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Serena Williams (l.) konnte bislang vier Mal bei Wimbledon triumphieren © getty

Serena Williams kehrt pünktlich vor Wimbledon zurück. Trotz Pause von fast einem Jahr, gibt sich die Titelverteidigerin forsch.

London ? Die Nachricht vor knapp zwei Wochen war kurz, aber ziemlich eindeutig.

"Serena's back!", twitterte Serena Williams.

Das dürfte die hohen Herren des All England Clubs an der Church Road in SW 19 London sehr gefreut haben, denn sie legen sehr viel Wert auf Tradition in Wimbledon, und wenn die Titelverteidigerin das wichtigste Turnier der Welt auslassen muss, dann, nun dann ist es irgendwie nicht Wimbledon (täglich ab 13 Uhr im LIVE-TICKER).

Ihr Schwester Venus hat sich bereits den Londoner Tennis-Fans präsentiert (420442DIASHOW: Die Bilder aus London). Gegen die Usbekin Akgul Amanmuradova gewann die 31-Jährige ihr Auftaktmatch glatt und locker mit 6:3, 6:1 (DATENCENTER: Wimbledon - Damen).

Mit einer großen, schwarzen Handtasche erschien Serena Williams dann am Sonntag auf der Anlage - "buchstäblich vom Totenbett" sei sie auferstanden, sagte die 29 Jahre alte Amerikanerin.

Lange Leidensgeschichte

Nach ihrem Endspielsieg 2010 trat Serena Williams angeblich am 7. Juli in einer Bar in München in eine Glasscherbe. Erstaunlicherweise ist der Name der Lokalität bis heute unbekannt.

Offiziell wurde die Wunde danach mit 18 Stichen genäht. Am darauffolgenden Tag verlor sie einen Schaukampf gegen Kim Clijsters in Brüssel vor 35.681 Zuschauern, danach bestritt sie fast 50 Wochen lang kein Match mehr.

Zu ihren Problemen mit dem Fuß, an dem sie zweimal operiert wurde, kamen im März eine Lungenembolie und ein Hämatom, ein "Desaster", wie Serena Williams sagt. "Es gibt eine Menge Menschen, die deswegen sterben."

"Habe wieder bei null begonnen"

Nur sieben Wochen lang hat sich Serena Williams auf Wimbledon vorbereiten können, "ich habe praktisch wieder bei null begonnen", sagt sie. (Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen: Der SPORT1 Tipp-König)

Wimbledon, das geht fast ein wenig unter, erlebt außerdem den "Sister Act reloaded". Nicht nur Serena Williams ist zurück, auch Schwester Venus. Die hatte von Januar bis Juni mit einer lädierten Hüfte pausieren müssen.

Vergangenen Woche traten sie beide beim Turnier in Eastbourne an, Serena bestritt dort ihre ersten Matches seit dem vierten Wimbledonsieg und unterlag ihrer damaligen Endspielgegnerin Wera Zwonarewa (Russland) in Runde zwei.

Keine Gedanken ans Karriereende

Schwester Venus, die in Eastbourne in Runde drei gegen die Tschechin Daniela Hantuchova unterlag, habe eine wichtige Rolle während ihrer langen Zwangspause gespielt, berichtete Serena Williams - mit einem verlegenem Schmunzeln: "Ganz ehrlich: Wenn du am Boden liegst, ist es ganz gut, wenn einer mit dir am Boden liegt. "

Gefragt, ob sie aufhören solle, habe sie sich nie, versichert Serena. "Ich wollte wieder spielen, allerdings schon etwas früher. Ich bin noch nicht bereit aufzuhören." Nach der langen Pause, behauptet sie, "fühle ich mich jetzt wieder jung und bereit für neue Ziele."

Allerdings: Serena Williams wird im September 30 Jahre alt, ihre Schwester Venus ist gerade erst 31 Jahre alt geworden, was kann da noch kommen, gerade nach der langen Verletzungspause?

"Serena darf man nie abschreiben"

Die derzeitigen Topspielerinnen würden Bammel vor den Schwestern haben, sollten sie die erste Woche überstehen, glaubt Chris Evert, selbst 18-mal bei Grand-Slam-Turnieren erfolgreich und davon dreimal in Wimbledon.

"Es wäre monumental, wenn Serena gewinnen würde", ergänzt Evert, "ich habe keine Ahnung, ob das menschenmöglich ist, ein Jahr lang auszusetzen und das mitmachen zu müssen. Aber Serena darf man nie abschreiben." (419792DIASHOW: Der SPORT1-Favoritencheck)

Neun von elf Titeln für die Williams-Schwestern

Von den vergangenen elf Titeln in Wimbledon haben Serena (4) und Venus (5) insgesamt neun gewonnen, viermal standen sie sich im Endspiel gegenüber - auch ein Grund, warum sie trotz schlechter Weltranglistenposition hoch gesetzt sind im All England Club.

Serena ist nur die Nummer 26 der Welt und an Nummer sieben gelistet, Venus steht auf Rang 33 im Ranking und auf Position 23 der Setzliste.

"Bin hier, um jedes Match zu gewinnen"

Serena sagt, sie sei "einfach nur glücklich, wieder hier zu sein", die ältere Venus redet schon etwas forscher: "Ich bin nicht hier, um nur gut auszusehen, ich bin hier, um jedes Match zu gewinnen."

Die beiden besten deutschen Damen müssen sich um die Williams-Schwestern erst mal keine Gedanken machen.

Erst im Halbfinale könnte Julia Görges (Bad Oldesloe) auf Serena treffen, Andrea Petkovic (Darmstadt) auf Venus.

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