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Novak Djokovic steht auf dem zweiten Platz in der Weltrangliste © getty

Novak Djokovic nimmt sein Halbfinal-Aus gegen Roger Federer in Paris mit gemischten Gefühlen auf. Federer: "Ein spezieller Sieg."

Paris - Am Ende eines denkwürdigen Tages am Bois de Boulogne konnte sogar der entzauberte Novak Djokovic wieder lächeln (DATENCENTER: Die French Open).

"Das Verlieren fühlt sich doch irgendwie schlecht an", sagte der Serbe und zeigte trotz allem sein spitzbübisches Djoker-Schmunzeln 411464(DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche aus Paris).

Das Halbfinal-Aus bei den French Open in Paris gegen einen grandios spielenden Roger Federer (Bericht) hatte die imposante Serie von Djokovic nach 41 Siegen reißen lassen und ihm vorerst den Sprung an die Spitze der Weltrangliste verwährt.

Doch noch in der Stunde der Niederlage hatte sich die Enttäuschung beim Melbourne-Sieger schnell gelegt.

Kreis schließt sich

"Das waren die besten fünf Monate meines Lebens und meiner Karriere. Es war unglaublich. Aber irgendwann musste es eben zuende gehen", sagte Djokovic, der nach dem 6:7 (5:7), 3:6, 6:3, 6:7 (5:7) im Giganten-Duell mit Grand-Slam-Rekordsieger Federer ein Gefühl der "Befreiung" nicht verhehlen konnte.

Das Lob für den serbischen Davis-Cup-Helden kam nach seiner ersten Schlappe 2011 aus berufenem Mund.

"Ich habe Novak nach dem Match am Netz gesagt, wie außergewöhnlich seine Leistungen in diesem Jahr waren. Deshalb war dieser Sieg gegen ihn für mich auch so speziell", erklärte Federer nach einem der hochklassigsten Spiele der letzten Jahre.

Und der Kreis schloss sich auf dem Court Philippe Chatrier. Der Schweizer war auch derjenige, der Djokovic beim Masters-Turnier Ende November 2010 in London die bis dato letzte Niederlage zugefügt hatte.

Federer kann helfen

Doch ausgerechnet Federer, der am Sonntag im Finale gegen Titelverteidiger Rafael Nadal nach seinem 17. Grand-Slam-Titel greift, könnte Djokovic doch noch den Weg an die Spitze der Weltrangliste ebnen.

Sollte Federer das Endspiel gewinnen, würde Djokovic den Spanier Nadal am Montag erstmals als Branchenführer ablösen.

Dieses Szenario käme einer Palastrevolution gleich, denn seit dem 2. Februar 2004 haben Nadal und Federer die Nummer eins stets unter sich ausgemacht.

Lob von Nadal

Für Sandplatzkönig Nadal besteht kein Zweifel, dass Djokovic den Platz an der Sonne verdient hätte - irgendwann.

"Novak ist derzeit der beste Spieler. Irgendwann wird er den Sprung nach ganz oben schaffen. Ungewiss ist nur der Zeitpunkt", sagte Linkshänder Nadal.

Der Spanier könnte mit seinem sechsten Titelgewinn am Sonntag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) mit dem bisherigen French-Open-Rekordchampion Björn Borg (Schweden) gleichziehen.

Federer blüht auf

Allerdings scheint Federer auf der einst ungeliebten roten Asche von Roland Garros, wo er erst 2009 seinen Karierre-Grand-Slam komplettierte, immer besser zurecht zu kommen.

Im Schatten des neuen Duells um die Weltranglisten-Führung zwischen Nadal und Djokovic blühte der 29-Jährige regelrecht auf und gab bis zum Halbfinale keinen einzigen Satz ab.

"Der Druck lag vor diesem Turnier auf Rafa und Novak. Das war nicht schlecht für mich", meinte der "FedExpress" schmunzelnd.

"Roger hat seine mentale Stärke gezeigt"

Auf den Punkt ist Federer topfit: Zwei Satzbälle von Djokovic konnte er im ersten Satz abwehren.

Im vierten Durchgang ließ sich der Familienvater auch von einem Break zum 4:5 nicht verunsichern und verwandelte nach 3:39 Stunden seinen dritten Matchball.

"Roger hat in den wichtigen Momenten seine mentale Stärke gezeigt. Das ist es, was einen großen Champion ausmacht", lobte Djokovic den Kontrahenten.

Entzündung der Patellasehne

Der Serbe, der den Startrekord des Amerikaners John McEnroe (42 Siege) aus dem Jahr 1984 nur hauchdünn verfehlte, wird sich nach dem Paris-K.o. ein paar Tage Pause gönnen.

Das am Montag beginnende Rasenturnier im Londoner Queens Club hat "Nole" bereits wegen einer Entzündung der Patellasehne im Knie abgesagt.

Beim folgenden Highlight in Wimbledon will Djokovic aber wieder an den Start gehen. Und er möchte wieder eine Serie starten. "Dafür", kündigte der Wahl-Monegasse an, "werde ich weiter hart arbeiten."

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