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Der Spanier Rafael Nadal ist seit dem 7. Juni 2010 Erster der ATP-Weltrangliste © getty

Trotz Fehlstart gewinnt der Rafael Nadal die French Open in Paris gegen seinen Dauerrivalen Roger Federer eindrucksvoll.

Paris - Im Stil eines Sandplatzkönigs hat sich Rafael Nadal seinen historischen sechsten French-Open-Titel erkämpft und den Platz auf dem Tennis-Thron eindrucksvoll verteidigt.

Im Giganten-Duell von Paris besiegte der Titelverteidiger aus Spanien seinen Dauerrivalen Roger Federer (Schweiz) trotz eines kapitalen Fehlstarts in 3:40 Stunden mit 7:5, 7:6 (7:3), 5:7, 6:1. (DATENCENTER: Die French Open)

Nach dem Matchball ließ sich Nadal auf die geliebte rote Asche plumpsen und hatte Tränen in den Augen 414590(DIASHOW: Die Finals).

Wenig später nahm er auf dem Court Philippe Chatrier freudestrahlend den "Musketiere"-Pokal in Empfang. "Was mit mir bei diesem Turnier passiert ist, das ist mehr als ein Traum. Dieses Turnier ist mein Herz", sagte Nadal.

Auf Augenhöhe mit Borg

Zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag schloss "Rafa" damit zu Roland-Garros-Rekordsieger Björn Borg aus Schweden auf und verteidigte zudem die Spitze der Weltrangliste.

Bei einer Niederlage wäre Nadal am Montag von Novak Djokovic (Serbien) vom Platz an der Sonne verdrängt worden.

Die Siegesserie des Melbourne-Gewinners war nach 41 Siegen in diesem Jahr im Halbfinale gegen Federer gerissen - und der Traum von der Nummer eins zunächst geplatzt.

Nadal ist damit der zweitjüngste Spieler der Geschichte, der seine Grand-Slam-Sammlung auf zehn Titel aufstocken konnte.

Über eine Million Euro Preisgeld

Den neuerlichen Triumph bei seinem Lieblingsturnier am Bois de Boulogne, wo er eine Matchbilanz von 45:1 Siegen aufweisen kann, hatten Nadal nicht alle zugetraut.

Jüngst musste sich der Linkshänder zweimal auf Sand Überflieger Djokovic geschlagen geben.

Doch die Nummer eins der Welt meldete sich eindrucksvoll zurück und kassierte für seinen Coup ein Preisgeld von 1,2 Million Euro.

Nadal mit Fehlstart

Im achten Grand-Slam-Finalduell gegen einen zunächst wie entfesselt aufspielenden Federer erwischte Nadal einen kapitalen Fehlstart und musste beim Stand von 2:5 sogar einen Satzball abwehren.

Nach einer Behandlung am linken Fuß fing sich der Mallorquiner wieder. Nadal dominierte nun die Ballwechsel mit seinen druckvollen Topspinschlägen und gewann insgesamt sieben Spiele am Stück.

Nach 62 Minuten verwandelte der Titelverteidiger dabei seinen ersten Satzball mit einer krachenden Vorhand.

Federer wehrt sich

Danach ließ sich Nadal auch von einer zwölfminütigen Regenpause nicht irritieren und legte im Tiebreak mit einer schnellen 4:0-Führung den Grundstein zum Gewinn des zweiten Durchgangs.

Federer stemmte sich in seinem 23. Grand-Slam-Endspiel gegen die drohende Niederlage und wurde von den knapp 15.000 Zuschauern immer wieder mit "Roger"-Rufen angefeuert.

Mit Erfolg, denn trotz einer 4:2-Führung Nadals gewann Federer nach über drei Stunden seinen ersten Satz.

Zwei Breaks für Nadal

Im Anschluss fiel die Entscheidung, als der Spanier dank zweier Breaks auf 5:1 davonziehen konnte.

Federer, der bis zum Finale nur einen Satz abgegeben hatte, muss nach der Niederlage weiter auf seinen 17. Major-Titel warten.

Der letzte Grand-Slam-Triumph von "FedExpress" liegt bereits 16 Monate zurück. Damals holte er sich bei den Australian Open 2010 den Sieg.

Revolution aufgeschoben

Die Palastrevolution im Welttennis ist damit weiter aufgeschoben: Seit 383 Wochen machen Nadal und Federer die Nummer eins unter sich aus.

Niemand konnte bislang in diesen Zweikampf eingreifen, nachdem Grand-Slam-Rekordsieger Federer am 2. Februar 2004 Andy Roddick (USA) an der Spitze des Rankings abgelöst hatte.

Djokovic war dicht davor, schon in Paris eine neue Ära einzuläuten.

"Djoker" gestoppt

Nach der verfehlten Einstellung des Startrekords von John McEnroe (42 Siege/1984) konnte der 24-Jährige aber schon schnell wieder lächeln.

"Das Verlieren fühlt sich doch irgendwie schlecht an. Aber es waren die besten fünf Monate meines Lebens und meiner Karriere. Es war unglaublich. Aber irgendwann musste es eben zuende gehen", (Bericht) sagte der Davis-Cup-Held und zeigte sein spitzbübisches "Djoker"-Schmunzeln.

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