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Andrea Petkovic gewann bisher zwei Turniere auf der WTA-Tour © imago

In Wimbledon stehen die Chancen für ein gutes Abschneiden der DTB-Profis nicht schlecht. Bei den Damen ist Optimismus angesagt.

Von Annette Bachert

München ? Der "heilige Rasen" wartet, die weißen Klamotten werden übergestreift und ein paar der englischen Royals sind dauer-präsent.

Das macht das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres aus, das ist Wimbledon.

Mit Andrea Petkovic, Julia Görges und Florian Mayer stellt der DTB gleich drei gesetzte Spieler, insgesamt schafften es 16 deutsche Profis direkt ins Hauptfeld.

So gut stand das deutsche Tennis schon lange nicht mehr da. Bereits vier Turniersiege auf ATP- beziehungsweise WTA-Tour gehen in diesem Jahr auf das Konto von deutschen Spitzenspielern.

Kurz vor Turnierbeginn in London beleuchtet SPORT1 die besten sechs DTB-Akteure, ihre Saisonleistungen und ihre Chancen beim prestigeträchtigsten Tennis-Turnier der Welt.

Andrea Petkovic

Die Generalprobe für das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres hat die derzeit beste deutsche Spielerin ordentlich verpatzt.

Die Nummer elf der Welt unterlag in Eastbourne in der ersten Runde der Amerikanerin Venus Williams mit 5:7, 7:5 und 3:6.

Bei den French Open in Paris hielt Petkovic bis zum Viertelfinale als einzige Deutsche die Fahne hoch. Dort musste sie sich allerdings einer nahezu fehlerfrei aufspielenden Maria Scharapowa geschlagen geben.

Nur wenige Tage vor Paris holte die 23-Jährige in Straßburg ihren zweiten Titel auf der WTA-Tour und stand in dieser Saison bereits diverse Male in Viertel- und Halbfinals (383229Die Bilder ihrer Karriere).

Auch wenn die letzten Erfolge auf Hartcourt und Asche erzielt wurden, wird auch in Wimbledon mit Petkovic zu rechnen sein. Zum Auftakt muss "Petko" gegen die Französin Stephanie Foretz Garcon antreten, die für die ursprüngliche Gegnerin Greta Arn nachrückt. (Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen: Der SPORT1 Tipp-König).

Julia Görges

Die Nummer zwei im deutschen Damen-Tennis startet mit ähnlichen Vorzeichen wie Petkovic ins Turnier. Auch sie verpatzte die Generalprobe und verlor in Eastbourne ihr Auftaktmatch gegen Ana Ivanovic.

In Paris war bereits in der dritten Runde Endstation für die 22-Jährige. Doch zuvor zeigte Görges (407955Bilder ihrer Karriere) mit der Halbfinal-Teilnahme in Madrid und dem Turniersieg in Stuttgart (Bericht) Top-Leistungen.

Die Nummer 16 der Welt, die in dieser Spielzeit bereits zweimal gegen die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki gewonnen hat, ist auch in Wimbledon für eine Überraschung gut.

In der ersten Runde wartet die Spanierin Anabel Medina Garriges auf "Jule", die ebenso wie Arn für Petkovic ein machbares Los sein sollte.

Sabine Lisicki

Ganz anders sieht es bei der jüngsten Deutschen im Bunde aus. Die 21-Jährige kommt mit dem Rückenwind eines Turnier-Sieges auf den "heiligen Rasen" nach London.

Lisicki setzte sich bei der Generalprobe im englischen Birmingham im Finale gegen Daniela Hantuchova glatt in zwei Sätzen durch (Bericht) und gewann damit ihr zweites Turnier auf der WTA-Tour.

Dank dieses Erfolges klettert die Rechtshänderin 38 Plätze in der Rangliste auf Position 62 und erhält nun eine Wildcard für das Hauptfeld in Wimbledon (94078Die Bilder ihrer Karriere).

Bei den French Open vor wenigen Wochen war für Lisicki zwar bereits in Runde zwei Schluss. Doch lieferte sie sich mit der Weltranglisten-Dritten, Wera Zwonarewa, ein hart umkämpftes Match, dass Lisicki schließlich im dritten Satz mit 5:7 verlor.

Nach der schweren Knöchelverletzung 2010 und der anschließenden langen Pause, den bisher mäßigen Ergebnissen auf Hartcourt und Asche, fühlt sich Lisicki auf Rasen scheinbar pudelwohl und kann dort nahezu jede Spielerin auf der Tour schlagen.

In der ersten Runde sollte Lisicki gegen die Lettin Anastasija Sevastova keine großen Probleme bekommen.

Florian Mayer

Als Nummer 18 der Welt ist Florian Mayer der derzeit beste DTB-Akteur. Das kommt nicht von ungefähr. Der Bayreuther spielt in diesem Jahr sehr konstant und insgesamt die erfolgreichste Saison seiner Karriere.

