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Novak Djokovic hat bislang alle seine 39 Matches dieses Jahres gewonnen © getty

Was Sabine Lisicki zu Boden zwang, ist das Erfolgsgeheimnis von Novak Djokovic. Ein Diatplän hat Erfolg. Lendl gilt als Vorreiter.

Paris - Am Anfang stand ein simpler Allergietest. Die Folgen davon beschäftigen seit Monaten die Tenniswelt.

Auch bei den French Open in Paris (täglich ab 11 Uhr im LIVE-TICKER) vergeht kein Tag, an dem der Weltranglistenzweite Novak Djokovic nicht nach seinem neuen Ernährungsplan gefragt wird.

Doch der "Überflieger" der Saison hält dicht und lüftet sein Geheimnis nicht (DATENCENTER: Die French Open).

"Ich weiß, dass alle Details hören wollen. Aber das Einzige was ich sagen kann, ist, dass ich glutenfrei esse", berichtete Djokovic - und lächelt dabei spitzbübisch 408383(DIASHOW: Die Bilder aus Paris).

Unfreiwillige Umstellung

Die Umstellung beim Serben erfolgte allerdings nicht freiwillig. Der ins "Djoker"-Team integrierte Doktor Igor Cetojevic stellte beim Melbourne-Sieger eine Gluten-Unverträglichkeit fest.

Pizza, Pasta und Brot wurden deshalb vom Speiseplan verbannt. Mit durchschlagendem Effekt. Djokovic ist leichter und beweglicher geworden.

Der Davis-Cup-Sieger ist in diesem Jahr noch ungeschlagen und könnte mit dem Final-Einzug in Roland Garros sogar die Spitze der Weltrangliste erobern.

Sogar die Frau von Djokovic-Trainer Marian Vajda und die zwei Kinder der beiden setzen inzwischen auf glutenfreie Kost.

Lisicki hat langen Weg vor sich

Im Gegensatz zu Djokovic steht die ebenfalls unter der spezifischen Allergie leidende Sabine Lisicki noch am Anfang eines langen Weges.

"Mein Körper muss sich an die große Umstellung gewöhnen. Und das braucht seine Zeit", erklärte die Fed-Cup-Spielerin, die ihren Zusammenbruch nach dem Zweitrunden-Aus in Paris mit den Auswirkungen der Unverträglichkeit begründete.

[kaltura id="0_7mapx5f9" class="full_size" title="Florian Mayer Die Basis zum Erfolg"]

Gluten kommt in Getreide vor und beeinträchtigt bei Betroffenen die Funktion des Darms. Was zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen führen kann.

Besonders Djokovic neigte früher zur Erschöpfung und hatte vor allen Dingen bei Hitze Probleme.

Keine Schokolade für Petkovic

Andere Tennisprofis versuchen ganz freiwillig, noch ein paar Prozent mehr Leistung durch den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel herauszuholen.

Andrea Petkovic zum Beispiel verzichtet seit Anfang des Jahres fast komplett auf Schokolade.

"Seitdem fühle ich mich viel besser, leichter und flexibler auf dem Platz", sagte die Weltranglisten-Zwölfte aus Darmstadt, die in den letzten Monaten beachtliche Erfolge feierte.

Irgend einen Vorteil müsse es ja bringen, "wenn man auf so einen Genuss verzichtet", erklärte "Petko".

Lendl würdigt Profis

Auch Branchenführer Rafael Nadal (Spanien) und Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer aus der Schweiz haben in den vergangenen Jahren bewusst an Gewicht verloren.

"Heutzutage ernähren sich die Profis viel professioneller und sind auch deshalb bessere Athleten als wir früher", sagte Ivan Lendl. Das Lob aus dem Mund des früheren Weltranglistenersten kommt einer Heiligsprechung gleich.

Denn Lendl war in den Achtziger Jahren der Inbegriff eines Asketen und hielt sich mit eiserner Disziplin an einen strengen Diätplan.

Der junge Andre Agassi soll sich bei ihm einst nach Ernährungsplänen erkundigt haben - mit einer Portion Junkfood in der Hand und im Mund.

Görges aus der Reihe

Lendls weibliches Pendant Martina Navratilova stellte indes unter Beweis, dass man sich auch als Profisportlerin vegan ernähren und ohne negative Folgen auf tierisches Eiweiß verzichten kann.

Die Wahl-Amerikanerin gewann einst 18 Grand-Slam-Turniere. Julia Görges ist da nicht ganz so konsequent: Die Hoffnungsträgerin hat gerade einen Vertrag mit einem Fruchtgummi-Hersteller abgeschlossen.

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