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Roger Federer hat die French Open 2009 gewonnen © getty

Der entfesselte Schweizer beendet die Rekordjagd von Novak Djokovic. Im Finale wartet Nadal. Die Palastrevolution ist abgesagt.

Für Top-Favorit Novak Djokovic ist im Hexenkessel von Paris der Traum vom Sprung ins Finale der French Open (täglich ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) und an die Spitze der Weltrangliste aus eigener Kraft geplatzt.

Der wie entfesselt aufspielende Roger Federer hat den in diesem Jahr bis dato noch ungeschlagenen Melbourne-Sieger mit 7:6 (7:5), 6:3, 3:6, 7:6 (7:5) entzaubert. Djokovic hatte seit Januar alle seine 41 Matches gewonnen und muss nun auf einen Federer-Sieg im Finale hoffen, um Rafael Nadal an der Spitze der Weltrangliste abzulösen.

Der Grand-Slam-Rekordsieger aus der Schweiz trifft in seinem fünften Roland-Garros-Finale am Sonntag auf Titelverteidiger Rafael Nadal.

Der topgesetzte Spanier zog an seinem 25. Geburtstag durch ein 6:4, 7:5, 6:4 gegen den Briten Andy Murray ins Endspiel ein.

Djokovic doppelt gescheitert

Der Weltranglistenzweite Djokovic, der zudem die Einstellung des Start-Rekords von John McEnroe (42 Siege) verpasste, ließ im ersten Satz beim Stand von 5:4 zwei Satzbälle ungenutzt 411464(DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche aus Paris).

Auch im zweiten Durchgang kassierte der 24-Jährige ein schnelles Break. Was den knapp 15.000 Zuschauern auf dem Court Philippe Chatrier offenbar gefiel: Mit "Roger"-Sprechchören feierten sie den aufschlagstarken Federer überschwänglich.

Die Entscheidung des hochklassigen Spiels fiel im Tiebreak des vierten Satzes, als Federer seinen dritten Matchball mit einem Ass nutzte und noch minutenlang von den Fans gefeiert wurde.

Palastrevolution abgesagt

Bei einer Finalteilnahme hätte Davis-Cup-Sieger Djokovic Branchenführer Nadal als Nummer eins des Rankings abgelöst und für eine Palastrevolution gesorgt:

Seit über 382 Wochen machen Nadal und der mittlerweile auf Platz drei zurückgefallene Federer den Platz an der Sonne unter sich aus. (DATENCENTER: Die French Open)

Niemand konnte in diesen Zweikampf eingreifen, seit der Schweizer am 2. Februar 2004 den Amerikaner Andy Roddick an der Spitze des Rankings abgelöst und die Führung am 18. August 2008 erstmals an Nadal verloren hatte.

McEnroe bleibt unerreicht

Djokovic verpasste es durch die erste Niederlage seit Ende November auch, den Startrekord von McEnroe aus dem Jahr 1984 einzustellen. Der US-Amerikaner hatte damals 42 Erfolge in Serie gefeiert.

Jahresübergreifend ist der Argentinier Guillermo Vilas mit 46 gewonnenen Matches (1977) das Maß der Dinge.

Nadal beendet Krisengerede

Sandplatzkönig Nadal indes beendete mit seinem Halbfinalsieg über Murray das Krisengerede, das nach seinen Finalpleiten gegen Djokovic in Rom und Madrid aufgekommem war.

"Ich bin sehr glücklich, wieder im Endspiel zu stehen. Es ist das wichtigste Turnier für mich. Ich habe ein gutes Match gespielt, aber die Bedingungen waren wegen des Windes nicht einfach", sagte Nadal.

Der Weltranglistenerste baute seine Bilanz bei seinem Lieblingsturnier am Bois de Boulogne auf 44:1 Siege aus.

Auf Borgs Spuren

Die bislang einzige Niederlage hatte er 2009 im Achtelfinale gegen Robin Söderling (Schweden) kassiert.

Damit blieb Linkshänder Nadal auch auf Rekordkurs: Bei einem weiteren Turniersieg in Paris könnte "Rafa" mit dem legendären Björn Borg gleichziehen.

Der Schwede ist mit sechs Triumphen derzeit noch der alleinige Rekordsieger der French Open. Nadal trägt in den Tagen von Paris eigens angefertigte Schuhe mit der Zahl fünf und den Farben der französischen Flagge.

Murray lockt

Nadal begann hochkonzentriert und ging dank zweier Breaks 5:1 in Führung. Danach kam Australian-Open-Finalist Murray besser ins Spiel und lockte seinen Kontrahenten immer wieder mit Stopps ans Netz.

Zwar konnte der Schotte, der als erster Brite ins Finale der French Open (Open Era) hätte einziehen können, noch einmal auf 4:5 verkürzen.

Doch nach 62 Minuten verwandelte Nadal seinen dritten Satzball.

Kühler Kopf bei Nadal

In der Folge zeigten beide Spieler Schwächen beim Service und gaben jeweils zweimal ihren Aufschlag ab.

Die Entscheidung im zweiten Durchgang fiel, als Nadal das Break zum 6:5 gelang. Auch danach behielt der Mann von der Sonneninsel Mallorca in brenzligen Situationen kühlen Kopf und erreichte sein insgesamt zwölftes Grand-Slam-Endspiel.

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