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Novak Djokovic gewann 2008 und 2011 die Australian Open © getty

382 Wochen herrschten Federer und Nadal auf dem Tennis-Thron. Nun steht Djokovic vor der Krönung. Voraussetzung ist ein Sieg über den einstigen Regenten.

Paris - Novak Djokovic steht auf der Tragfläche eines Flugzeugs und spielt sich hoch oben in himmlischen Gefilden mit seinem Gegenüber lässig die Bälle zu.

Der Werbeclip ist im Internet ein Renner und dient als Sinnbild der aktuellen Kräfteverhältnisse in der Tennis-Welt 411464(DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche aus Paris).

Nichts scheint unmöglich für den Überflieger aus Serbien, der am Freitag in Paris (täglich ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) nach den Sternen greift.

Mit einem Sieg im Halbfinale der French Open gegen Roger Federer (Schweiz) kann der in diesem Jahr noch ungeschlagene Djokovic erstmals die Spitze der Weltrangliste erklimmen. Es käme einer Palastrevolution gleich.

Zweikampf zwischen Nadal und Federer

Seit über 382 Wochen machen Branchenführer Rafal Nadal (Spanien) und der mittlerweile auf Platz drei zurückgefallene Federer die Nummer eins unter sich aus (DATENCENTER: Die French Open).

Niemand konnte in diesen Zweikampf eingreifen, nachdem Grand-Slam-Rekordsieger Federer am 2. Februar 2004 den Amerikaner Andy Roddick an der Spitze des Rankings abgelöst und die Führung am 18. August 2008 erstmals an Nadal verloren hatte.

Djokovic warnt

Melbourne-Sieger Djokovic weiß um die historische Chance, kennt aber auch die Tücken des Erwartungsdrucks.

"Natürlich möchte ich die Nummer eins werden. Ich bin ihr mit jedem meiner Erfolge näher gekommen. Aber wo ein Sieg ist, da ist auch eine Niederlage nicht weit", sagte der 24 Jahre alte Davis-Cup-Held, der als Favorit in die heiße Phase des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres geht.

Top vier im Halbfinale

Die ersten Vier der Weltrangliste haben sich für die Vorschlussrunde von Roland Garros qualifiziert - erstmals seit 2006.

Im zweiten Halbfinale am Freitag möchte sich Titelverteidiger Nadal an seinem 25. Geburtstag mit dem Einzug ins Endspiel beschenken.

Gegen den britischen Melbourne-Finalisten Andy Murray ist Nadal, der beim diesjährigen Sandplatzspektakel bislang fast doppelt so lange auf dem Court stand wie Djokovic, favorisiert.

"Druck liegt auf Novak"

Mit seinem sechsten French-Open-Sieg könnte Nadal mit dem bisherigen Paris-Rekordhalter Björn Borg (Schweden) gleichziehen - und 1,2 Millionen Euro Preisgeld kassieren.

Doch "Rafa" sieht sich selbst nicht als erster Titelanwärter. "Der Druck liegt auf Novak", sagt Nadal und sieht das Duell zwischen Djokovic und Federer als ultimatives Duell: "Da spielt der aktuell beste Spieler gegen den besten der Geschichte."

Der Schweizer ist als einziger Spieler ohne Satzverlust ins Halbfinale eingezogen.

Rekord in Sichtweite

Djokovic allerdings hatte aufgrund seines kampflosen Einzugs in die Vorschlussrunde vier volle Tage frei.

Mit einem Erfolg gegen Federer, den "Nole" in den Semifinals der vergangenen beiden Grand-Slam-Turniere in Melbourne und New York bezwang, würde Djokovic auch den Jahres-Startrekord von John McEnroe einstellen.

Der Amerikaner hatte 1984 42 Siege in Serie gefeiert, und "Big Mac" gönnt dem Serben den Erfolg. "Rekorde sind da, um gebrochen zu werden und jeder weiß, dass Novak dazu imstande ist", sagte McEnroe.

Lob von Pilic

Auch der frühere deutsche Davis-Cup-Kapitän Niki Pilic staunt über seinen Ex-Schützling Djokovic.

"Seine Bilanz ist unglaublich. Er scheint zu fliegen, als ob er Flügel hätte", sagte Pilic.

Und wenn doch nicht, dann gibt es ja immer noch Flugzeuge, auf deren Tragflächen man Tennis spielen kann.

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