnier in Stuttgart © AFP

Die 22-Jährige spielt im ersten Satz gegen die Lokalmatadorin groß auf, wird dann aber durch ein fieses Sandkorn gebremst.

Paris - Für Julia Görges ist der Traum vom großen Coup in Paris geplatzt:

Nach einem Wechselbad der Gefühle verpasste die Hoffnungsträgerin durch ein 6:3, 2:6, 4:6 gegen Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 11) den Sprung ins Achtelfinale der French Open (täglich ab 11 Uhr im LIVE-Ticker).

Selbst ein Blitzstart und insgesamt 48 direkte Gewinnpunkte verhinderten das Ausscheiden der Weltranglisten-18. aus Bad Oldesloe nach 2:02 Stunden nicht (DATENCENTER: Die French Open).

"Ich habe alles gegeben, aber es hat nicht gereicht. Trotzdem kann ich darauf aufbauen. Wie ich den ersten Satz gespielt habe und im dritten zurückgekommen bin, das hatte eine gute Qualität", sagte Görges, die wegen einer Erkältung leicht geschwächt war.

Sie konnte sich nach ihrem K.o. im Einzel aber immerhin mit dem Einzug ins Doppel-Achtelfinale trösten. An der Seite von Andrea Petkovic (Darmstadt) feierte Görges ein 6:1, 1:6, 7:6 gegen Bethanie Mattek-Sands/Meghann Shaughnessy (USA).

Am Samstag haben noch die als letzte Deutsche im Feld verbliebenen Petkovic und Michael Berrer die Chance, in die Runde der letzten 16 einzuziehen 408383(DIASHOW: Die Bilder aus Paris).

Guter Start

Görges unterstrich zunächst ihre gute Form, als sie zwölf der ersten 13 Ballwechsel für sich entschied. Zwei Breaks ermöglichten der Fed-Cup-Spielerin eine schnelle 4:0-Führung.

Nach 33 Minuten verwandelte Görges, die in den vergangenen Wochen mit zwei Siegen über die Branchenführerin Caroline Wozniacki große Erwartungen geschürt hatte, ihren dritten Satzball.

Behinderung durch Sandkorn

In der Folge fand die einstige Wimbledon-Finalistin Bartoli dann immer besser ins Spiel uns setzte Görges mit kraftvollen Grundschlägen unter Druck.

Zudem wurde die Deutsche offenbar von Sandkörnern behindert, die ihr durch den Wind ins rechte Auge geflogen waren.

Zweimal musste Görges in Durchgang zwei ihren Aufschlag abgeben.

Aufholjagd vergebens

Im entscheidenden Satz gelang der Weltranglisten-Elften Bartoli dann das Break zum 2:1, von dem sich Görges trotz einer Aufholjagd von 1:5 auf 4:5 letztlich nicht mehr erholte.

[kaltura id="0_7mapx5f9" class="full_size" title="Florian Mayer Die Basis zum Erfolg"]

Nach 122 Minuten verwandelte die Französin ihren ersten Matchball. Für Görges war der Einzug in die dritte Runde troztzdem der bislang größte Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier.

Hoffnungen ruhen auf "Petko"

Nun ruhen die Hoffnungen auf Andrea Petkovic, die am Samstag gegen Jarmila Gajdosova (Australien) spielt.

Die Hessin bekommt in den Tagen von Paris die Auswirkungen ihrer neue Popularität zu spüren - und stößt an ihre Grenzen.

"Ich merke, dass ich nicht mehr alle Autogrammwünsche erfüllen kann. Das tut mir leid, aber ich muss lernen, mit meiner Energie zu haushalten", sagte Petkovic, die bei ihrem Lieblingsturnier im Schatten des Eiffelturms sogar als Anwärterin auf den Titel gilt.

Selbstvertrauen nimmt zu

Und Erfolge wie die Viertelfinal-Teilnahme bei den Australian Open und der Aufstieg in der Weltrangliste führen nicht nur zu offensichtlichen Veränderungen.

Auch im tiefsten Inneren von Petkovic haben sie Elememtares ausgelöst. "Natürlich habe ich immer noch Respekt vor den Topspielern. Aber ich sehe einen Nadal oder Djokovic nicht mehr wie Götter an", beschreibt die Einser-Abiturientin die neue Situation.

Sie spürt inzwischen, dass sie zum Elitekreis dazugehört. In Miami gratulierte jüngst sogar Rafael Nadal zur Leistung: "Well done".

"Keine Starallüren"

Auf einer Stufe mit den Topstars der Szene sieht sich Petkovic aber (noch) nicht.

Für Bodenhaftung sorgen vor allen Dingen ihr Freundeskreis, der mit der musikbegeisterten Hessin nicht über Tennis sprechen darf, und das Elternhaus.

"Wenn mich meine Mutter anschreit, weil ich den Teller stehen lasse", berichtete Petkovic, "dann gibt es keine Starallüren."

Berrer trifft auf Murray

Die letzten deutschen Hoffnungen bei den Herren trägt Michael Berrer, der als einziger von 15 gestarteten DTB-Männern übrig geblieben ist.

"Das ist eine schwache Bilanz", meinte der 30-Jährige und will das Match gegen den an Nummer vier gesetzten Schotten Andy Murray nicht einfach nur genießen: "Ich gehe in das Spiel und will gewinnen."

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