Mit vier Viertelfinal-, zwei Halbfinal- und der Endspiel-Teilnahme in München hat der 27-Jährige in dieser Saison mehrfach bewiesen, dass er vorne mitspielen kann. Zum großen Coup hat es allerdings noch nicht gelangt.

In Halle scheiterte Mayer am Weltranglisten-Achten Gael Monfils (Video), in Paris war gegen den Kolumbianer Alejandro Falla bereits in der zweiten Runde Schluss.

Auch wenn Mayer Rasen zu seinen Lieblings-Belag ernennt, ist in Wimbledon viel, dennoch nicht alles möglich. Gegen den Briten Daniel Evans sollte es für Mayer zum Auftakt dennoch reichen.

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Philipp Kohlschreiber

Wäre da nicht der Turniersieg in der Vorwoche in Halle, könnte man bei Philipp Kohlschreiber (Sein Porträt im Video) von einer sehr durchwachsenen Saison sprechen.

Doch mit dem Erfolg auf heimischem Boden (Video), bei dem er unter anderem Monfils, den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Lleyton Hewitt und DTB-Kollege Philipp Petzschner bezwang, scheinen die Vorzeichen für Wimbledon nun deutlich besser zu stehen.

Er selbst übt sich allerdings in Zurückhaltung: "Ich weiß, dass da andere Kaliber warten. Das ist ein ganz anderes Turnier."

Mit dem Usbeken Denis Istomin hat der 27-jährige auf dem "heiligen Rasen" ein machbares Los in Runde eins.

Philipp Petzschner

Wie so oft trennen Freud und Leid nur wenige Millimeter, oder in diesem Fall Ballwechsel. Würde Kohlschreiber vom Halle-Sieg gepusht, so könnte Petzschner von dieser "bitteren" Final-Niederlage jäh zurückgeworfen werden.

Der Bayreuther musste in Halle wegen einer Rücken-Verletzung aufgeben und fühlte sich danach "einfach nur beschissen".

Bis zum Wimbledon-Start sollte diese aber wieder ausgeheilt sein. "Da mache ich mir keine Sorgen", so Petzschner.

Als Nummer 66 der Welt ist der 27-Jährige nicht gesetzt und hat mit dem Schweden Robin Söderling (Video) gleich einen harten Brocken vor der Brust.

Doch mit dem Sieg gegen den Wimbledon-Vorjahresfinalisten Tomas Berdych (Video) im Halbfinale hat Petzschner bewiesen, dass er auf Rasen auch die Top-Spieler schlagen kann. Und dass er als Doppel-Titelverteidiger (mit Jürgen Melzer (Video)) nach England kommt, sollte ihm ebenfalls Motivation geben.

Schwere Aufgabe Beck

Doch auch einigen anderen Deutschen ist in London die ein oder andere Überraschung zuzutrauen.

Tommy Haas könnte gegen den Luxemburger Gilles Muller sein erstes Einzel nach der langen Verletzungspause gewinnen.

Der Hamburger Julian Reister muss gegen David Nalbandian schon sein bestes Tennis aufzeigen, will er den an 28 gesetzten Argentinier in seinem Auftaktmatch bezwingen.

Mischa Zverev und Michael Berrer haben in Runde eins mit Xavier Malisse und Feliciano Lopez Herausforderungen zu bewältigen.

Über die Qualifiaktion haben sich noch Mona Barthel, Andreas Beck und Cedrik-Marcel Stebe ins Hauptfeld gespielt. Beck trifft in der ersten Runde auf Andy Roddick.

Die Erstrunde-Partien der weiteren Deutschen:

Angelique Kerber (Kiel) - Laura Robson (Großbritannien/WC) Kristina Barrois (Stuttgart) - Petra Cetkovska (Tschechien)Mona Barthel (Bad Segeberg/Q) - Elena Baltacha (Großbritannien)

Tommy Haas (Sarasota/USA) - Gilles Muller (Luxemburg/WC)Andreas Beck (Stuttgart/Q) - Andy Roddick (USA)Tobias Kamke (Lübeck) - Blaz Kavcic (Slowenien)Matthias Bachinger (München) - Gael Monfils (Frankreich/9. der Setzliste)Rainer Schüttler (Korbach) - Tomaz Bellucci (Brasilien/30.)Cedrik-Marcel Stebe (Mühlacker/Q) - Grigor Dimotrov (Bulgarien)Denis Gremelmayr (Lampertheim) - Somdev Devvarman (Indien)Julian Reister (Hamburg) - David Nalbandian (Argentinien/28.)Mischa Zverev (Hamburg) - Xavier Malisse (Belgien)Michael Berrer (Stuttgart) - Feliciano Lopez (Spanien)

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