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Andrea Petkovic erreichte zum ersten Mal in ihrer Karriere das French-Open-Viertelfinale © getty

Die Deutsche schlägt Maria Kirilenko in drei Sätzen und zieht in die Runde der letzten acht. Dort wartet nun eine Russin.

Paris - In der Stierkampfarena von Paris hat Andrea Petkovic erneut ihr großes Kämpferherz gezeigt und ist ins Viertelfinale der French Open (täglich ab 11 Uhr im LIVE-TICKER) einzogen.

Die Hoffnungsträgerin besiegte Maria Kirilenko (Russland) mit 6:2, 2:6, 6:4 und darf bei ihrem Lieblingsturnier weiter vom ganz großen Coup träumen.

Nach einem Wechselbad der Gefühle und einem Wutanfall auf der Bank verwandelte die Weltranglistenzwölfte nach 2:12 Stunden ihren zweiten Matchball und tanzte freudestrahlend den "Moonwalk".

"Ich hatte kurz die Kontrolle verloren, aber ich habe mich zurückgekämpft. Ich bin sehr glücklich", sagte Petkovic.

Die 23-jährige Petkovic steht damit zum zweiten Mal nach den Australian Open zu Jahresbeginn bei einem Grand-Slam-Turnier in der Runde der letzten Acht.

Nun gegen Maria Scharapowa

Im Viertelfinale trifft die Darmstädterin am Mittwoch auf die frühere Weltranglistenerste Maria Scharapowa aus Russland.

"Ich muss mein bestes Sandplatztennis spielen, um zu gewinnen. Ich weiß, dass ich dazu fähig bin."(DATENCENTER: Die French Open)

Gut eine Woche nach ihrem Erfolg in Straßburg stellte Petkovic ihre Galaform zunächst nachdrücklich unter Beweis. Mit aggressiven Grundschlägen setzte sie die an Position 25 gesetzte Kirilenko immer wieder erfolgreich unter Druck.

Bereits die ersten beiden Breakball nutzte "Petko" kaltschnäuzig und brachte den ersten Satz in einer knappen Dreiviertelstunde nach Hause.

Im Anschluss nahm sich die Russin eine siebenminütige Toilettenpause. Bei Petkovic riss danach völlig der Faden. 411464(DIASHOW: Die Bilder aus der zweiten Woche)

Wutanfall gegen die Oberschenkel

Schnell lag sie mit 0:3 in Rückstand und musste den zweiten Durchgang abgeben. Aus Verärgerung schlug die Fed-Cup-Spielerin beim Seitenwechsel mit den Fäusten auf ihre Oberschenkel und malträtierte eine Wasserflasche.

Doch Petkovic kämpfte sich zurück und feuerte sich lautstark an. Die Entscheidung fiel, als der Einser-Abiturientin das Break zum 5:4 gelang.

Petkovic unterstrich mit ihrer zweiten Viertelfinal-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier in Folge ihre enorme Entwicklung in den vergangenen Monaten. Anfang des Jahres hatte sie in Melbourne nach ihrem überraschenden Siegeszug gegen die Chinesin Li Na verloren.

"Wenn ich gut spiele, kann ich alle schlagen"

Bei den Experten steht die eloquente Petkovic, die 2008 nach einem Kreuzbandriss acht Monate pausieren musste, ganz oben auf der Liste der Favoritinnen für den French-Open-Triumph. Zumal Topstars wie Branchenführerin Caroline Wozniacki (Dänemark) oder Kim Clijsters (Belgien) längst ausgeschieden sind.

"Wenn ich gut spiele, kann ich alle schlagen", hatte Petkovic bereits vor dem Achtelfinale prognostiziert.

Für einen neuen "Petko"-Hype in Deutschland fühlt sich die Hessin mittlerweile besser gerüstet als noch beim ersten Mal.

Der Medienrummel nach ihrem Durchbruch in Melbourne und der Halbfinalteilnahme beim Masters in Miami im Frühjahr hatte die Fed-Cup-Spielerin viel Substanz gekostet. "Inzwischen mache ich längst nicht mehr alles mit und haushalte mit meinen Kräften. Ich habe eben aus den Fehlern gelernt", meinte Petkovic, die auch in anderer Hinsicht umgedacht hat.

"Lege los wie die Feuerwehr"

An den Tagen ihrer Matches absolviert sie nun ein viel längeres Trainingsprogramm auf dem Court.

"Vorher war ich immer wie ein Diesel, der zu Beginn der Spiele nur langsam auf Touren kam. Jetzt lege ich los wie die Feuerwehr", sagte Petkovic, die durch ihre Viertelfinalteilnahme in Roland Garros eine Prämie von 150.000 Euro sicher hat.

Die magische Preisgeldgrenze von insgesamt 1-Million-Dollar hatte sie im Februar durchbrochen.

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