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Andrea Petkovic gewann 2011 das WTA-Turnier in Straßburg © getty

Nach dem Viertelfinal-K.o. in Paris schickt Petkovic eine Kampfansage an die Konkurrenz. Zwei Fußball-Größen loben sie.

Paris - Nach der bitteren Lehrstunde von Paris (Bericht) setzte Andrea Petkovic auf zwei Trostspender: Schokolade und eine Erkenntnis.

"Vielleicht war die Zeit einfach noch nicht reif. Wenn sie das ist, werde ich auch diesen nächsten Schritt machen", erklärte Petkovic:

"Ich bin ja erst am Anfang meiner Reise und werde noch stärker werden", sagte die deutsche Hoffnungsträgerin nach dem deutlichen 0:6, 3:6-K.o. im Viertelfinale der French Open (täglich ab 14 Uhr im LIVE-TICKER).

Die einstige Weltranglistenerste Maria Scharapowa (Russland/Nr. 7) war eine Nummer zu groß.

Ernährungsplan wird ignoriert

Nach dem geplatzten Traum vom großen Coup in Roland Garros hatte Petkovic ihre Zuversicht schnell wiedergefunden (DATENCENTER: Die French Open).

Nicht zuletzt, weil sie sich prompt entschied, als Belohnung für ihr Abschneiden den Ernährungsplan zu ignorieren.

"Für einen Tag werde ich alles in mich reinhauen. Das wird ein Traum. Schokolade und McDonalds, da freu ich mich drauf", verriet die deutsche Nummer eins.

"Bereit für neue Taten"

Dass sie neben ihrem ersten Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier auch den erstmaligen Sprung in die Top Ten der Weltrangliste verpasste, betrachtete "Petko" eher als Ansporn:

"Ich bin bereit für neue Taten." Im Vergleich zu anderen Spielerinnen gehe bei ihr alles etwas langsamer.

"Aber ich habe bewiesen, dass ich nach Niederlagen stärker zurückkomme", sagte die 23-jährige Darmstädterin, die bei der Matchanalyse wieder einmal ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellte.

Fehlerfreie Scharapowa

Abwechselnd in geschliffenem Englisch, Französisch, Serbokroatisch und Deutsch berichtete die polyglotte Petkovic, die zwischenzeitlich sogar als Geheimfavoritin auf den Turniersieg in Paris gehandelt worden war, munter über ihre Erfahrungen auf dem Court Suzanne Lenglen.

Die ersten acht Spiele musste sie gegen eine fast fehlerfrei aufspielende Scharapowa abgeben.

Es dauerte 52 Minuten, bis Petkovic ihr erstes und am Ende einziges Aufschlagspiel durchbrachte 411464(DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche aus Paris).

"Ich kratze an den Top Ten"

Was am Ende der munteren Plauderei in vier Sprachen blieb, war eine Erkenntnis.

"Ich kratze an den Top Ten und kann jede schlagen, wenn ich am Leistungslimit spiele. Aber die ersten vier, fünf Spielerinnen ganz vorne", sagte Petkovic, "die haben ein Level, auf dem ich noch nicht angekommen bin."

Rittner glaubt an "Petko"

Zuspruch bekam der Liebling der Fans von Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner. "Von der Fitness her ist Andy bei 100 Prozent. Spielerisch sehe ich sie bei 60 bis 70 Prozent. Sie kann noch viele Kleinigkeiten verbessern", meinte Rittner.

Die frühere Weltklassespielerin traut Petkovic nach zwei Viertelfinal-Teilnahmen bei Grand-Slam-Turnieren den baldigen Sprung nach ganz oben zu.

Rittner: "Wenn ich mir von allen Spielerinnen eine aussuchen könnte, dann würde ich die Andrea nehmen."

Glückwünsche von Löw und Netzer

Rittner hat jüngst beim Besuch eines Fußballspiels festgestellt, wie sehr die Erfolge von Petkovic und Stuttgart-Siegerin Julia Görges begeistern.

"Neben mir auf der Tribüne saß Günter Netzer, vor mir Joachim Löw. Beide haben mir Glückwunsche ausgesprochen und gesagt, wie toll sie die ganze Entwicklung finden", berichtete Rittner.

Stab wird ausgebaut

Um die stetige Entwicklung fortzusetzen, bastelt Petkovic weiter an der Professionalierung ihres Umfeldes.

In den nächsten sechs Monaten wird sie, die seit kurzem vom früheren Steffi-Graf-Trainer Heinz Günthardt beraten wird, auf jedes Turnier von einer eigenen Physiotherapeutin begleitet.

Dass das neue Mitglied im "Petko-Team" die Cousine von Trainer Petar Popovic ist, passt ins Bild. Harmonie spielt im Reise-Tross eine wichtige Rolle.

Lob von Huber

Auch die frühere Weltklassespielerin Anke Huber ist der Meinung, dass Einser-Abiturientin Petkovic für einen neuen Tennis-Boom sorgen kann.

"Andrea bringt alle Eigenschaften mit, die Menschen begeistern können", sagte die letzte deutsche Top-Ten-Spielerin Huber über Multitalent Petkovic.

Nach ihrem French-Open-Aus will die deutsche Nummer eins zwei, drei Tage die Seele baumeln lassen. Ab 13. Juni steht dann das Turnier in Eastbourne an, bevor es auf den heiligen Rasen von Wimbledon geht.

Der bitteren Lehrstunde von Paris soll die Fortsetzung des Reifeprozesses in London folgen.

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